Abo
  • Services:
Anzeige
Blizzard hat einen Sicherheitslücken-Emulator für Starcraft entwickelt.
Blizzard hat einen Sicherheitslücken-Emulator für Starcraft entwickelt. (Bild: Blizzard/Screenshot Golem.de)

Starcraft Remastered: Warum Blizzard einen Buffer Overflow emuliert

Blizzard hat einen Sicherheitslücken-Emulator für Starcraft entwickelt.
Blizzard hat einen Sicherheitslücken-Emulator für Starcraft entwickelt. (Bild: Blizzard/Screenshot Golem.de)

Ein Buffer Overflow in einem fast 20 Jahre alten Spiel beschäftigt Blizzard bis heute. Weil Modder den Fehler ausnutzen, um eigene Map-Welten zu entwickeln, hat das Unternehmen sechs Monate lang einen Ingenieur bezahlt, um einen Emulator für die Sicherheitslücke zu entwerfen.
Von Hauke Gierow

Auch Spiele haben Sicherheitslücken, und Hersteller sollten sie so schnell wie möglich schließen. Eigentlich. Denn im Fall des Spieleklassikers Starcraft 1 gab es ein Problem: Ein Sicherheitspatch von Blizzard machte zugleich viele Mods unbenutzbar. Die Lösung ist ein Emulator.

Anzeige

Ein Buffer-Overflow in einer Skriptfunktion für Spieleereignisse ermöglichte Moddern in Südkorea, ganz neue Spielwelten zu schaffen. Mit den sogenannten EUD-Karten bilden sie zum Beispiel Mario- oder Tower-Defence-Karten nach. Nach einem Patch aus dem Jahr 2009 funktionierten diese Mods nicht mehr, was in der Szene zu Unruhe führte. Die Community entwickelte schnell Tools, die den Patch in diesem Bereich rückgängig machen.

Mit der Veröffentlichung von Starcraft Remastered wollte Blizzard die Sicherheitssituation verbessern, ohne die Modder zu verärgern. Das gelang nicht sofort, aber mit dem Patch auf Version 1.21.0 am 7. Dezember 2017. Um die alten Karten der Modder trotz nicht mehr vorhandenem Buffer Overflow spielbar zu halten, beauftragte das Unternehmen den Reverse Engineer Elias Bachaalany, das Problem zu beheben - und den Buffer Overflow zu emulieren.

Über seine Erfahrungen damit berichtete Bachaalany, der sonst als Anti-Cheat-Ingenieur für Blizzard arbeitet, auf der Konferenz für Reverse-Engineering Recon 2018 in Brüssel. Eine der größten Herausforderungen: Die Karten sollten auch ohne Anpassungen der Ersteller weiter funktionieren, da nicht mehr alle aktiv gepflegt werden.

Buffer Overflow ermöglicht weitreichende Schreibzugriffe

Die meisten Karten nutzen einen Buffer Overflow in der Funktion Extended Unit Death (EUD). Damit können bestimmte Aktionen des Spiels durch ein Skript automatisiert werden, etwa wenn ein Held stirbt oder eine bestimmte Menge von Einheiten gestorben sind. Doch das Scripting der Modder geht weit über diese Anwendungen hinaus. Nach Angaben von Blizzard existieren rund 18.000 EUD-Karten mit ganz unterschiedlichen Funktionen. Das Spiel wird letztlich gehackt, um weitere Funktionen zu ermöglichen.

Bei einem sogenannten Out-of-Bounds-Access oder Buffer Overflow können bestimmte Funktionen eines Programms genutzt werden, um Elemente an einer Stelle in den Speicher zu schreiben, für die das ausgeführte Programm eigentlich keine Schreibberechtigung hat. Dort existieren übliche Rechtebeschränkungen des zugewiesenen Speichers oft nicht, so dass Angreifer Aktionen ausführen können, die ihnen eigentlich verwehrt bleiben sollten. Speicherfehler treten typischerweise in mit C++ programmierten Anwendungen auf, außerdem in vielen älteren Programmen und Firmware, sie gehören zu den am weitesten verbreiteten Sicherheitslücken.

Einen Missbrauch der Sicherheitslücke, die letztlich die Ausführung fremden Codes auf dem eigenen Rechner ermöglicht, soll es in all den Jahren nicht gegeben haben: "Zum Glück lieben die Spieler Starcraft so sehr, dass sie keine Viren verbreitet haben", sagte Bachaalany.

Die Community liebt Starcraft sogar so sehr, dass eigene Skriptsprachen für die Karten entwickelt wurden.

Die Karten sind selbst komplexe Programme 

eye home zur Startseite
elgooG 08. Feb 2018

Also unser Unternehmen kann auf über 20 Jahre alten Code zurückgreifen. Irgendwann wurde...

Themenstart

thorben 07. Feb 2018

DANKE. Die Begründung ist herrlich :-D Ich bin also wie C 8-)

Themenstart

0xDEADC0DE 07. Feb 2018

In dem Fall wird das per Mapping entschieden.

Themenstart

toastedLinux 07. Feb 2018

Was würdest du denn erwarten? Die Präsi von dem hätte ich mir auf jeden Fall gar nicht...

Themenstart

MasekKiel 07. Feb 2018

Hallo, das ist ein toller Artikel. Danke, dass Ihr diese Geschichte ausgegraben habt...

Themenstart

Kommentieren



Anzeige

Stellenmarkt
  1. BASF SE, Ludwigshafen
  2. DZ PRIVATBANK S.A., Luxemburg
  3. ENERCON GmbH, Aurich
  4. Landis+Gyr GmbH, Nürnberg


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. (-10%) 35,99€
  2. 49,99€

Folgen Sie uns
       


  1. Signal Foundation

    Whatsapp-Gründer investiert 50 Millionen US-Dollar in Signal

  2. Astronomie

    Amateur beobachtet erstmals die Geburt einer Supernova

  3. Internet der Dinge

    Bosch will die totale Vernetzung

  4. Bad News

    Browsergame soll Mechanismen von Fake News erklären

  5. Facebook

    Denn sie wissen nicht, worin sie einwilligen

  6. Opensignal

    Deutschland soll auch beim LTE-Ausbau abgehängt sein

  7. IBM Spectrum NAS

    NAS-Software ist klein gehalten und leicht installierbar

  8. Ryzen V1000 und Epyc 3000

    AMD bringt Zen-Architektur für den Embedded-Markt

  9. Dragon Ball FighterZ im Test

    Kame-hame-ha!

  10. Für 4G und 5G

    Ericsson und Swisscom demonstrieren Network Slicing



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Samsung C27HG70 im Test: Der 144-Hz-HDR-Quantum-Dot-Monitor
Samsung C27HG70 im Test
Der 144-Hz-HDR-Quantum-Dot-Monitor
  1. Volumendisplay US-Forscher lassen Projektion schweben wie in Star Wars
  2. Sieben Touchscreens Nissan Xmotion verwendet Koi als virtuellen Assistenten
  3. CJ791 Samsung stellt gekrümmten Thunderbolt-3-Monitor vor

Lebensmittel-Lieferservices: Für Berufstätige auf dem Lande oft "praktisch nicht nutzbar"
Lebensmittel-Lieferservices
Für Berufstätige auf dem Lande oft "praktisch nicht nutzbar"
  1. Kassenloser Supermarkt Technikfehler bei Amazon Go
  2. Amazon Go Kassenloser Supermarkt öffnet
  3. ThinQ LG fährt voll auf künstliche Intelligenz ab

Ryzen 5 2400G und Ryzen 3 2200G im Test: Raven Ridge rockt
Ryzen 5 2400G und Ryzen 3 2200G im Test
Raven Ridge rockt
  1. Raven Ridge AMD verschickt CPUs für UEFI-Update
  2. Krypto-Mining AMDs Threadripper schürft effizient Monero
  3. AMD Zen+ und Zen 2 sind gegen Spectre gehärtet

  1. Netzkarte, Signalanzeige - keine Aussagekraft bei O2

    Stepinsky | 00:09

  2. Re: Bitter nötig

    dominikp | 00:05

  3. Re: Wo ist der Sinn?

    marlborobluefresh | 00:05

  4. Re: Warum sind Ports aufs PCB gelötet?

    bombinho | 21.02. 23:59

  5. Re: Bald kommt UHD+

    Gladiac782 | 21.02. 23:59


  1. 21:26

  2. 19:00

  3. 17:48

  4. 16:29

  5. 16:01

  6. 15:30

  7. 15:15

  8. 15:00


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel