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Star Trek Strange New Worlds: Jetzt singen Pike, Spock, Kirk und Co

Es gibt mehr als 800 Folgen von Star Trek . Aber Subraum Rhapsodie ist etwas, das es im Franchise noch nie gegeben hat: ein Musical. Und was für eins!
/ Peter Osteried
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Anson Mount hatte sichtlich Spaß an der Folge - und singt mit Inbrunst. (Bild: Paramount+)
Anson Mount hatte sichtlich Spaß an der Folge - und singt mit Inbrunst. Bild: Paramount+

Die zweite Staffel von Star Trek: Strange New Worlds hat schon einiges was gewagt. Nicht zuletzt mit dem ersten Crossover der modernen Star-Trek-Serien – noch dazu einem, das Realfilm mit Zeichentrick verband. Die Serienmacher stellten sich aber gleich der nächsten Herausforderung, und zwar einer, die nicht unbedingt bei jedem auf Gegenliebe stößt: ein Musical. Subraum Rhapsodie(öffnet im neuen Fenster) ist die neunte Folge der Staffel und schon der Titel ist eine amüsante Verbeugung vor Queen.

Jetzt wird gesungen

Die Enterprise untersucht einen Subraumriss und aufgrund eines Malheurs wird eine Unwahrscheinlichkeitsrealität erschaffen. Besser gesagt: Eine Realität, die nach den Regeln eines Musicals abläuft. Das heißt, wenn die Crew-Mitglieder der Enterprise einen besonderen emotionalen Moment erleben oder gefühlsmäßig aufgewühlt sind, erklingt Musik – und sie beginnen zu singen.

Das erscheint anfangs einfach nur amüsant, aber schon bald merkt man: Bei den Songs enthüllen die Leute auch Dinge, die sie lieber für sich behalten hätten. Noch dazu breitet sich die Musical-Realität aus. Sie muss gestoppt werden, und zwar, bevor die Klingonen kommen und alles noch schlimmer machen. Denn sie wollen den Subraumriss zerstören, was die Vernichtung der halben Galaxie nach sich ziehen würde.

Endlich ein Musical

Die Idee für eine Musical-Episode kam schon zu Zeiten der ersten Staffel von Star Trek: Picard auf. Damals versuchte man, Lin-Manuel Miranda (Hamilton) dafür zu bekommen. Als das nicht klappte, verwarf man die Idee. Bei der ersten Staffel von Star Trek: Strange New Worlds wurde sie wieder aufgegriffen, allerdings dachten die Macher, es wäre zu früh dafür und verschoben sie auf die zweite Staffel(öffnet im neuen Fenster) .

Tatsächlich bietet sich keine andere Star-Trek-Serie mehr dafür an. Denn es wird zwar episodisch erzählt und jede Folge hat eine Geschichte mit Anfang, Mittelteil und Ende, im Hinblick auf die Entwicklung der Figuren ist sie aber linear und übergreifend: In jeder Staffel erleben die Figuren eine Vertiefung.

Das alles kulminiert nun in Subraum Rhapsodie, wo es auch darum geht, dass Schwester Chapel ein Stipendium angeboten bekommt, das sie von der Enterprise – und damit auch von Spock – wegführt, und dass La'an Noonien-Singh erstmals ihre Gefühle für James Kirk enthüllt. Als Zuschauer wusste man natürlich schon davon. Aber das ist genau die Emotionalität, die das Musical braucht.

Wer singt am besten?

Musical-Episoden gibt es bei vielen Serien. Die meisten haben aber das Problem, dass ein, zwei Hauptdarsteller einfach nicht singen können. Bei Star Trek: Strange New Worlds trafen sich die Schauspieler darum mit dem Komponisten und dem Songwriter, um die stimmliche Stärke zu evaluieren, bevor man die Story weiterentwickelte und entschied, wer hier prominent eingesetzt wird. Die Überraschung ist: Die Hauptdarsteller der Serie können alle singen.

Besonders gut sind jedoch Ethan Peck (Spock), Celia Rose Gooding (Uhura) und Christina Chong (La'an Noonien-Singh). Bei Peck ist man besonders überrascht – vielleicht auch, weil man nicht erwarten würde, dass Spock singen kann. Bei Chong ist es weniger überraschend, sie ist auch Sängerin. Ihre erste EP(öffnet im neuen Fenster) erscheint im August.

Die Klingonen

Natürlich wartet man die ganze Zeit gespannt auf die Ankunft der Klingonen. Sie haben dann auch einen Auftritt – und zwar wie eine Boyband, inklusive guter Tanzeinlage.

Tatsächlich wurden zwei Versionen der Szene gedreht. In der anderen setzte man auf einen Song im Opern-Stil, was zu den Klingonen ebenfalls passt (schon in Star Trek: The Next Generation konnte man Auszüge einer klingonischen Oper(öffnet im neuen Fenster) hören). Letztlich entschied man sich für die Boyband-Version.

Das Eindrucksvolle an der Episode ist, dass sie nicht als Komödie angelegt wurde. Als bekannt, dass es eine Musical-Episode geben würde, dachten viele, dass sie vor allem witzig sein würde. Aber nein: Die Folge ist ernsthaft, weil sich auch hier die Figuren ernsthaft weiterentwickeln. Etwa Pike, der seiner Freundin gegenüber so aufrichtig wie nie ist, oder Spock, der innerlich tief verletzt ist, oder auch La'an, die ihre Chance ergreifen will, aber enttäuscht wird.

Übrigens gibt es auch ein paar interessante Verweise auf die klassische Serie und die Filme. Chapel erhält eine Nachricht von Dr. Korby(öffnet im neuen Fenster) , der in der TOS-Folge Der alte Traum auftritt. Dort erfährt man, dass Chapel und er mal ein Paar waren.

Bei Kirk wird erwähnt, dass er in einer Beziehung mit einer gewissen Carol ist. Das ist Carol Marcus(öffnet im neuen Fenster) , die erstmals in Star Trek II: Der Zorn des Khan auftritt. Dort erfährt man, dass sie einen Sohn mit Kirk hat. In Subraum Rhapsodie ist sie bereits schwanger, wie Kirk erklärt – aber ein Happyend wird er nicht bekommen, das weiß man aus dem Film.

Das große Finale

Einige Songs der Folge gehen richtig ins Ohr, aber keiner mehr als We are One, der von Uhura begonnene Song, in den die gesamte Crew einstimmt.

Inhaltlich ist Subraum Rhapsodie eine wichtige Folge. Wie sehr man sie genießt, hängt natürlich davon ab, ob man Musicals mag – wohl auch deswegen hat die Folge bei der IMDb(öffnet im neuen Fenster) eine deutlich schlechtere Wertung als alle anderen Folgen der Staffel. Aber für alle, die Musicals und Star Trek mögen, wird es nicht besser als mit Subraum Rhapsodie.


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