Stark Defence: Widerstand gegen Milliardendeal mit Drohnenherstellern
Das Verteidigungsministerium plant laut einem Medienbericht einen Milliardeneinkauf von Kampfdrohnen. Den größten Anteil soll Stark Defence erhalten – ein Kreuzberger Unternehmen mit Beteiligung des umstrittenen US-Investors Peter Thiel. Im Bundestag regt sich indes Widerstand.
Der Haushaltsausschuss soll Ende Februar 2026 grünes Licht geben. Nach Informationen aus Verschlusssachen-Dokumenten gehe es um ein Gesamtvolumen von bis zu 4,32 Milliarden Euro, berichtete die Süddeutsche Zeitung(öffnet im neuen Fenster) .
Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) dränge auf eine Entscheidung am 25. Februar. Die Bundeswehr benötigt die sogenannte Loitering Munition für die neue Brigade in Litauen an der Nato-Ostflanke.
Festaufträge und Optionen für sieben Jahre
Das Berliner Unternehmen Stark Defence erhielte einen Festauftrag über 268,6 Millionen Euro. Die Option auf weitere Bestellungen könnte das Volumen auf 2,8 Milliarden Euro steigern. Das Münchner Unternehmen Helsing soll 267,7 Millionen Euro fest zugesprochen bekommen, mit einer Option auf 1,46 Milliarden Euro insgesamt. Die Vertragslaufzeit ist auf sieben Jahre angelegt.
Die Verteilung wirft derweil Fragen auf. Noch im Herbst 2024 hatte Stark Defence bei Tests in Munster Probleme mit der Zielgenauigkeit. Nach Angaben aus Bundeswehrkreisen sollen nachfolgende Tests mit verbesserter Software und Sprengköpfen aber überzeugt haben. Das Verteidigungsministerium äußerte sich auf Anfrage der Süddeutschen Zeitung nicht zur Begründung der Auftragsverteilung.
Thiel-Investment löst Diskussionen aus
Thiel gilt als wichtiger Unterstützer von US-Präsident Donald Trump. Seine genaue Beteiligung an Stark Defence ist nicht öffentlich bekannt. Das Manager Magazin berichtete zuletzt über eine weitere Investition im zweistelligen Millionenbereich. Zu den weiteren Investoren zählen der Nato Innovation Fund, der CIA-nahe Fonds In-Q-Tel sowie Sequoia.
Der SPD-Haushaltsexperte Andreas Schwarz forderte mehr Transparenz. Er sieht bei der unterschiedlichen Vertragsgröße zwischen den beiden Anbietern Klärungsbedarf. Die endgültige Qualität der Systeme könne zum Vertragsschluss noch nicht vollständig bewertet werden, heißt es in den Unterlagen. Der Vertrag sehe deshalb Abbruchkriterien vor einem endgültigen Serienabruf vor.
Transparenz und strategische Abhängigkeit
Die Grünen-Fraktion hat sicherheitspolitische Bedenken. Sebastian Schäfer, zuständig für den Verteidigungshaushalt, sagte, man müsse wissen, mit wem solche Geschäfte gemacht würden. Die Bundesregierung könne nicht sagen, wer welche Anteile halte.
Seine Fraktionskollegin Sara Nanni verwies auf Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), der in München mehr Unabhängigkeit von den USA gefordert hatte. Nanni kritisierte die Stückpreise zudem als absurd hoch. Ukrainische Firmen würden entsprechende Qualität mit niedrigen Kosten verbinden.
Stark Defence hatte intensiv um den Auftrag geworben. Bundestagsabgeordnete wurden zu virtuellen Vorführungen in einem geheimen Showroom nahe dem Bundestag eingeladen. Das Unternehmen stellte zudem den früheren SPD-Verteidigungspolitiker Johannes Arlt als Senior Vice President ein. Stark betonte, Thiel habe keinen Einfluss auf das Geschäft und keinen Zugriff auf die Technologien.
- Anzeige Hier geht es zu The Apprentice - The Trump Story bei Amazon Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.