Star Wars - The Bad Batch: Die Schaden-Charge hat jetzt ihre eigene Serie

Achtung Spoiler! Wer nichts über die Handlung von Star Wars: The Bad Batch wissen möchte, sollte hier nicht weiterlesen.
Dave Filoni(öffnet im neuen Fenster) hat das Vertrauen der Star-Wars-Fans. Und zwar nicht erst seit The Mandalorian , sondern schon seit The Clone Wars und Rebels, zwei computeranimierten Serien, die inhaltlich aufbrachen, was im Star-Wars-Universum möglich ist – nämlich weit mehr, als in den Filmen geboten wurde.
Nun hat der Regisseur und Drehbuchautor mit Star Wars: The Bad Batch die nächste Animationsserie kreiert. Im Mittelpunkt steht die Kloneinheit 99, experimentelle Klone mit nützlichen Mutationen, die sie zu ultimativen Kriegern machen, und die gewöhnlichen Klon-Soldaten überlegen sind.
Bekannt ist die aus Hunter, Wrecker, Tech, Crosshair und Echo bestehende Gruppe aus der siebten Staffel von Star Wars: The Clone Wars(öffnet im neuen Fenster) . Nun haben sie ihre eigene Serie – und wenn man den Auftakt als Indikator nimmt, wird man mit der "Schaden-Charge", wie sie sich selbst manchmal nennt, noch lange Spaß haben.
Serie beginnt nach den Klonkriegen
Der Auftakt der Serie ist mit einer 72-minütigen Folge schön episch. Sie setzt am Ende der Klonkriege ein, als Imperator Palpatine die Order 66 verkündet und die Klone sich gegen Kaleb Dumes Meisterin stellen. Kaleb(öffnet im neuen Fenster) , ihr junger Padawan, kann fliehen, weil Hunter ihn entkommen lässt. Denn die Schaden-Charge ist derart anders, dass sie nicht auf die Inhibitor-Chips anspringt, die den Klonkriegern eingepflanzt wurden, um ihr Verhalten zu kontrollieren. Einzige Ausnahme ist Crosshair, der Scharfschütze der Gruppe, der Hunters Entscheidungen immer wieder in Frage stellt.

Es ist eine gute Entscheidung der Serienmacher, direkt zum Ende der Klonkriege einzusetzen und aus dem Blickwinkel von (fast) ganz normalen Soldaten zu zeigen, wie die ersten Tage und Wochen des neuen Imperiums aussehen. Im Kern befasst sich die Serie mit den Hauptfiguren der Einheit 99, es geht aber um weit mehr als das.
So erleben die Zuschauer schon in der ersten Folge mit, wie Admiral Tarkin den Wert einer Klonarmee in Frage stellt – und zwar nicht so sehr ihrer Effizienz wegen, sondern weil zwangsrekrutierte Soldaten einfach sehr viel günstiger sind. Damit eröffnet sich ein weiterer Handlungsstrang, der mit Kamino und den Schöpfern der Klone zu tun hat. Mehr als Andeutungen gibt es hier noch nicht, aber auf Kamino scheint man skeptisch zu sein, was man von diesem neuen Imperium halten soll.
Gegner in den eigenen Reihen
Alle Mitglieder von 99 mit Ausnahme von Echo sind fehlerhafte Klone. Es gibt aber noch einen weiteren: ein Mädchen namens Omega, von dem man nicht weiß, zu welchem Zweck es auf Kamino erschaffen wurde. Da Omega aber gut mit Hunter und den anderen auskommt, wird sie von ihnen mitgenommen, als die Entscheidung fällt, dass sie nicht länger für das Imperium tätig sein können.
Diese Entscheidung ist keine leichtfertige. Sie ergibt sich vielmehr organisch aus der Geschichte heraus, als Tarkin die Einheit auf Aufständische hetzt, die mehrheitlich aus Frauen und Kindern bestehen. Das ist der moralische Knackpunkt und der Moment, der endgültig einen Keil in die Einheit 99 treibt. Denn einer von ihnen reagiert eben auf den Inhibitor, er stellt die Befehle des Imperiums nicht in Frage.
Das ist ein cleverer Schachzug, da die Loyalität dieses Klons im Verlauf der Geschichte noch gestärkt wird und seine ehemaligen Freunde damit einen wiederkehrenden Gegner haben, der mit reichlich Hintergrund daherkommt. Jeder andere Gegner, der sie konstant verfolgt hätte, wäre einfach nur ein Imperialer gewesen. Einen aus der Gruppe zum Antagonisten zu machen, gestaltet die ganze Angelegenheit weit emotionaler.
Gastauftritte von Figuren anderer Star-Wars-Serien
Viele Filme und Serien des Star-Wars-Universums sind sehr eng miteinander verzahnt. Das ist auch bei Star Wars: The Bad Batch der Fall. Schon in den ersten Minuten begegnen die Zuschauer Caleb Dume, aus dem schließlich der Jedi Kanan aus Star Wars Rebels wird.
Außerdem ist nicht nur Tarkin dabei, auch der aus Star Wars: The Clone Wars bekannte Saw Gerrera(öffnet im neuen Fenster) hat einen Auftritt. Hier erlebt man quasi dessen Anfang mit – also wie aus einem Kämpfer für die Republik ein Rebell gegen das Imperium wurde.
Im weiteren Verlauf der Serie wird auch Fennec Shand(öffnet im neuen Fenster) dabei sein. Sie lernten die Zuschauer in dem zeitlich später spielenden The Mandalorian kennen. In mindestens drei Folgen von Star Wars: The Bad Batch wird sie dabei sein, gesprochen von Ming-Na Wen, die sie auch in The Mandalorian spielt.
Erstmals steht die frühe Zeit des Imperiums im Zentrum
Star Wars: The Bad Batch spielt in einer Phase der Star-Wars-Geschichte, die bisher kein Film und keine Serie aufgegriffen hat. Somit ist erstmals zu sehen, wie das Imperium sich anschickt, die ganze Galaxie unter seine Kontrolle zu bekommen, und welche Schritte dafür nötig sind.
Das verleiht der Serie etwas Einzigartiges, auch wenn das grundsätzliche Konzept so etwas wie "Das A-Team mit Klonen" ist: Die Schaden-Charge zieht sich nicht einfach aufs ruhige Altenteil zurück, sondern startet eine eigene Form von Rebellion. Die Möglichkeiten, in welche Richtung die sich diese Serie über die nächsten Jahre entwickeln kann, sind dabei fast endlos – zumal mit dem Mädchen Omega auch ein mysteriöses Element Einzug hält, das es zudem erlaubt, die Klone von Einheit 99 in anderer, praktisch väterlicher Rolle zu zeigen.
Erste Staffel hat 14 Folgen
Star Wars: The Bad Batch startet am 4. Mai bei Disney+. Natürlich wurde der Star-Wars-Tag(öffnet im neuen Fenster) für das Debüt ausgesucht. Schon drei Tage später gibt es die nächste Folge, danach folgt jeden Freitag eine neue. Die erste Staffel besteht aus 14 Episoden.
In der englischen Fassung spricht Dee Bradley Baker alle Klone, im Deutschen hat man mit Martin Keßler den Sprecher, der schon Jango Fett in Star Wars: Episode II – Angriff der Klonkrieger die Stimme geliehen hat. Er macht seine Arbeit auch hier sehr gut und gibt jeder der Figuren von Einheit 99 stimmlich eine eigene Identität.
Die Serie selbst bietet das, was man schon von Star Wars: The Clone Wars kennt: große epische Abenteuer mit tollen Charaktermomenten. Kein Star-Wars-Fan sollte sich die Show entgehen oder von dem Umstand abhalten lassen, dass hier auf Animation und nicht auf Live-Action gesetzt wird.