Die Story ist, gelinde gesagt, verwirrend
Die Geschichte dieser völlig unlustigen Parodie ist kaum nachvollziehbar: Luke und Leia müssen ihren Planeten verlassen, Han Solo soll sie fliegen, aber Darth Vader zwingt das Schiff mit der Macht wieder zum Landen. Ein imperialer Offizier wird von Chewbacca verhaftet und Darth Vader flieht, droht aber, wiederzukommen.
All das ist nur der Katalysator für Tanz- und Gesangseinlagen. Und man muss sagen: Die Strumtruppler tanzen besser, als sie schießen. Die Choreographie zu Get Ready von den Temptations stimmt.
Neben den Sturmtrupplern gibt es noch ein paar Kolleginnen, deren weiße Kostüme mit Star Wars aber nicht viel zu tun haben. Vermutlich waren sie nur dabei, weil die Show ein Tänzerinnen-Ensemble hatte und es in jeder Sendung einsetzen wollte.
Die Osmond-Geschwister spielen Luke und Leia – was im Rückblick amüsant ist, denn damals wusste noch niemand, dass Luke und Leia auch Geschwister sind. Gerade Marie Osmonds Optik als Leia ist gut.
Außerdem ist Redd Foxx als Obi-Ben Okefenokee dabei und gibt weise, aber kryptische Sprüche zum Besten. Als Obi-Wan-Ersatz ist er kaum zu ertragen. Paul Lynde ist der imperiale Offizier, der verhaftet wird. Sein Spiel ist eines für die letzte Reihe, er ist ein Meister der Übertreibung.
Han Solo mit Helm
Kris Kristofferson trägt als Han Solo seinen charakteristischen Bart. Außerdem hat er einen Helm, der wohl an einen Sturmtruppler-Helm erinnern soll, aber keiner ist.
Was man sich dabei gedacht hat? Das wird nie geklärt, aber da Kristofferson nicht im Mindesten nach Han Solo aussieht, ist das auch schon egal. Und: Neben der typischen Han-Solo-Kluft hat er auch noch einen Sturmtruppler-Gürtel. Ach ja, natürlich singt er.
Das Ganze ist nicht ohne Charme. Zumindest wenn man Trashfilme mag. Man beachte nur, wie sich, wenn Luke, Leia und die anderen das Raumschiff betreten, die Luke hinter ihnen schließt und alles wackelt, als befände man sich in einem Ed-Wood-Film. Dem Kultregisseur der 50er Jahre war auch egal, wenn eine Kulisse wackelte. Szene im Kasten, auf zur nächsten Szene.
Insgesamt übel
Zudem kann man sich die Show als Reise in die Vergangenheit anschauen. Varietéshows wie diese gibt es heutzutage nicht mehr im Fernsehen, in den 70ern waren sie aber nicht nur in den USA populär.
Man sollte aber auch nichts beschönigen: Ingesamt ist die Parodie wirklich übel. Was dennoch für sie spricht ist, dass man sich den ganzen Spuk in gut zwölf Minuten ansehen kann. Beim Holiday Special muss man viel länger durchhalten.
Interessant ist die Parodie heutzutage noch, weil Anthony Daniels und Peter Mayhew daran teilhatten und weil Lucasfilm oder 20th Century Fox das Ganze unterstützt hat. Jetzt würde Disney wohl nicht mehr zulassen, dass das wertvolle Star-Wars-Trademark mit derartiger Unterhaltung geschmäht wird.
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| Star Wars zum Augenauskratzen: Schlimmer als das Holiday Special - aber immerhin kürzer |
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Ist ein Osteried- Artikel, was willste erwarten
von einem Talkshow-Moderator, Musikproduzent, Songwriter und Schauspieler. Steht bei...
Das Holiday Special lag doch zu Weihnachten in Disney+, wird das schon als Giftschrank...
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