Der Wille der Macht ist Willkür aus der Spielzeugkiste

Nichts von dem Beschriebenen passiert wirklich in Der Aufstieg Skywalkers. Und so absurd unsere kleine Satire auch ist, ist das eigentlich sehr schade. J. J. Abrams und Lucasfilm-Chefin Kathleen Kennedy hätten nur einen Bruchteil unserer Fantasie gebraucht, um wenigstens ein bisschen mehr als nur die rudimentärste Form einer zusammenhängenden Geschichte als großes Finale ihrer Trilogie zu präsentieren.

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Disney war mit seiner Saga nach der von Fans kontrovers aufgenommenen Episode VIII an einem Punkt, an dem das Publikum überhaupt nichts mehr gewundert hätte - was die Filmemacher immerhin hätten nutzen können, um Originelles anzubieten und dabei im besten Falle ein paar zu radikale Schnitte des Vorgängers wieder nachvollziehbar in den Kanon einzubetten.

Doch das Drehbuch scheint nur noch eine große Spielzeugkiste zu sein, in der jede Menge altes Star Wars mit total beliebigen anderen Spielzeugen durcheinandergemischt und dann auf den Boden geschüttet wird. Und so entstehen schon früh im Film Szenen (grobe Beschreibung, keine großen Spoiler), in denen unsere Helden bei einer Verfolgungsjagd ohne eigenes Zutun in Treibsand geschleudert werden, wo sie versinken und plötzlich in eine Höhle fallen, über Umwege durch den Untergrund zu einem Gegenstand gelangen, auf dem glücklicher Weise etwas geschrieben steht, das sie dem nächsten Objekt näherbringt, das auch wieder nur ein reines MacGuffin darstellt. Und so weiter. So kommt ein Film natürlich leicht auf deutlich mehr als zwei Stunden, ohne je eine epische Geschichte zu erzählen.

Die Aneinanderreihung erzählerisch vollkommen willkürlicher Zufälle erreicht in Der Aufstieg Skywalkers einen so fragwürdigen Höhepunkt, dass wir den häufig zitierten "Willen der Macht" als Ausrede nicht mehr gelten lassen wollen. Und auch keinen Wert mehr darin sehen, diesen letzten Film der Skywalker-Saga nochmal im gewohnten Stil der Vorgänger ernsthaft zu rezensieren. Einzig der würdevolle Abschied von Prinzessin Leia - möglich gemacht durch Archivmaterial der verstorbenen Carrie Fisher und die wie gewohnt sehr guten Kulissen sowie Computereffekte - sind Regisseur Abrams und dem Team von Lucasfilm routiniert gelungen. Audiovisuell richtig beeindruckende Momente, die nicht nur wie generische Videospielszenen konzipiert sind, bleiben trotz mehreren Hundert Millionen Dollar Budgets dennoch aus.

  • Lassen ihren Paarfrust an Opas alter Maske aus: Ben & Rey (Bild: Disney/Lucasfilm)
  • Sinnvolle Aufgabenteilung: der grölende Chewbacca als Kommunikationsoffizier (Bild: Disney/Lucasfilm)
  • Raumschiffkuddelmuddel anstatt echter Weltraumschlacht (Bild: Disney/Lucasfilm)
  • Per Hyperraum raus aus dem Kino und dann gleich zu Disney+? (Bild: Disney/Lucasfilm)
  • Han Solos Tod ist in dieser heiteren Herrenrunde kein großes Thema mehr. (Bild: Disney/Lucasfilm)
  • Warum Raumschiffe mit Raumschiffen bekämpfen, wenn man Pferde hat? (Bild: Disney/Lucasfilm)
  • Ein Date von fragwürdiger Romantik, in immerhin nostalgischer Kulisse (Bild: Disney/Lucasfilm)
  • Der zweite Todesstern ist im Gegensatz zum Vorgänger in handliche Teile zerbrochen. (Bild: Disney/Lucasfilm)
  • Das Drehbuch bereitet nicht nur C-3PO Kopfschmerzen. (Bild: Disney/Lucasfilm)
  • Kopf hoch bzw. waagerecht zum Boden, R2! (Bild: Disney/Lucasfilm)
  • Darf wieder selber seinen Lando spielen: Billy Dee Williams (Bild: Disney/Lucasfilm)
  • Posieren für Kylo oder Fifty Shades of Rey (Bild: Disney/Lucasfilm)
Warum Raumschiffe mit Raumschiffen bekämpfen, wenn man Pferde hat? (Bild: Disney/Lucasfilm)
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Vielleicht hätte uns eine begeisternd inszenierte, vollwertige Weltraumschlacht auf den letzten Metern noch milde gestimmt, denn so etwas im großen Stil sehen wir im Kino nach wie vor viel zu selten. Stattdessen bekommen wir Widerstandskämpfer, die auf wuscheligen Pferdewesen über einen Sternzerstörer reiten, um das Raumschiff im Flug zu entern. Besser als mit diesem Beispiel könnten wir nicht auf den Punkt bringen, wie enttäuschend wir Episode IX als Teil der Serie in Erinnerung behalten werden. Wenn überhaupt.

Star Wars: Episode IX - Der Aufstieg Skywalkers ist am 18. Dezember 2019 weltweit in den Kinos gestartet.

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 Mr. Spock steckt hinter allem!
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MickeyKay 14. Jan 2020

Ja, da hast du natürlich im Prinzip recht. Das ist in dieser Szene aber nicht gegeben...

MickeyKay 09. Jan 2020

...welcher sich aber in Episode 5 geändert hat und zurechtgelogen werden musste. Deine...

TarikVaineTree 24. Dez 2019

Ah ja, und schon haben wir die offizielle Info, was Finn noch sagen wollte: https://www...

Nurgler 24. Dez 2019

Nun ist es auch offiziell. Star Wars 9 hat den mit Abstand schlechtesten Star Wars Start...

dp (Golem.de) 24. Dez 2019

Da scheine ich wohl den Überblick verloren zu haben. Vielen Dank für den Hinweis, wird...



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