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Plotrüstung so dick wie Beskar

Tatsächlich ist Mauls Team nur deswegen so erfolgreich, weil die Macher ihm eine dicke Plotrüstung verpasst haben. Mal dringen sie in eine hochgerüstete Polizeistation ein, mal wehren sie endlose Wellen an Sturmtruppen, Landungsschiffen und Speeder-Bikes ab.

Das geht sogar so weit, dass Mauls gesamte Einheit auf einer Brücke ohne Deckung und Ausweg mit einer Unterzahl von hundert zu eins umzingelt ist und dann auch noch gegen zwei machtbegabte Inquisitoren kämpfen muss. Am Ende entkommt sie natürlich fast vollzählig aus diesem Kampf.

Solche Scharmützel ohne wirkliche Konsequenzen gibt es in Maul – Shadow Lord zuhauf. Oft läuft es dabei so ab, dass der Sith sich mühelos durch Dutzende Deppen schlägt – Hauptsache, es gibt Lichtschwertbrummen und Laser-Pew-Pew. Das baut weder Spannung noch Charakterentwicklung auf und ist nach dem x-ten Mal einfach nur langweilig.

Es scheinen tolle Charaktere durch

Das ist besonders schade, als Shadow Lord in einigen Elementen Filonis Talent für Figuren durchscheinen lässt. Da wären etwa ein ehemaliger Jedi-Meister und seine Schülerin, die Mauls Bekehrungsversuchen zur dunklen Seite der Macht widerstehen muss. Hier wird mit dem Konflikt gespielt, der gutmütige Menschen in einem oppressiven, böswilligen Regime ereilt. Vor allem der Gewissenskampf der jungen Twi'Lek bleibt spannend und macht Lust auf mehr.

In wenigen Szenen bekommen wir zudem das Grauen und die Trauer mit, die Maul vor allem in seiner Kindheit im Dienste Palpatines erfuhr. Es ist schade, dass die Serie diese Facetten der Hauptfigur kaum erkundet und stattdessen wieder mehr Action zeigt.

Maul macht zudem das, was viele Star-Wars-Serien vorher gemacht haben: Der offensichtlich böse Maul wird abgeschwächt, indem nach einiger Zeit das Imperium als generischer Antagonist aufschlägt und den Sternenzerstörer direkt über der Stadt parkt.

Die Antagonisten sind komplett seelenlos, ihr Anführer guckt ständig böse und ihre Handlanger, selbst die lichtschwertschwingenden Inquisitoren, tragen allesamt Helme und taugen nur als Kanonenfutter.

Tolle Animation, exzellenter Sound

Rein visuell ist die Serie vor allem in den für Star Wars typischen Totalen am Anfang einer Szene sehr beeindruckend. Besonders die an alte Matte Paintings erinnernde Hintergrundkunst mit schmutzigen Hochhäusern, rauchenden Schloten und fliegenden Autos ist sehenswert.

Der Animationsstil erinnert an The Clone Wars und Rebels. Er ist anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, funktioniert aber vor allem in den vielen Actionszenen gut. Das gilt natürlich auch für das exzellente Sound- und Musikdesign, ebenso wie für die guten englischen Synchronsprecher.

Die vielen belanglos wirkenden Actionsequenzen, die teils langweiligen Charaktere und der mangelhafte Ausbau des namensgebenden Protagonisten machen Maul – Shadow Lord zu einer unterhaltsamen, aber insgesamt eher für Hardcore-Fans interessanten Star-Wars-Serie, die ab dem 6. April 2026 im Wochentakt auf Disney+ erscheint. Vielleicht hätte Maul auch besser im Reaktor von Naboo liegenbleiben sollen.


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