Starfleet Academy: Was das War College ist

In der zweiten Folge von Star Trek: Starfleet Academy dankt Akademiekanzlerin Nahla Ake, gespielt von Holly Hunter, dem War College für die Ausbildung jener Soldaten, die die Föderation im vergangenen Jahrhundert geschützt hätten. Die Showrunner Alex Kurtzman und Noga Landau haben laut der US-amerikanischen Entertainment-Website Slashfilm(öffnet im neuen Fenster) dazu erklärt, man wolle zeigen, wie sehr sich die Föderation während und nach dem Brand, einem galaxisweiten Kataklysmus, verändert habe. In dieser Phase habe sich die Sternenflotte notgedrungen auf Grenzverteidigung konzentriert und ihre klassische Erkundungsmission vernachlässigt. Nun, da die Föderation wieder erstarke, stelle sich die Frage, welche Rolle eine rein militärische Ausbildung künftig noch spiele.
Nach dem Brand im Jahr 3069
Die neue Serie Star Trek: Starfleet Academy spielt zeitlich weiter in der Zukunft als jede andere bisherige Star-Trek -Produktion. Erzählt wird von der ersten Klasse von Sternenflottenkadetten im 32. Jahrhundert – einer Epoche, in der sich die Föderation noch immer von den Folgen des sogenannten Brands erholt. Dieses katastrophale Ereignis zerstörte im Jahr 3069 den Großteil des Dilithiums und damit zahllose Raumschiffe. Nachdem dieses Kapitel überwunden ist, nimmt auch die Sternenflottenakademie wieder ihren Betrieb auf. Ergänzt wird sie allerdings durch eine weitere Institution: ein militärisch ausgerichtetes War College.
Diese Spannung greife die Serie bewusst auf. In einer Unterrichtsszene wird erläutert, dass Fächer wie vergleichende Xeno-Mythologie vor hundert Jahren aus dem Lehrplan gestrichen worden seien, als sich der Fokus von Verständnis hin zu Verteidigung verschoben habe. Damit thematisiert die Serie einen Grundwiderspruch des Franchise: Die Sternenflotte verstehe sich als friedliche Entdeckungsorganisation, sei aber zugleich eine der mächtigsten militärischen Kräfte der Galaxis.
Kurtzman über das War College
Kurtzman betonte, man wolle diesen Widerspruch nicht auflösen, sondern produktiv gestalten. Die Sternenflotte bleibe eine militärische Organisation, richte ihren Blick aber nicht ausschließlich darauf. Das War College diene dabei nicht nur der inhaltlichen Debatte, sondern auch der Dramaturgie. Eine Serie über eine Schule brauche Rivalen, Reibung und Konkurrenz. Genau daraus ergebe sich erzählerisches Potenzial – möglicherweise sogar bis hin zu sportlichen Wettkämpfen zwischen den Kadetten beider Institutionen.