Zum Hauptinhalt Zur Navigation

Star Wars, Marvel und Co. in KI-Systemen: Disney wirft Google "massive" Urheberrechtsverletzungen vor

In einer Unterlassungserklärung von Disney an Google heißt es, dass deren KI-Systeme in "massivem Ausmaß" Urheberrechte missachteten.
/ Ingo Pakalski
5 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)
Der Konflikt um KI-Inhalte zwischen Disney und Google spitzt sich zu. (Bild: Manoli Figetakis/Getty Images)
Der Konflikt um KI-Inhalte zwischen Disney und Google spitzt sich zu. Bild: Manoli Figetakis/Getty Images

Schwere Vorwürfe von Disney gegen Google: Disney schickte in dieser Woche eine Unterlassungserklärung an Google und warf dem Unternehmen vor, die eigenen KI-Systeme mit urheberrechtlich geschützten Inhalten zu trainieren. Zudem sollen Google-Produkte es ermöglichen, rechtswidrige Bilder und Videos zu generieren.

Der Brief liegt dem Magazin Variety(öffnet im neuen Fenster) vor und enthält Beispiele für Bilder aus mehreren Disney-Produktionen, die mit Googles KI-Werkzeugen reproduziert wurden. So sind KI-generierte Bilder von Darth Vader aus dem Star-Wars-Universum, Deadpool aus dem Marvel-Bereich, Homer Simpson aus der TV-Serie sowie Elsa aus den Disney-Produktionen rund um die Eiskönigin aufgeführt.

"Google verletzt Disneys Urheberrechte in großem Stil, indem es ohne Genehmigung einen großen Teil von Disneys urheberrechtlich geschützten Werken kopiert, um generative Modelle und Dienste der künstlichen Intelligenz (KI) zu trainieren und zu entwickeln, und indem es KI-Modelle und -Dienste nutzt, um Kopien seiner geschützten Werke unter Verletzung der Urheberrechte von Disney kommerziell zu verwerten und an Verbraucher zu vertreiben" , heißt es in dem Schreiben.

Disney-Figuren werden in Googles KI-Tools verwendet

Disney wirft Google eine aktive Unterstützung bei der Verbreitung urheberrechtlich geschützter Inhalte vor. So heißt es: "Google agiert wie ein virtueller Verkaufsautomat, der in der Lage ist, Kopien von Disneys wertvoller Bibliothek urheberrechtlich geschützter Figuren und anderer Werke in großem Umfang zu reproduzieren, darzustellen und zu verbreiten."

Dabei seien viele der "rechtsverletzenden Bilder mit dem Gemini-Logo von Google versehen" und dies erwecke den falschen Eindruck, "dass die Nutzung von Disneys geistigem Eigentum durch Google von Disney autorisiert und gebilligt ist" .

In dem Brief geht es auch um Figuren aus Der König der Löwen, Vaiana, Arielle, die Meerjungfrau, Toy Story, Guardians of the Galaxy, Brave, Ratatouille, Monster AG, Lilo & Stitch, Alles steht Kopf sowie viele weitere Figuren der Marken Star Wars und Marvel.

Disneys Forderungen an Google

Disney äußerte nach eigenen Aussagen in den vergangenen Monaten immer wieder Bedenken gegenüber Google, ohne dass der Konzern reagiert und etwas gegen die Urheberrechtsverstöße unternommen habe. Disney verlangt in dem Schreiben, dass Google "die weitere Vervielfältigung, öffentliche Darstellung, öffentliche Aufführung, Verbreitung und Erstellung abgeleiteter Werke von Disneys urheberrechtlich geschützten Figuren" unverzüglich einstelle.

Dies gelte für alle "KI-Dienste von Google" und decke auch die "mobile App von Youtube, Youtube Shorts und Youtube" ab. Zudem wird Google aufgefordert, "unverzüglich wirksame technische Maßnahmen innerhalb der KI-Dienste" zu integrieren, damit sichergestellt werde, "dass künftige Ergebnisse keine Werke von Disney verletzen" .

Google gab dem Magazin dazu eine Stellungnahme: "Wir pflegen seit langem eine für beide Seiten vorteilhafte Beziehung zu Disney und werden diese auch weiterhin fortsetzen. Generell nutzen wir öffentliche Daten aus dem offenen Internet, um unsere KI zu entwickeln, und haben zusätzliche innovative Urheberrechtskontrollen wie Google-Extended und Content ID für YouTube eingerichtet, die Websites und Urheberrechtsinhabern die Kontrolle über ihre Inhalte ermöglichen."

Weitere Rechtsstreitigkeiten und eine Einigung

Disney schickte im September 2025 einen ähnlichen Brief an Character.AI und verklagt derzeit Hailuo und Midjourney wegen angeblicher Urheberrechtsverletzungen .

Während der Konflikt mit den anderen KI-Unternehmen läuft, traf Disney eine Vereinbarung mit OpenAI . Mit einer Investition von 1 Milliarde US-Dollar von Disney in OpenAI darf das KI-Werkgzeug Sora mehr als 200 Charaktere aus dem Disney-Universum für drei Jahre nutzen. Dazu gehören Figuren aus den Bereichen Star Wars, Marvel, Pixar und Disney.


Relevante Themen