Star Wars: Die Filme und Serien, die nicht kamen

Das Star-Wars-Universum ist in den letzten Jahren mit verschiedenen Serien stark angewachsen. Ursprünglich kündigte Disney aber weit mehr Kinoprojekte an, bevor der Fokus auf Disney+ und Serien verlagert wurde.
Sowohl fürs Kino als auch fürs Fernsehen wurden Projekte entwickelt, die nun ins Reich des Was-wäre-wenn gehören. Wir geben einen Überblick über das Star Wars, das hätte sein können, aber nicht war – und das fing schon in den siebziger Jahren an.
Ein Roman als Vorlage: Splinter of the Minds's Eye
George Lucas war vor dem Kinostart von Star Wars: Episode IV nicht sicher, ob sein Film erfolgreich sein würde. Der Schriftsteller Alan Dean Foster wurde angeheuert, um eine Adaption des Films zu schreiben – für den Fall, dass Lucas den geplanten zweiten Teil nicht machen konnte, aber genügend Geld für eine Low-Budget-Fortsetzung eingespielt worden wäre. Foster sollte mit Splinter of the Mind's Eye(öffnet im neuen Fenster) (in Deutschland: Die neuen Abenteuer von Luke Skywalker) eine Geschichte schreiben, die günstiger umzusetzen war.
Letztlich machte der Erfolg diese Überlegungen zunichte. Den Roman gibt es jedoch. Darin suchen Luke und Leia auf dem Planeten Mimban nach dem Kaiburr-Kristall, einer Reliquie, die die Macht eines Jedi steigern soll. Aus dieser Idee wurde im Kanon später der Kyber-Kristall, der für die Lichtschwerter benutzt wurde.
Noch frühere Prequels
Im Gespräch mit IGN(öffnet im neuen Fenster) enthüllte Produzent Gary Kurtz, dass George Lucas schon im Jahr 1981 daran dachte, eine Prequel-Trilogie zu produzieren, die noch inmitten oder kurz nach dem Ende der eigentlichen Trilogie in Angriff genommen werden sollte.
Sein Plan sah vor, von den Klonkriegen zu erzählen, aber auch von der Formierung des Jedi-Ordens. Im späteren Prequel Die dunkle Bedrohung war die Idee der Klonkriege noch vorhanden, der Jedi-Orden aber eine seit Jahrhunderten etablierte Organisation. Letztlich verlegte Lucas jedwede Planung für die Prequels in die Zukunft, weil der Abschluss der Ur-Trilogie immer aufwendiger wurde.
Die erste Live-Action-Serie: Star Wars: Underworld
Underworld, dem wir einen eigenen Artikel gewidmet haben , hätte die erste Live-Action-Serie werden sollen. Sie wurde 2005 angekündigt, einige Jahre gingen in die Entwicklung, Drehbücher wurden geschrieben, Testaufnahmen wurden gemacht.
100 Episoden sollten es werden, wie es im Jahr 2012 hieß, aber die Kosten für eine Star-Wars-Serie waren damals noch utopisch hoch. Darum wurde das Projekt zu Grabe getragen. Im Grunde wartet man heute darauf, dass es wiederbelebt wird. Schließlich gibt es jede Menge Drehbücher, die sich mit der Unterwelt von Star Wars befassen.
Lucas' Sequels, Duel of the Fates und Boba Fett
Lucas' Sequels: die Episoden VII bis IX
Bevor George Lucas seine Firma Lucasfilm im Jahr 2014 an Disney verkaufte, befand er sich in der Entwicklung der Sequel-Trilogie. Er hatte die Story schon einigermaßen entwickelt und übergab das Material auch Disney. Dort entschied man jedoch, in eine andere Richtung zu gehen.
Bei Lucas hätte es zu Beginn von Episode VII(öffnet im neuen Fenster) 50 bis 100 Jedi gegeben, die die Regentschaft des Imperiums überlebt hatten und nun den Orden neu aufbauten, während Leia die Anführerin der Neuen Republik gewesen wäre.
Lucas wollte davon erzählen, wie die Galaxie nach dem Ende des Imperiums ins Chaos verfiel und wie ein wiederbelebter Darth Maul ein Verbrechersyndikat lenkt, während Luke mit den überlebenden Jedi an einem Neustart des Jedi-Ordens arbeitet.
Er wollte sich auch mehr mit den Midi-Chlorianern befassen, die er in der Prequel-Trilogie eingeführt hatte und deren Wert in einem Organismus bestimmt, wie machtaffin jemand ist. Bei Lucas hätte Han Solo sterben sollen und Luke hätte als Einsiedler gelebt. Einige dieser Details finden sich in der Disney-Sequel-Trilogie auch, aber anders, als Lucas das wohl umgesetzt hätte.
Die eigentliche Episode IX: Colin Trevorrows Duel of the Fates
Die Sequel-Trilogie sollte von J. J. Abrams, Rian Johnson und Colin Trevorrow inszeniert werden. Abrams und Johnson kamen zum Zug, Trevorrow stieg 2017 aus – wegen "kreativer Differenzen" . Disney war wohl mit dem Skript nicht zufrieden, das er abgeliefert hatte.
Das Drehbuch wurde später geleakt.(öffnet im neuen Fenster) Darin erzählte Trevorrow, wie die Erste Ordnung die Kommunikation zwischen Planeten lahmlegt. Der Widerstand hätte für die Freiheit der Galaxie kämpfen und die Hauptbasis der Ersten Ordnung auf Coruscant angreifen sollen. Finn hätte eine Armee von desertierten Sturmtrupplern zusammengestellt, während Rey zum Planeten Mortis aufgebrochen wäre, um sich dort ein für allemal Kylo Ren zu stellen.
Nach Snokes Tod in Episode VIII wäre Kylo Ren der Hauptschurke gewesen. Es sollte enthüllt werden, dass er Reys Eltern umgebracht hat. Palpatine wäre erwähnt, aber nicht wiederbelebt worden.
Rey kann Kylo besiegen, wird im Kampf jedoch geblendet. Kylo hätte wie Vader am Ende einen Erweckungsmoment gehabt, der ihn von der Dunklen Seite der Macht gelöst hätte. Er hätte mit seiner Lebenskraft Rey gerettet, die sich später Rey Solana nennt und damit beginnt, den Jedi-Orden neu zu erbauen, aber anders, da sie die helle und die dunkle Seite der Macht kombinieren will.
Der Kopfgeldjäger: Boba Fett
Mit Rogue One: A Star Wars Story begann eine Initiative, die verschiedene für sich stehende Filme bringen sollte. Ein weiteres Projekt war der Han-Solo-Film, aber als der sich als finanzielle Enttäuschung erwies, verschob sich der Fokus bei Lucasfilm.
Bis dahin war geplant, Boba Fett einen eigenen Film zu geben. Josh Trank hätte die Regie führen sollen, stieg aber aus, weil er wusste, dass Disney ihn feuern wollte. James Mangold wurde als Autor und Regisseur zum Projekt gebracht. Er entwickelte die Geschichte, Ende 2018 wurde der Film jedoch gecancelt.
Boba Fett tauchte dann in der Serie The Mandalorian auf und erhielt mit Das Buch von Boba Fett seine eigene Serie.
Mos Eisley, Rangers und Obi-Wan Kenobi
Der verkommene Raumhafen: Mos Eisley
Im Jahr 2018 gab es Berichte(öffnet im neuen Fenster) darüber, dass ein Mos-Eisley-Film in Entwicklung sei, als Teil der A-Star-Wars-Story-Bewegung. Als diese Anthologie-Filme jedoch samt und sonders beendet wurden, erwischte es auch dieses Projekt.
Worum es gegangen wäre, ist unbekannt. Wir erinnern uns an Obi-Wan Kenobi in Episode IV, der sagte: "Mos-Eisley-Raumhafen. Nirgendwo wirst du mehr Abschaum und Verkommenheit versammelt finden als hier." Das könnte durchaus die Basis für einen Film sein.
Guillermo del Toros Star-Wars-Film: The Rise & Fall of Jabba the Hutt
Im September 2023 sprach Guillermo del Toro darüber, dass er einmal Gespräche mit Lucasfilm geführt habe, um einen Star-Wars-Film zu machen. Er deutete erst nur an, worum es sich handeln sollte.
Letztlich wollte er einen Film über den Aufstieg und Fall von Jabba the Hutt , dem Schurken aus Die Rückkehr der Jedi-Ritter, machen. Er entwickelte ein Skript, das Lucasfilm aber nicht gefiel. Für del Toro ist es eines von Dutzenden Drehbüchern, die nie umgesetzt werden.
Die Star-Wars-Trilogie der Game-of-Thrones-Macher
Nach dem Ende von Game of Thrones hieß es, dass David Benioff und D. B. Weiss eine neue Trilogie entwickeln, die nichts mit der Skywalker-Saga zu tun hat. Der Film sollte entweder in der weit entfernten Zukunft oder Vergangenheit spielen, aber Details über die Geschichte kamen nie ans Licht.
Nach der Ankündigung 2018 stiegen Benioff und Weiss schon 2019 aus dem Projekt aus, da sie einen umfassenden Entwicklungsdeal mit Netflix eingingen, aus dem 3 Body Problem hervorging.
Gina Carano vergeigt es: Rangers of the New Republic
Aus The Mandalorian sollte die Spin-off-Serie Rangers of the New Republic hervorgehen. Der Fokus der Serie hätte auf Cara Dune gelegen, die von Gina Carano gespielte Figur, die mit Din Djarin gekämpft hatte.
Dune hätte im Outer Rim aktiv werden sollen, denn dort erhoben sich Überreste des Imperiums und versuchten, zu neuer Stärke zu finden. Die Serie wurde angekündigt, dann lieferte Carano ein paar Entgleisungen in den sozialen Medien und Disney entschied, nicht mit ihr zusammenzuarbeiten. Elemente der geplanten Serie fanden sich in der dritten Staffel von The Mandalorian wieder.
Wieder in Entwicklung: Rogue Squadron
2020 wurde Rogue Squadron(öffnet im neuen Fenster) angekündigt, ein Film von Patty Jenkins, in dem eine neue Generation von X-Wing-Piloten vorgestellt wird – wohl zu einem etwas später angesiedeltem Zeitpunkt. Das Skript wurde mehrmals umgeschrieben, im März 2023 hieß es dann, dass die Entwicklung eingestellt worden sei. Ein Jahr später nahm man sie wieder auf, mit Patty Jenkins am Ruder. Ob der Film nun aber wirklich kommt?
Vom MCU zu Star Wars: Kevin Feiges Film
Im Jahr 2019 hieß es, dass Kevin Feige, der die Geschicke des Marvel Cinematic Universe lenkt, einen Star-Wars-Film produzieren werde. Michael Waldron wurde als Autor genannt. Er sagte auch, dass der Film in einer eigenen Nische des Star-Wars-Universums spielen würde.
Vier Jahre später wurde bekannt gegeben, dass der Film nicht produziert wird. Von Lucasfilm hieß es gar, die Berichte darüber seien stark übertrieben worden, da das Projekt über das früheste Produktionsstadium nie hinausgekommen sei.
Von Lost zu Star Wars: Damon Lindelofs Film
Auch Damon Lindelof sollte ein Drehbuch für Lucasfilm schreiben. Die Idee war, eine Geschichte zu erzählen, die viele Jahre nach den Sequels spielt und zeigt, wo Rey und der Jedi-Orden jetzt stehen.
Lindelof siedelte die Geschichte 60 Jahre nach Episode IX an, womit man Rey neu hätte besetzen müssen. Lucasfilm gefiel die Idee nicht, Lindelof stieg aus und ein Rey-Film von Steven Knight und Sharmeen Obaid-Chinoy wurde angekündigt – mit Daisy Ridley als noch immer junger Rey .
Obi-Wan Kenobi im Kino
Auch eine Filmtrilogie mit Obi-Wan-Kenobi war geplant. Autor Stuart Beattie sprach jüngst über seine Pläne(öffnet im neuen Fenster) . Er schlug Lucasfilm eine neue Trilogie vor, gegen die sich Lucasfilm entschied und lieber eine neue Serie produzierte.
Beattie wollte davon erzählen, wie Obi-Wan und Vader sich zwischen Episode III und IV treffen. Bei Beattie wäre Obi-Wan eine deutlich gebrochenere Figur gewesen, jemand, der von Schuld geplagt wird. Er hätte Luke schon als Kind trainiert, aber als der Junge vier Jahre alt wurde, wurde Obi-Wan klar, dass er seine Verbindung zur Macht verloren hat und Luke nicht länger trainieren kann.
Er zieht sich also zurück, aber das Imperium erscheint auf Tattooine, weswegen der alte Jedi die Welt verlässt und Zuflucht in einer Weltraumstation sucht. Hier trifft er jedoch Flüchtlinge, die eine Verbindung zur Macht haben und ihm helfen, sie selbst wieder zu finden.
Auf der Station wird Obi-Wan schließlich von Vader aufgespürt. Es kommt zum Kampf, wobei Obi-Wan glaubt, dass es noch immer Gutes in Vader gibt, doch er irrt sich. Obi-Wan muss fliehen, Vader wird später berichtet, dass er getötet wurde. Viele gute Ideen, manche vielleicht nicht gänzlich überzeugend, aber manches hätte das Star-Wars-Universum in andere Richtungen gelenkt. Ob das gut oder schlecht gewesen wäre, hängt – wie so oft -vom persönlichen Geschmack ab.



