• IT-Karriere:
  • Services:

Starcraft Remastered: Warum Blizzard einen Buffer Overflow emuliert

Ein Buffer Overflow in einem fast 20 Jahre alten Spiel beschäftigt Blizzard bis heute. Weil Modder den Fehler ausnutzen, um eigene Map-Welten zu entwickeln, hat das Unternehmen sechs Monate lang einen Ingenieur bezahlt, um einen Emulator für die Sicherheitslücke zu entwerfen.

Artikel von veröffentlicht am
Blizzard hat einen Sicherheitslücken-Emulator für Starcraft entwickelt.
Blizzard hat einen Sicherheitslücken-Emulator für Starcraft entwickelt. (Bild: Blizzard/Screenshot Golem.de)

Auch Spiele haben Sicherheitslücken, und Hersteller sollten sie so schnell wie möglich schließen. Eigentlich. Denn im Fall des Spieleklassikers Starcraft 1 gab es ein Problem: Ein Sicherheitspatch von Blizzard machte zugleich viele Mods unbenutzbar. Die Lösung ist ein Emulator.

Inhalt:
  1. Starcraft Remastered: Warum Blizzard einen Buffer Overflow emuliert
  2. Die Karten sind selbst komplexe Programme
  3. Jäger und Sammler von Speicheradressen
  4. Modder bauten einen eigenen Compiler

Ein Buffer-Overflow in einer Skriptfunktion für Spieleereignisse ermöglichte Moddern in Südkorea, ganz neue Spielwelten zu schaffen. Mit den sogenannten EUD-Karten bilden sie zum Beispiel Mario- oder Tower-Defence-Karten nach. Nach einem Patch aus dem Jahr 2009 funktionierten diese Mods nicht mehr, was in der Szene zu Unruhe führte. Die Community entwickelte schnell Tools, die den Patch in diesem Bereich rückgängig machen.

Mit der Veröffentlichung von Starcraft Remastered wollte Blizzard die Sicherheitssituation verbessern, ohne die Modder zu verärgern. Das gelang nicht sofort, aber mit dem Patch auf Version 1.21.0 am 7. Dezember 2017. Um die alten Karten der Modder trotz nicht mehr vorhandenem Buffer Overflow spielbar zu halten, beauftragte das Unternehmen den Reverse Engineer Elias Bachaalany, das Problem zu beheben - und den Buffer Overflow zu emulieren.

Über seine Erfahrungen damit berichtete Bachaalany, der sonst als Anti-Cheat-Ingenieur für Blizzard arbeitet, auf der Konferenz für Reverse-Engineering Recon 2018 in Brüssel. Eine der größten Herausforderungen: Die Karten sollten auch ohne Anpassungen der Ersteller weiter funktionieren, da nicht mehr alle aktiv gepflegt werden.

Buffer Overflow ermöglicht weitreichende Schreibzugriffe

Stellenmarkt
  1. DEHOGA Baden-Württemberg e. V., Stuttgart
  2. Stadtwerke München GmbH, München

Die meisten Karten nutzen einen Buffer Overflow in der Funktion Extended Unit Death (EUD). Damit können bestimmte Aktionen des Spiels durch ein Skript automatisiert werden, etwa wenn ein Held stirbt oder eine bestimmte Menge von Einheiten gestorben sind. Doch das Scripting der Modder geht weit über diese Anwendungen hinaus. Nach Angaben von Blizzard existieren rund 18.000 EUD-Karten mit ganz unterschiedlichen Funktionen. Das Spiel wird letztlich gehackt, um weitere Funktionen zu ermöglichen.

Bei einem sogenannten Out-of-Bounds-Access oder Buffer Overflow können bestimmte Funktionen eines Programms genutzt werden, um Elemente an einer Stelle in den Speicher zu schreiben, für die das ausgeführte Programm eigentlich keine Schreibberechtigung hat. Dort existieren übliche Rechtebeschränkungen des zugewiesenen Speichers oft nicht, so dass Angreifer Aktionen ausführen können, die ihnen eigentlich verwehrt bleiben sollten. Speicherfehler treten typischerweise in mit C++ programmierten Anwendungen auf, außerdem in vielen älteren Programmen und Firmware, sie gehören zu den am weitesten verbreiteten Sicherheitslücken.

Einen Missbrauch der Sicherheitslücke, die letztlich die Ausführung fremden Codes auf dem eigenen Rechner ermöglicht, soll es in all den Jahren nicht gegeben haben: "Zum Glück lieben die Spieler Starcraft so sehr, dass sie keine Viren verbreitet haben", sagte Bachaalany.

Die Community liebt Starcraft sogar so sehr, dass eigene Skriptsprachen für die Karten entwickelt wurden.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
Die Karten sind selbst komplexe Programme 
  1. 1
  2. 2
  3. 3
  4. 4
  5.  


Anzeige
Top-Angebote
  1. 49,00€
  2. 89,00€
  3. 71,71€
  4. (u. a. Asus Zenbook 14 für 1.049,00€, Lenovo Ideapad 330 für 439,00€, MSI Trident 3 für 759...

Bachsau 29. Aug 2018

und hätte Blizzard die Sicherheitslücke sofort nach bekanntwerden gepatcht, hätten sich...

elgooG 08. Feb 2018

Also unser Unternehmen kann auf über 20 Jahre alten Code zurückgreifen. Irgendwann wurde...

thorben 07. Feb 2018

DANKE. Die Begründung ist herrlich :-D Ich bin also wie C 8-)

0xDEADC0DE 07. Feb 2018

In dem Fall wird das per Mapping entschieden.

toastedLinux 07. Feb 2018

Was würdest du denn erwarten? Die Präsi von dem hätte ich mir auf jeden Fall gar nicht...


Folgen Sie uns
       


Google Stadia - Test

Beim Test haben wir verschiedene Spiele auf Stadia von Google ausprobiert und uns mit der Einrichtung und dem Zugang beschäftigt.

Google Stadia - Test Video aufrufen
Threadripper 3970X/3960X im Test: AMD wird uneinholbar
Threadripper 3970X/3960X im Test
AMD wird uneinholbar

7-nm-Fertigung, Zen-2-Architektur und dank Chiplet-Design keine Scheduler-Probleme unter Windows 10: AMDs Threadripper v3 überzeugen auf voller Linie, die CPUs wie die Plattform. Intel hat im HEDT-Segment dem schlicht nichts entgegenzusetzen. Einzig Aufrüster dürften sich ärgern.
Ein Test von Marc Sauter

  1. Via Technologies Centaur zeigt x86-Chip mit AI-Block
  2. Nuvia Apples Chip-Chefarchitekt gründet CPU-Startup
  3. Tiger Lake Intel bestätigt 10-nm-Desktop-CPUs

Cloud Gaming im Test: Leise ruckelt der Stream
Cloud Gaming im Test
Leise ruckelt der Stream

Kurz vor Weihnachten werben Dienste wie Google Stadia und Playstation Now um Kunden - mit noch nicht ganz perfekter Technik. Golem.de hat Cloud Gaming bei mehreren Anbietern ausprobiert und stellt Geschäftsmodelle und Besonderheiten vor.
Von Peter Steinlechner

  1. Apple und Google Die wollen nicht nur spielen
  2. Medienbericht Twitch plant Spielestreaming ab 2020
  3. Spielestreaming Wie archiviert man Games ohne Datenträger?

Energiewende: Grüner Wasserstoff aus der Zinnschmelze
Energiewende
Grüner Wasserstoff aus der Zinnschmelze

Wasserstoff ist wichtig für die Energiewende. Er kann als Treibstoff für Brennstoffzellenautos genutzt werden und gilt als sauber. Seine Herstellung ist es aber bislang nicht. Karlsruher Forscher haben nun ein Verfahren entwickelt, bei dem kein schädliches Kohlendioxid entsteht.
Ein Bericht von Werner Pluta

  1. Brennstoffzelle Deutschland bekommt mehr Wasserstofftankstellen
  2. Energiewende Hamburg will große Wasserstoff-Elektrolyseanlage bauen

    •  /