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Nachtrag vom 9. Februar 2026

Eine Woche nach der Anfrage von Golem bei Amazon hat das Unternehmen uns eine Stellungnahme geschickt. "Wir haben klare Richtlinien, die es Verkäufern verbieten, überhöhte Versandgebühren zu verlangen oder Lieferzeiten falsch darzustellen" , betont das Unternehmen. Offen lässt Amazon, warum technisch nicht unterbunden wird, dass Händler überhaupt überhöhte Versandkosten verlangen können.

"Wenn wir feststellen, dass Verkäufer gegen diese Richtlinien verstoßen, ergreifen wir umgehend Maßnahmen, die den Entzug der Verkaufsberechtigung und die Schließung von Konten beinhalten können. In diesem Fall haben wir die gemeldeten Konten untersucht, Richtlinienverstöße festgestellt und entsprechende Maßnahmen ergriffen" , heißt es von Amazon.

Zwei der in unserem Bericht genannten Konten wurden allerdings weiterhin nicht gesperrt und die betreffenden Händler können unverändert noch immer Versandkosten von bis zu 200 Euro verlangen. Auch die in unserem Bericht genannten Händler, die mit fingierten Lieferzeiten werben, können dies weiterhin tun.

Lieferung mindestens zehn Tage verspätet

Beide Produkte sollten bereits vergangene Woche geliefert werden. Auch am 9. Februar 2026 gibt es weiterhin nicht einmal ein Lieferdatum. DHL als Zusteller hat die Ware noch immer nicht erhalten. Für das eine Produkt war eine garantierte Lieferung am 31. Januar 2026 zugesichert worden. Das bedeutet eine Verzögerung von bereits zehn Tagen.

Amazon versichert: "Wir setzen ausgefeilte Erkennungssysteme ein, um Missbrauch zu identifizieren, und wenn Akteure mit schlechten Absichten versuchen, unsere Kontrollen zu umgehen, verbessern wir unsere Technologie kontinuierlich und ergreifen Maßnahmen zum Schutz der Kundinnen und Kunden."

Kunden beschweren sich seit Wochen aktiv bei etlichen Händlern über zugesicherte Lieferzeiten, die dann nicht eingehalten werden und stattdessen erst Wochen später liefern, wie Stichproben von Golem ergeben haben. Alle Händler können weiterhin mit fingierten Lieferzeiten werben.

Nachtrag vom 12. Februar 2026

Die beiden bei Amazon gekauften Schuh-Spikes wurden am 12. Februar 2026 geliefert. Das ist in dem einen Fall eine Lieferverzögerung von zwölf Tagen, im anderen Fall beträgt der Verzug neun bis zehn Tage.

Beide Händler treten bei Amazon unter verschiedenen Bezeichnungen auf, als Absender tragen beide Pakete eine identische Lieferadresse. In den Kommentaran zu beiden Händlern beklagen sich etliche Kunden über nicht eingehaltene Liefertermine. Amazon lässt die Anbieter weiterhin Produkte über den Marketplace-Bereich verkaufen. Unter anderem werden weiterhin Schuh-Spikes mit einem Lieferdatum in den kommenden zwei bis vier Tagen zugesichert.


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