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Star Trek Prodigy: Noch größer, noch mutiger, noch abwechslungsreicher

Seit dem heutigen Montag gibt es alle 20 Folgen der zweiten Staffel von Star Trek : Prodigy bei Netflix zu sehen. Es ist eine ganz große Geschichte.
/ Peter Osteried
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Die zweite Staffel von Star Trek: Prodigy ist ein Franchise-Highlight. (Bild: Netflix)
Die zweite Staffel von Star Trek: Prodigy ist ein Franchise-Highlight. Bild: Netflix

Spoiler-Hinweis: In dieser Rezension besprechen wir Inhalte der ersten Folgen der zweiten Staffel von Star Trek: Prodigy. Wer gar nichts darüber wissen will, sollte vor dem Lesen erst gucken.

Star Trek: Prodigy ist computeraniminiert und als Format beschrieben worden, mit dem junge Zuschauer an Star Trek herangeführt werden sollten. Aber schon in der ersten Staffel zeigte sich, dass es keine Kinderserie ist. Es ist echtes, richtiges Star Trek – und die zweite Staffel (Start: 1. Juli 2024) ist sogar noch besser als die erste.

Dabei sah es lange nicht gut um die Serie aus. Paramount+ entfernte die erste Staffel aus dem Programm, als die Fertigstellung der zweiten Staffel noch nicht unter Dach und Fach war. Es sah so aus, als wäre dies das Ende von Star Trek: Prodigy.

Netflix übernahm die Serie , strahlte zuerst die erste Staffel aus, die zweite wurde derweil final bearbeitet, und nun gibt es Star Trek: Prodigy exklusiv bei Netflix.

Auf der Voyager

Die Serie beginnt damit, dass Zero, Rok-Tahk, Dal, Jankom und Murf als Anwärter für die Sternenflotte auf die Voyager eingeladen werden – ein neues Schiff dieses Namens, das unter dem Kommando von Admiral Janeway steht. Sie brachte die fünf an Bord, weil es um die Untersuchung eines Wurmlochs geht.

Dieses wurde durch die Zerstörung der Protostar ausgelöst – und führte zu einem Kontakt mit dem verschollenen Chakotay, der sich 52 Jahre in der Zukunft befindet. Aber: Den fünf Freunden wurde nicht alles gesagt. Janeway verbirgt etwas, das mit einem getarnten Schiff in Shuttle-Rampe 3 zu tun hat.

Darüber hinaus ist Gwyn als eine Art Botschafterin der Sternenflotte unterwegs, um zu Hause – ihrer Welt Solum, aber Jahrzehnte, bevor sie dort geboren wurde – den Erstkontakt zu erleichtern und zu verhindern, dass es zu einem Bürgerkrieg kommt.

Getrennt, aber sehr aktiv

Die Geschichte wird schon mit den ersten beiden Folgen größer aufgezogen und findet kreative Wege, die Hauptfiguren, die eigentlich nichts an Bord der Voyager zu melden hätten, in den Vordergrund zu rücken.

Dabei werden sie sogar voneinander getrennt, denn am Ende der zweiten Folge werden drei von ihnen sowie eine vulkanische Kadettin namens Maj'el(öffnet im neuen Fenster) mit der Infinity ins Wurmloch geschleudert. Die Infinity ist das einzige Schiff der Sternenflotte, welches das Wurmloch unbeschadet überstehen kann. Mit der dritten Folge wird die Story dann noch größer – die Zeitlinie selbst steht auf dem Spiel, im Kleinen und im Großen.

Wie eine neue Voyager-Serie

Die altbekannten Figuren funktionieren zusammen sehr gut, aber auch, wenn sie in Grüppchen aufgeteilt sind. Die Neuzugänge überzeugen ebenfalls. Die Vulkanierin Maj'el, die man als noch verbissenere Version von Gwyn ansehen könnte, wurde übrigens nach Majel Barrett-Roddenberry benannt, der Frau von Gene Roddenberry und Darstellerin von Christine Chapel in der klassischen Serie und den Filmen – und von Lwaxana Troi in Star Trek: The Next Generation und Star Trek: Deep Space Nine.

An Voyager fühlt man sich auch erinnert, weil einige Figuren in der Zukunft stranden. Vor allem aber: Neben Janeway taucht der Holodoc auf, während Chakotay seine eigene Geschichte in der Zukunft hat.

Einen Wermutstropfen gibt es jedoch beim Holodoc: Er wird nicht mehr von Stefan Staudinger gesprochen, der Robert Picardo seit Star Trek: Voyager die Stimme leiht. Janeway wird aber wieder von Gertie Honeck gesprochen. Chakotay musste stimmlich neu besetzt werden, weil sein Sprecher Frank-Otto Schenk im Jahr 2020 verstarb.

Eine ganz große Geschichte

Star Trek: Prodigy war schon in der ersten Staffel sehr gut darin, einem roten Faden zu folgen und auch Geschichten zu erzählen, die für sich stehen. Das ist hier nicht anders und vereint damit das Beste beider Welten: die staffelübergreifenden Geschichten etwa von Star Trek: Discovery mit dem episodischen Ansatz von Star Trek: Strange New Worlds.

Darüber hinaus ist die Serie die legitime Fortsetzung von Star Trek: Voyager. Selbst ein Kazon taucht im Verlauf der Staffel auf – diese Erzfeinde der Voyager aus den frühen Tagen der Serie hat man seit Jahrzehnten nicht mehr gesehen. Die Serie bietet sehr viel Fanservice, opfert dafür aber nicht ihre narrative Geschlossenheit. Vielmehr sind es Bonmots für Fans, die Star Trek seit vielen Jahren und Jahrzehnten folgen.

Star Trek: Prodigy ist in der zweiten Staffel noch größer, mutiger, abwechslungsreicher und besser als in der ersten. Die Serie erweist sich als ein großes, wichtiges Stück Star Trek, und es bleibt zu hoffen, dass mit diesen Folgen nicht das Ende erreicht ist.

Ob die Produzenten und Autoren Kevin und Dan Hageman eine dritte und vierte Staffel machen können, hängt nun davon ab, wie die Serie bei Netflix ankommt(öffnet im neuen Fenster) . Wenn der Streamingdienst mit der Performance zufrieden ist, könnte er weitere Staffeln bestellen. Einen Weg zurück zu Paramount+ gibt es wohl nicht.


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