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Starke Nachfrage: Amazon-Händler verlangen bis zu 2.000 Euro Versandkosten

Schuh-Spikes und Streusalz sind derzeit stark nachgefragt. Marketplace-Händler auf Amazon versuchen offenbar, daraus Kapital zu schlagen.
/ Ingo Pakalski
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Das ist schon echt viel: 2.000 Euro Versandkosten für ein paar Schuh-Spikes. (Bild: Pixabay)
Das ist schon echt viel: 2.000 Euro Versandkosten für ein paar Schuh-Spikes. Bild: Pixabay
Inhalt
  1. Starke Nachfrage: Amazon-Händler verlangen bis zu 2.000 Euro Versandkosten
  2. Mit Falschangaben locken Händler Kunden an
  3. Nachtrag vom 9. Februar 2026

Mehrere Marketplace-Händler bei Amazon bieten derzeit stark nachgefragte Artikel mit zum Teil absurd hohen Versandkosten an, wenn Kunden die Produkte besonders schnell geliefert bekommen haben wollen. In einem Fall sollten Schuh-Spikes zum Kaufpreis von 11 Euro am Folgetag geliefert werden – falls Kunden bereit wären, die dafür anfallenden Versandkosten von 2.000 Euro zu zahlen.

Darauf stieß Golem im Rahmen einer Recherche und fand viele weitere Marketplace-Händler, die für Schuh-Spikes eine schnelle Lieferung versprechen – gegen die Zahlung ungewöhnlich hoher Versandgebühren. Diese bekommen Kunden erst zu sehen, wenn sie sich im Amazon-Kassenbereich befinden und sich für ein präferiertes Lieferdatum entscheiden.

Keiner der Anbieter versendete die Waren über Amazon, sondern wickelte den Versand selbst ab. Und viele davon wurden von Amazon in den gesponserten Suchergebnissen und generell weit oben in den Suchergebnissen angezeigt.

Weiterhin viele Produkte mit Versandkosten von bis zu 200 Euro

Den Anbieter mit den Versandkosten von 2.000 Euro hat Amazon wohl derzeit gesperrt. Zunächst wurde Amazon über den normalen Kundendienst in den Morgenstunden des 30. Januar 2026 darauf aufmerksam gemacht. Am 2. Februar 2026 konnte der Händler weiterhin unbehelligt die hohen Versandkosten verlangen.

Nachdem wir in den Morgenstunden des 2. Februar 2026 die Amazon-Pressestelle eingeschaltet hatten, wurden diese Schuh-Spikes aus dem Shop entfernt. Viele andere Händler mit Schuh-Spikes oder Streusalz mit optionalen Versandkosten von 50 Euro, 100 Euro oder auch 200 Euro waren zunächst weiterhin gelistet.

Bis zum 6. Februar 2026 wurden wohl weitere Händler gesperrt, die wir Amazon gemeldet hatten. Zwei(öffnet im neuen Fenster) weitere Händler(öffnet im neuen Fenster) können auch am 6. Februar 2026 noch unbehelligt ihre Produkte für einen Expressversand von 200 Euro anbieten.

Bei keinem der Produkte sind die höheren Versandgebühren vorausgewählt; Kunden müssten also immer selbst den entsprechenden Haken setzen. Wie neu dieses Vorgehen ist, lässt sich derzeit schwer abschätzen. Bei unseren Recherchen fanden wir keine früheren Berichte über vergleichbar hohe Versandkosten für einen beschleunigten Versand.

Im Zuge unserer Recherche stießen wir auf einige Marketplace-Händler, die mit garantierten Lieferdaten werben, die dann nach Kundenberichten nicht eingehalten werden.


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