Zum Hauptinhalt Zur Navigation

Stark Defense: Berliner Kamikazedrohne versagt wohl bei Tests

Das Berliner Rüstungs-Start-up Stark hat nach Informationen aus Insider-Kreisen bei Erprobungen seiner Kamikaze- Drohne ein Debakel erlebt.
/ Andreas Donath
14 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)
Stark Virtus (Bild: Stark Defense)
Stark Virtus Bild: Stark Defense

Die Drohne des Berliner Start-ups Stark vom Typ Virtus(öffnet im neuen Fenster) soll bei Tests im Oktober 2025 in der Lüneburger Heide keines der anvisierten Ziele getroffen haben. Zwei mit dem Vorgang vertraute Personen bestätigten dies dem Handelsblatt(öffnet im neuen Fenster) .

Bei einem der insgesamt zwei durchgeführten Flüge soll es zu einem Akkubrand gekommen sein, woraufhin die Drohne in einem Waldgebiet abstürzte. Die Bundeswehr führte die sogenannte Experimentalerprobung durch, bei der mehrere Hersteller ihre Systeme vorstellten. Das Münchner Unternehmen Helsing testete dort ebenfalls seine HX-2-Kamikazedrohne , die laut dem Bericht alle Flüge ohne Probleme absolvierte.

Parallel zu den deutschen Tests nahm Stark an mehrtägigen Erprobungen mit der britischen Armee in Kenia teil. Nach Angaben der Insider soll das Unternehmen diese Tests vorzeitig abgebrochen und das Land verlassen haben, da die Ergebnisse nicht den Erwartungen entsprachen. Die Financial Times hatte am Freitag erstmals darüber berichtet(öffnet im neuen Fenster) . Stark errichtet derzeit eine Produktionsstätte im britischen Swindon.

Bundeswehrauftrag weiterhin möglich

Eine Sprecherin von Stark äußerte sich dem Bericht nach nicht konkret zu den Testergebnissen. Sie erklärte lediglich, dass die gemeinsame Erprobung mit verbündeten Streitkräften ein zentraler Bestandteil der Entwicklungsphilosophie sei. Die frühe und aktive Einbindung der Bundeswehr in Entwicklungsprozesse zeige eine Innovationskultur, die bereit sei, auf dem Weg zum Erfolg Risiken einzugehen.

Die Bundeswehr plant, zeitnah größere Mengen dieser Waffensysteme anzuschaffen . Die Ausrüstung der Panzerbrigade 45, die dauerhaft in Litauen stationiert werden soll, steht dabei im Fokus. Diese Brigade soll bis Ende 2027 vollständig einsatzbereit sein. Die Bundeswehr hat Vorverträge mit Helsing, Stark Defence und Rheinmetall(öffnet im neuen Fenster) geschlossen.

Ziel dieser Vereinbarungen ist die Sichtung und Erprobung der verschiedenen Produkte. Bis Weihnachten sind weitere Tests geplant. Sollte das Parlament zustimmen, könnten anschließend die Beschaffungsverträge unterzeichnet werden.

Stark bleibt im Rennen

Die bisherigen Fehlschläge bedeuten nicht automatisch das Aus für Stark im Vergabeverfahren. Die Virtus-Drohne wird bereits im Ukrainekrieg eingesetzt, muss aber für die deutsche Zertifizierung an mehreren Punkten angepasst werden, heißt es in dem Bericht. Stark forscht seit knapp zwei Jahren an Kamikazedrohnen, während Helsing bereits seit vier Jahren in diesem Bereich tätig ist.

Die sogenannte Loitering Munition verharrt in der Luft, bis ein Ziel identifiziert wird. Die Virtus trägt einen Sprengkopf von bis zu fünf Kilogramm, startet senkrecht und ist in unter zehn Minuten einsatzbereit. Die Flugzeit beträgt 60 Minuten bei einer Reichweite von 100 Kilometern. Das KI-gestützte System von Virtus reagiert laut Hersteller in Echtzeit auf Veränderungen in der Umgebung und soll gegen elektronische Störmaßnahmen gehärtet sein. Das Softwaresystem soll Ziele in einer Entfernung von bis zu 100 km verfolgen und bekämpfen können, selbst in Umgebungen mit schwachem Signal oder ohne Empfang.

Ende Juli 2025 vereinbarte Stark eine Kooperation mit der MBDA-Tochter TDW zur Ausstattung der Drohnen mit panzerbrechenden Gefechtsköpfen(öffnet im neuen Fenster) . Helsing arbeitet mit der KI-Robotikfirma Arx Robotics bei der Drohnensteuerung zusammen. Diese Zusammenarbeit werde bereits mit einer Nato-Streitkraft erprobt, erklärte Arx-Robotics-Chef Marc Wietfeld damals, ohne Details zu nennen.

Stark wurde 2024 gegründet.


Relevante Themen