Starlink-Alternative: Rheinmetall plant Militär-Satellitennetz für die Bundeswehr

Rheinmetall und der Raumfahrt- und Technologiekonzern OHB verhandeln über eine mögliche Zusammenarbeit zur Entwicklung eines satellitengestützten Kommunikationsnetzwerks für die Bundeswehr. Im Zentrum stehen eine sichere Alternative zu kommerziellen Systemen für militärische Zwecke, wie das Handelsblatt(öffnet im neuen Fenster) und die Financial Times berichten(öffnet im neuen Fenster) .
Die geplante Partnerschaft zielt auf einen Teil des 35 Milliarden Euro umfassenden Budgets ab, das Deutschland für militärische Weltraumtechnologie bereitgestellt hat. Die Verhandlungen befinden sich allerdings noch in einem frühen Stadium.
Das geplante Joint Venture würde sich um einen Auftrag zum Aufbau eines militärtauglichen Satelliten-Kommunikationsnetzwerks im niedrigen Erdorbit bewerben.
Deutschland plant Großinvestition in Weltraumtechnologie
Kommerzielle Satelliten-Anbieter betreiben derzeit ausgedehnte Netzwerke, vornehmlich für den zivilen Sektor. Das System Starlink von SpaceX unterhält über 9.000 Satelliten im niedrigen Erdorbit. Die Technik erregte durch ihre Rolle im Ukrainekrieg auch bei Militärs Interesse, weil sie noch Kommunikation ermöglicht, wenn andere Infrastruktur längst ausgefallen ist.
SpaceX entwickelte seitdem eine spezialisierte Version seines Dienstes für Militär- und Geheimdienstanwendungen. Mehrere Länder arbeiten jedoch daran, unabhängige Systeme zu etablieren, anstatt sich auf US-amerikanische Anbieter zu verlassen.
Rheinmetall diversifiziert sich zunehmend über seinen traditionellen Fokus auf Panzer, Artillerie und Munition hinaus, während Deutschland die Verteidigungsausgaben erhöht. Das Unternehmen sicherte sich Ende 2024 seinen ersten weltraumbezogenen Auftrag im Wert von bis zu 2 Milliarden Euro.
Zusammen mit dem finnischen Unternehmen Iceye produziert Rheinmetall Satelliten in einem umgebauten Automobilwerk. Das Projekt umfasst die Herstellung von Radaraufklärungssatelliten, die auch bei dichter Wolkendecke und schlechten Wetterbedingungen operieren können. Auch OHB hat solche Satelliten bereits gebaut.



