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Star-Wars-Copter im Hands on: Rot 2, bereit! Rot 3, bereit!

Propels Star-Wars -Drohnen sehen auf den ersten Blick aus wie detaillierte Modelle. Allerdings sind der Tie Fighter, der X-Wing und das Speeder Bike vollwertige Copter mit an der Unterseite angebrachten Rotoren sowie Infrarot-Sendern und Lasern - für Luftkämpfe.
/ Tobias Költzsch
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Die Star-Wars-Drohnen von Propel (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
Die Star-Wars-Drohnen von Propel Bild: Martin Wolf/Golem.de

Pünktlich zum Weihnachtsfest und zum Start von Rogue One kommen die kleinen Star-Wars-Drohnen nach Deutschland. Golem.de hat sich die Quadcopter in einem ersten Hands on angeschaut - und im X-Wing direkt den Drang verspürt, den Abwärmeschacht des Todessterns zu finden.

Bereits das Auspacken der Quadcopter ist ein erstes Highlight: Statt den in Deutschland erhältlichen Advanced X1 Tie Fighter, den T-65 X-Wing Starfighter und das 74-Z Speeder Bike in schnöden Blisterverpackungen oder Pappschachteln auszuliefern, steckt Propel die Drohnen zum ersten Release in eine Display-Verpackung aus Plexiglas.

Beleuchtete Verpackung mit Ton

Diese verfügt über eine eingebaute Beleuchtung und spielt beim Entfernen des Deckels entweder den Star-Wars-Soundtrack oder die Audiospur der Filmszene ab, in der das Fahrzeug auftaucht. Die Playbacks sind zwischen fünf und zehn Minuten lang; aufgeladen wird die Verpackung über ein USB-Kabel. Die Verpackung ist sehr gut verarbeitet und sieht so gut aus, dass Sammler sie sich samt der Drohne problemlos in eine Vitrine stellen können.

Die drei in Deutschland verfügbaren Modelle sind gut verarbeitet, beleuchtet und erstaunlich detailliert gefertigt. Sie erinnern uns tatsächlich eher an Collectibles für den Schrank als an Spielzeuge, die auch mal abstürzen können. Die Copter sind aus einem weichen Kunststoff, der sich verbiegen lässt, anschließend aber wieder die ursprüngliche Form annimmt. Dadurch soll verhindert werden, dass bei einem Absturz gleich etwas vom Modell abbricht - was wir im Laufe unseres Tests ausprobiert haben.

Kleine Abstürze hinterlassen keine nennenswerten Schäden

Tatsächlich ist auch bei recht ruppigen "Landungen" nichts von den Coptern abgebrochen. Lediglich den Sturmtruppler auf dem Speeder Bike hat es dann und wann mal abgeworfen, er lässt sich allerdings einfach wieder aufsetzen; im normalen Flug ist er uns nicht von der Drohne gefallen. Praktischerweise liefert Propel zu jedem Modell Ersatzteile mit, falls doch mal was kaputtgeht. So lässt sich beispielsweise beim Speeder Bike die komplette Front auswechseln, auch einen Ersatzfahrer und Ersatzpropeller hat der Hersteller beigelegt. Zudem gibt es eine einjährige Austauschgarantie auf alle Bauteile.

Rotoren an der Unterseite

Die Star-Wars-Copter haben anders als herkömmliche Drohnen die Rotoren an der Unterseite. Da die Rotorblätter transparent sind, sind sie im Flug kaum zu erkennen. Dass es sich um Drohnen handelt, ist beim X-Wing und dem Speeder Bike allerdings wegen der Anbauten für die Motoren leicht zu erkennen. Der Tie Fighter hingegen hat aufgrund seiner eckigen Form keine Träger für die Motoren, weshalb er im Flug am wenigsten nach Quadcopter aussieht.

Alle drei Modelle kommen mit großen Fernbedienungen, die über Licht- und Audioeffekte verfügen und mit einem 2,4-GHz-Transmitter per WLAN mit den Drohnen kommunizieren. Entsprechend dürfte die Reichweite um die 100 Meter betragen. Neben jeweils zwei Steuerungssticks haben die Remotes auch Schultertasten, einen Lautsprecher, eine Vibrationseinheit und verschiedene weitere Knöpfe. Je nach Modell ist der Controller entweder Schwarz für das Imperium oder Weiß für die Rebellen.

Fernbedienungen erzählen eine Menge

Mit diesen lassen sich Extrafunktionen der Drohnen bedienen. Beim Einschalten und während des Fluges spielt die Fernbedienung immer wieder Audiodateien ab, die die Kommunikation zwischen Piloten und Leitstelle simulieren. Wir können dieser Audioausgabe auch über Kopfhörer lauschen, ein entsprechender Anschluss ist in den Fernbedienungen eingebaut. Die Töne lassen sich ausschalten.

Im normalen Modus starten wir die Star-Wars-Drohnen einfach, indem wir den linken Steuerstick nach oben bewegen. Die jeweilige Drohne hebt dann ab, eine automatische Höhenkorrektur oder Stabilisierungsoptionen hat keines der Modelle. Auch Kollisionssensoren gibt es nicht. Piloten sollten also aufpassen, wo sie entlang fliegen. Die Fluglage muss ständig überwacht und selbst korrigiert werden, wie es bei preiswerten Drohnen üblicherweise der Fall ist.

Standardmäßig starten die Star-Wars-Drohnen in der niedrigsten von drei möglichen Geschwindigkeiten. Damit lassen sie sich besonders von Anfängern gut kontrollieren. In der maximalen Geschwindigkeitseinstellung erreichen die drei Modelle bis zu 50 Kilometer pro Stunde, was entsprechende Erfahrung bei der Steuerung voraussetzt - besonders, weil den Coptern jegliche Flugunterstützung fehlt. Der noch nicht erhältliche Millenium Falcon soll sogar noch schneller sein, ihn muss Propel aber noch überarbeiten, bevor er in den Handel kommt.

Copter lassen sich mit Erfahrung gut steuern

Alle drei von uns ausprobierten Star-Wars-Drohnen lassen sich mit der nötigen Erfahrung gut steuern. Sie reagieren gut auf Eingaben, diese müssen aber behutsam ausgeführt werden, da es sonst schnell zu starken Bewegungen kommen kann. Laut einem Propel-Mitarbeiter unterscheiden sich X-Wing, Tie Fighter und Speeder Bike in den Flugeigenschaften nicht nennenswert. Der Tie Fighter ist aufgrund seiner eher kantigen Bauform nur gefühlt etwas schwerfälliger als die anderen beiden Modelle - für Anfänger könnte dies eher vorteilhaft sein.

Anfängern dürfte es dennoch bei allen drei Coptern Probleme bereiten, die Höhe gleichzeitig mit der Richtung zu kontrollieren, da die Drohnen in der normalen Einstellung die Höhe nicht selbsttätig halten und sehr empfindlich auf Bewegungen des linken Steuersticks reagieren. Dafür bietet Propel den sogenannten Basic Mode an, den wir allerdings auch für fortgeschrittene Nutzer für sinnvoll halten.

Basic Mode für bessere Höhensteuerung

Der Basic Mode wird direkt an der Fernsteuerung aktiviert, woraufhin der linke Steuerstick in die Mittelposition springt - das geht auch während des Fluges. Ein Federmechanismus sorgt dafür, dass er sich nach vertikalen Bewegungen wieder in die zentrale Position bewegt. Im Basic Mode halten die Star-Wars-Drohnen die Höhe selbstständig, Piloten können sie über Stickbewegungen nach oben und unten verändern. So ist es generell einfacher, den Copter zu fliegen - und vor allem komfortabler. Die Höhe wird über ein Barometer bestimmt, nicht über Infrarot-Sensoren; daher ist die Stabilisierung auch nicht so zuverlässig wie die einer teureren Drohne, reicht aber aus.

Im Basic Mode müssen wir nicht mehr um eine halbwegs stabile Höhenlage kämpfen, was zu einem insgesamt ruhigeren Flug führt. Die Stabilität geht allerdings auf Kosten der Beweglichkeit: Die Höhenänderungen im Basic Mode kommen uns etwas langsamer vor als die im Standardmodus. Praktisch finden wir die automatische Start- und Landefunktion im vereinfachten Steuermodus: Auf Knopfdruck heben die Drohnen ab und schweben in einer Höhe von ungefähr anderthalb Metern. Drücken wir wieder auf den Button, landen die Copter wieder. Wegen der fehlenden Sensoren sollten Piloten hier aber dringend auf Hindernisse achten.

Wie andere kleine Drohnen bieten auch die Star-Wars-Copter von Propel einen Trickmodus: Auf Knopfdruck wird dieser aktiviert, anschließend können wir die Quadcopter Flips und Rollen durchführen lassen. Beim Speeder Bike sollte man mit dieser Funktion etwas vorsichtig sein, da der Sturmtruppler diese nicht unbedingt immer fest auf seinem Sitz übersteht.

Infrarot-Sender für Luftschlachten

Die Propel-Drohnen bieten eine interessante Extrafunktion: Mit ihnen können bis zu zwölf Piloten Luftkämpfe durchführen. Jeder Copter hat einen Infrarot-Sender an Bord, mit dem andere Propel-Copter abgeschossen werden können. Als kostenpflichtiges Upgrade gibt es auch einen Laser; der Infrarot-Sensor ist großflächiger, damit zu treffen ist verglichen mit dem enger abgesteckten Laser einfacher. Die Piloten schießen über die rechte Schultertaste. Nach drei virtuellen Treffern landet das abgeschossene Schiff kreisförmig, als ob es abstürzen würde. Aufgrund der beengten Platzverhältnisse während unseres Tests konnten wir diese Funktion noch nicht ausprobieren.

Laut dem Mitarbeiter von Propel plant der Hersteller eine nachrüstbare Kamera für First-Person-View (FPV). Diese soll an der Vorderseite der Drohnen montiert werden können und ein Bild auf ein Smartphone übertragen. Das Smartphone kann über eine App mit der Drohne verbunden und in eine Halterung der Fernbedienung geklemmt werden. In der App wird die Anzahl der Treffer beim Luftkampf angezeigt, sowohl beim eigenen Copter als auch bei den anderen.

Zudem bietet die App eine virtuelle Umgebung, in der Piloten mit dem Controller trainieren können, ohne wirklich mit der Drohne zu fliegen. So können beispielsweise Anfänger die Grundlagen des Drohnenfluges erlernen, ohne gleich ihr neues Spielzeug zu gefährden. Auch diese Funktion konnten wir uns noch nicht genauer anschauen.

Kleine Akkus sind schnell aufgeladen

Die Akkus der Propel-Drohnen sind unauffällig in den Coptern untergebracht und reichen für eine Flugzeit von zehn Minuten aus. Käufer erhalten zwei Akkus und ein externes Aufladegerät; damit sind die Akkus innerhalb von 30 Minuten wieder voll aufgeladen. Innerhalb von zehn Minuten sollen die Akkus einen Ladestand von 90 Prozent erreichen.

Verfügbarkeit und Fazit

Die Star-Wars-Drohnen von Propel sind auf der Homepage des Herstellers(öffnet im neuen Fenster) erhältlich, Propel verkauft die Copter auch auf Amazon(öffnet im neuen Fenster) . Bei Propel kosten die Fluggeräte 240 Euro und werden offenbar aus den USA verschickt - Versandkosten fallen keine an. Bei Amazon kosten die Drohnen zwischen 280 und 295 Euro.

Fazit

Die Star-Wars-Drohnen von Propel sind hochwertig verarbeitet und fliegen trotz ihrer ungewöhnlichen Formen erstaunlich gut. Die Quadcopter bieten allerdings preislich bedingt keine automatisierte Steuerung, über die teurere Drohnen verfügen.

Für Nutzer heißt das: Es ist ein wenig mehr Übung erforderlich, um die Quadcopter zu fliegen. Verglichen mit anderen verhältnismäßig preiswerten Drohnen sind uns aber keine großen Unterschiede in der Steuerung aufgefallen. Falls ein Copter doch mal abstürzt, überstehen die Drohnen das dank des weichen Kunststoffmaterials meist ohne Schaden.

Gut finden wir zudem den Basic Mode, der die Steuerung dank stabiler gehaltener Höhe vereinfacht. Zwar sind die Copter auch in diesem Modus nicht so stabil wie die mit zahlreichen Sensoren bestückten teureren Geräte, aber weitaus besser zu fliegen als im Standardmodus. Aufpassen müssen Piloten dennoch, da es keine Kollisionswarnung gibt.

Gelungen ist die allgemeine Präsentation der Copter Die detaillierten Drohnen lassen sich dank der hochwertigen Plexiglas-Verpackung als Collectible direkt in den Schrank stellen. Auch durch die Licht- und Audiopräsentation hebt sich Propel von anderen Anbietern ab.

Die Flugzeit von 10 Minuten ist angesichts der geringen Größe des Akkus nicht schlecht, zudem sind die Akkus schnell wieder einsatzbereit. Wie gut die Laserkämpfe funktionieren, konnten wir leider noch nicht überprüfen.

Propels Star-Wars-Drohnen sind mit Preisen von fast 300 Euro in dieser Größenklasse nicht gerade günstig. Die gute und detaillierte Verarbeitung, der Basic Mode und die gelungene Präsentation machen die Quadcopter aber besonders für Star-Wars-Fans zu einem interessanten Kauf. Zudem kann man mit den Fluggeräten auch noch ein Menge Spaß haben, weshalb wir den Preis für vertretbar halten.


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