Teils für andere Serien ausgeschlachtet
Es wurde mit fünf Millionen Dollar pro Folge gerechnet, was damals ein außergewöhnlich hohes Budget war. Allerdings muss man bedenken: Die Serie sollte in einer Dreiviertelstunde das bieten, was die großen Filme hatten – mit visuellen Effekten, entsprechenden Set-Designs, Kostümen und digitalen Effekten. Also allem, wofür man bei einem Film Jahre und ein hohes Budget hatte. Bei Star Wars: Underworld hätte man jede Woche einen Minifilm präsentieren müssen.
Letztlich wurde die Serie auf Eis gelegt, als George Lucas klar wurde, dass kein Sender gewillt sein würde, das Geld springen zu lassen, das für eine Serie wie diese vonnöten war – Star Wars hin oder her. Im Grunde hätte die Serie günstig sein müssen, aber nicht so aussehen dürfen. Ein Ding der Unmöglichkeit.
Als Lucas bewusst wurde, dass er die Serie nicht würde umsetzen können, begann er, Geschichten und Elemente in der Animationsshow Star Wars: The Clone Wars unterzubringen. Das sind kleinere Elemente wie die Transportröhre von den höheren Bereichen Coruscants hinunter zur Unterwelt, die für die Animationsserie übernommen wurde.
Auch das Pyke-Syndikat wurde eigentlich für Star Wars: Underworld entwickelt. Das sind Helme tragenden Gangster, die dann in Star Wars: The Clone Wars auftauchten und noch später eine wichtige Rolle in Das Buch von Boba Fett spielten.
Und jetzt?
Von den vorhandenen Drehbüchern geriet aber nie eines an die Öffentlichkeit. Ebenso wenig wurden Konzeptzeichnungen veröffentlicht. Und mit dem Verkauf von Lucasfilm an Disney kurz nach dem Ende der Bemühungen um Star Wars: Underworld scheint die Show für alle Zeiten beerdigt zu sein.
Was insofern erstaunlich ist, als die Drehbücher existieren und Disney gehören. Mit der heutigen Technik wäre es doch ein Leichtes, Star Wars: Underworld wiederzubeleben. Das letzte Stück Star Wars, an dem George Lucas direkt beteiligt war – das ist doch eigentlich pures Publicity-Gold.