Zum Hauptinhalt Zur Navigation Zur Suche

Star Wars: Zero-Company-Macher schickt Großteil des Teams in unbezahlten Urlaub

Trotz guter Verkaufszahlen und starker Kritiken: Beim dem Team hinter Star Wars – Zero Company arbeitet nur noch eine Rumpfmannschaft.
/ Peter Steinlechner
2 Kommentare Auf Google folgen (öffnet im neuen Fenster)
Artwork aus Star Wars - Zero Company (Bild: Bit Reactor)
Artwork aus Star Wars - Zero Company Bild: Bit Reactor

Eigentlich könnte bei Bit Reactor gerade gefeiert werden. Das erste Spiel des 2021 gegründeten Studios erhält hervorragende Kritiken (Test auf Golem) und hat sich nach der Veröffentlichung an die Spitze der Steam-Verkaufscharts gesetzt. Allerdings: Ein großer Teil der Menschen, die Star Wars Zero Company entwickelt haben, bekommt derzeit kein Gehalt.

Bereits einige Wochen vor der Veröffentlichung beurlaubte Bit Reactor einen Großteil seiner Belegschaft. Wie Game File berichtet(öffnet im neuen Fenster), bestätigte das Studio die Maßnahme, nannte aber keine Zahl. Laut einer Quelle sind rund 80 Prozent des Teams betroffen.

In Gerichtsunterlagen zu einem Streit zwischen den Studio-Mitgründern sei davon die Rede, dass "die meisten" Beschäftigten beurlaubt und Verträge mit externen Mitarbeitern beendet worden seien. Auf der aktiven Gehaltsliste soll derzeit nur noch eine Rumpfmannschaft stehen, die sich unter anderem um Fehler in Zero Company kümmert.

Grund sind offenbar finanzielle Probleme. Bit Reactor soll kurz vor der Veröffentlichung seines ersten Spiels einen Großteil seiner finanziellen Mittel aufgebraucht haben. Eine solche Beurlaubung ist nicht dasselbe wie eine Entlassung: Die Betroffenen bleiben formal beschäftigt, erhalten während dieser Zeit aber kein Gehalt.

EA und Disney wohl nicht an Beurlaubungen beteiligt

Die Entscheidung sei allein vom Studio getroffen worden, Publisher Electronic Arts und Lizenzgeber Disney seien nicht daran beteiligt gewesen. Bit Reactor bezeichnet die Beurlaubungen als schwierige Entscheidung, die getroffen worden sei, bevor der Erfolg von Zero Company absehbar war.

Das Studio hofft nach eigenen Angaben, abhängig vom weiteren Geschäftserfolg wieder Mitarbeiter mit regulärer Bezahlung zurückholen zu können. Ob tatsächlich alle Betroffenen zurückkehren können, ist nicht klar.

Kritik gibt es auch aus dem Umfeld des Studios. Der ehemalige Senior Technical Artist Zachariah Scott wirft Bit Reactor vor, die Beurlaubungen während der öffentlichen Feierlichkeiten zum erfolgreichen Start verschwiegen zu haben.

Scott, der das Studio im Mai nach einem laut Game File konfliktreichen Ausscheiden verlassen hatte, sagte dem Magazin, er habe mit fast einem Dutzend Beschäftigten gesprochen. Diese seien deutlich weniger zuversichtlich, dass letztlich alle Beurlaubten ihre Stellen zurückbekommen.

Personalabbau rund um die Veröffentlichung eines Spiels ist in der Spielebranche keine Seltenheit. Zuletzt kündigte etwa Ubisoft Barcelona trotz des erfolgreichen Starts von Assassin's Creed Black Flag Resynced die Entlassung von 51 Mitarbeitern an, von denen viele an dem Spiel gearbeitet hatten. Auch Supermassive Games, bekannt für Until Dawn, kündigte im August den Abbau von bis zu 75 Stellen an – nur wenige Monate nach der Veröffentlichung von Directive 8020.


Relevante Themen