Starliner: Boeings Raumschiff hatte reihenweise defekte Ventile

Der zweite Testflug des CST-100 Starliner verzögert sich. Reihenweise defekte Treibstoffventile stellen selbst einen Start vor 2022 in Frage.

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Der CST-100 Starliner bei der Montage auf der Atlas-V-Rakete.
Der CST-100 Starliner bei der Montage auf der Atlas-V-Rakete. (Bild: Nasa)

Der zweite Testflug des CST-100 Starliner von Boeing wird auf unbestimmte Zeit verschoben. Das teilten Nasa und Boeing am Wochenende in einer Pressekonferenz mit. Der Grund war das reihenweise Versagen der Treibstoffventile in den Manövertriebwerken. 13 von 24 Triebwerken waren bei letzten Tests vor dem geplanten Start am 2. August funktionslos.

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Boeing gab zunächst dem gewittrigen Wetter in Florida und möglichen elektrischen Entladungen die Schuld am Versagen der Triebwerke. Bei der Inspektion stellte sich jedoch heraus, dass die Oxidator-Ventile korrodiert waren und stecken blieben. Nur 9 von 13 Ventilen konnten wieder funktionsfähig gemacht werden. Vermutet wird, dass die Dichtungen der Ventile undicht waren. Der Oxidator ist Stickstofftetroxid, das zusammen mit Restfeuchte in der Luft zu Salpetersäure wird und so das Metall angegriffen hat. Dadurch konnten die Ventile nicht bewegt werden. Wegen der Vielzahl der defekten Ventile wurde zunächst ein Softwarefehler vermutet.

Der Versuch, die Steuerdüsen noch auf der Startrampe wieder in Gang zu bringen, scheiterte. Schließlich mussten Raumschiff und Rakete wieder abgebaut werden. Jetzt müssen nicht nur die Ventile der Steuerdüsen ausgebaut und aufgearbeitet, sondern auch die Konstruktion der Ventile überprüft und gegebenenfalls geändert werden.

Viele Verzögerungen durch technische Probleme

Der nächste Flugtermin steht noch nicht fest. Die Flugpläne zur ISS sind dieses Jahr jedoch so dicht, dass ein Testflug mit Andockmanöver möglicherweise erst 2022 stattfinden kann, selbst wenn das Problem noch im August gelöst wird.

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Die neuerlichen Probleme mit dem Starliner sind die Fortsetzung von vielen Problemen in der Entwicklung, die Golem.de begleitet hat. Im Jahr 2012 sprach die Firma noch von ersten Flügen im Jahr 2015. 2016 wurde der erste Testflug auf 2017 verschoben. Der fand aber auch 2018 nicht statt, zumal ein Zwischenfall beim Test der Notfalltriebwerke den Start noch weiter ins Jahr 2019 verzögerte.

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Als der erste Flug des Raumschiffs im Dezember 2019 endlich stattfand, führte eine niemals vollständig getestete Flugsoftware zu einem vorzeitigen Abbruch des Flugs und dem Beinaheverlust des Raumschiffs beim Wiedereintritt.

Zur Entwicklung des CST-100 Starliner und der Durchführung der ersten Flüge erhielt Boeing einen Vertrag über 4,2 Milliarden US-Dollar. Zur selben Zeit bekam SpaceX für die gleichen Vertragsleistungen mit Entwicklung und Flügen des Crew Dragon nur 2,6 Milliarden US-Dollar. Der erste Testflug des Crew Dragon fand ohne Besatzung im März 2019 statt, im Mai 2020 dann auch mit Besatzung. SpaceX bereitet derzeit dessen dritten Flug mit Crew an Bord vor.

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tomatentee 17. Aug 2021 / Themenstart

Darüber wird (nicht erst) seit der 737 Max-Krise spekuliert: https://qz.com/1776080/how...

shoggothe 16. Aug 2021 / Themenstart

Könnte es u.U. passieren, dass die ausgeladenen und auf der ISS unerwünschten Chinesen...

JouMxyzptlk 16. Aug 2021 / Themenstart

Ventile mit Aluminium. Vertragen sich im freien nicht so gut mit diversen...

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