Star Trek & Open Source: Commander Datas Desktop

Die Benutzeroberfläche der NCC 1701-D USS Enterprise auf Linux: Das LCARS Desktop Environment von Andreas Tennert schafft das - inklusive fiktivem Bedienungskonzept für Raumschiffe.

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Aus dem Handbuch für die USS Enterprise mit LCARS-System?
Aus dem Handbuch für die USS Enterprise mit LCARS-System? (Bild: Haynes Publishing via Getty Images)

Auf den Touchscreendisplays der Next-Generation-Ära von Star Trek lief ein ganz spezielles, noch immer faszinierendes Interface, das sich sehr von der Computerbedienung in der realen Welt unterschied. Das System, von Michael Okuda in der ersten Hälfte der 1980er Jahre erdacht und bis in die 90er in den Serien und Filmen der Next Generation, Deep Space 9 und Voyager verwendet, kommt ohne Icons aus. Stattdessen gibt es bei diesem LCARS (Library Computer Access/Retrieval System) genannten System farbige Kacheln mit Text, dazwischen große Zahlen und Diagramme auf schwarzem Hintergrund. Pastelltöne dominieren, bedient wird das System mittels Berührungen und Sprache.

Inhalt:
  1. Star Trek & Open Source: Commander Datas Desktop
  2. Das Projekt als Hobby
  3. Komplette Eigenentwicklung
  4. Die Technik hinter lcarsde

Themes, die diesen Look auf unsere Desktop-Computer bringen, gab und gibt es viele. Doch sie unterscheiden sich von den Systemen aus der Filmvorlage durch einen wichtigen Aspekt: Am Bedienungskonzept ändern Themes nichts. Sie nutzen einfach nur die an LCARS erinnernden Farben und Rahmen, um den Eindruck einer gewissen Verwandtheit zu erwecken.

Andreas Tennert aber hat für Linux ein ganzes Desktop Environment geschrieben: LCARS Desktop Ennvironment oder kurz lcarsde. Sein Ziel: die LCARS-Experience auf dem Desktop benutz- und erlebbar zu machen. Zurzeit besteht das LCARS Desktop Environment aus einigen Komponenten, nämlich einem auf Xlib basierenden Window Manager, einer Applikation für login, logout und shutdown, einem Menü für die offenen aktiven Programme und einer Status-Bar.

lcarsde ist anders als andere Desktop Environments

lcarsde basiert auf einem fiktiven Bedienungskonzept für Raumschiffe. Es wurde zu einer Zeit entwickelt, als Apple die Lisa veröffentlichte und die Amiga Workbench genauso wie Windows noch Zukunftsmusik war.

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Dementsprechend unterscheidet es sich stark von der heutigen Computer-Standardbedienung: "Es ist schon anders als gewöhnlich. Die Knöpfe in der Titelbar fallen weg, der Titel ist unter dem Fenster, die Knöpfe für das Schließen sind Teil des Menüs. Darüber hinaus kann die Größe des Fensters nicht mehr am Fenster kontrollieren, sondern die Fenstergröße orientiert sich grundsätzlich an dem Darstellungsbereich, der vom Modus des Window Managers abhängt", erklärt Tennert.

Es gibt auch Einschränkungen beim Nachbau. "Allerdings kann der Window Manager LCARS auch nur beschränkt nachbilden. Wichtig ist es, dass alle Programme, die auf Linux installiert werden können, auch nutzbar sind." Das zu integrieren gelingt nicht ganz nahtlos. "Diese Programme haben natürlich ihr eigenes Layout. Und die Schnittstelle für die Kontrolle der Programmfenster folgt Standards, die eingehalten werden müssen. Die Integration dieser Standards ist einer der großen Punkte, an denen noch gearbeitet werden muss."

Tennert sieht aber auch Positives daran, die üblichen Benutzeroberflächen-Wege zu verlassen: "Ich finde es sehr spannend, bei der Gestaltung der Nutzeroberfläche etwas andere Wege zu gehen. Vielleicht gibt lcarsde den Anstoß, bei der Bedienoberfläche im Desktop-Bereich mehr Kreativität zu wagen."

  • lcarsde auf einen Notebook: Mit Mozilla auf der lcarsde-Webseite
  • Die laufenden Applikationen haben nur ein Textlabel und kein Icon
  • Welche der installierten Applications darf es sein?
  • Die lcarsde-Webseite in Opera auf lcarsde
  • Der Windowmanager ist ein Rahmen mit Content-Window für die Apps und Platz für die Status-Bar
  • Die Status-Bar: Gewohnte Informationen im lcars-Look
lcarsde auf einen Notebook: Mit Mozilla auf der lcarsde-Webseite

Für Nutzer gibt es durch das geänderte Bedienungskonzept aber nicht viele Einschränkungen. "Einige Dinge stehen noch auf der To-do-Liste, wie z. B., dass kleine Info-Fenster nicht gut aussehen, weil das System versucht, sie zu vergrößern. In Videokonferenzen lassen sich Programmfenster nicht teilen, da sie nicht identifiziert werden können. Nicht zuletzt ist der Window Manager für große Displays, wie von Curved-Monitoren nicht geeignet und Scaling ist aktuell nicht möglich", beschreibt Tennert die noch offenen Punkte.

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