Star Trek: Enterprise: Mit Warp 5 zur vorzeitigen Absetzung

Vor 20 Jahren startete mit Enterprise die damals ungewöhnlichste Star-Trek-Serie. Das unrühmliche Ende nach vier Jahren erscheint heute unverdient.

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Scott Bakula als Captain Jonathan Archer
Scott Bakula als Captain Jonathan Archer (Bild: Star Trek/Screenshot: Golem.de)

Achtung, Spoiler! Wir erzählen in dieser Rückschau auch aus der Handlung der Serie Star Trek: Enterprise und auch von ihrem Ende. Wer die Serie noch nicht gesehen hat und auch nichts darüber wissen möchte, bevor er sie selbst anschaut, sollte ab hier nicht weiterlesen.

Inhalt:
  1. Star Trek: Enterprise: Mit Warp 5 zur vorzeitigen Absetzung
  2. Neues Konzept für Enterprise ab Staffel 3

Bis zum Jahr 2001 folgten Star-Trek-Serien einem einfachen Grundsatz: Eine neue Serie spielte zeitlich entweder nach der vorigen Serie oder zumindest zur gleichen Zeit. Mit der am 26. September 2001 erstmals ausgestrahlten Serie Enterprise sollte sich das ändern: Die Macher, Star-Trek-Veteranen Rick Berman und Brannon Braga, entwickelten ein Prequel.

Die Serie beginnt im Jahr 2151, also über 100 Jahre vor den Abenteuern des Raumschiffs Enterprise unter Captain Kirk, und behandelt die Anfänge der Menschheit in den Weiten des Alls. Was als durchaus vielversprechendes Konzept startete, entwickelte sich in nur vier Staffeln zu einem veritablen Flop - aus unterschiedlichen Gründen.

Die Crew um Captain Jonathan Archer (Scott Bakula), Subcommander T'Pol (Jolene Blalock), Chefingenieur Trip Tucker (Connor Trinneer), Sicherheitschef Malcom Reed (Dominic Keating), Kommunikationsoffizier Hoshi Sato (Linda Park), Steuermann Travis Mayweather (Anthony Montgomery) und den denobulanischen Arzt Dr. Phlox (John Billingsley) dienen auf dem ersten Warp-5-fähigen Raumschiff der Erde, was die Vulkanier den als unzuverlässig und aufbrausend geltenden Menschen endlich erlaubt haben. Dabei treffen sie auf fremde Kulturen und eine Reihe von Problemen - unter anderem auch immer wieder mit den Vulkaniern, die den Menschen nicht viel zutrauen.

Spielraum für spannende Geschichten

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Der Umstand, dass die Geschichte noch vor der Gründung der Föderation angesiedelt ist, eröffnete einen Spielraum für interessante Geschichten. So kennen die Zuschauer fremde Kulturen wie die Klingonen, die Andorianer, die Nausikaaner oder auch die Romulaner bereits sehr gut, die Crew der Enterprise hingegen nicht. Diese Diskrepanz, diesen Wissensvorteil des Publikums gab es bei vorigen Star-Trek-Serien nicht.

Auch hinsichtlich der Technik hatte das Publikum einen Wissensvorteil: Technologien wie der Transporter waren bei Enterprise erst im Anfangsstadium der Entwicklung, ebenso gab es keine Schiffsphaser und auch keinen Traktorstrahl. Einen gewissen Teil des Reizes der Serie macht die Beobachtung dieser "altertümlichen" Technologien aus, wenn beispielsweise Raumschiffe mit einer Art Harpune beschossen und eingeholt werden.

Der Look des Schiffes wirkte hingegen überhaupt nicht altertümlich, sondern lehnte sich an die Vorgängerserien Voyager und Deep Space 9 an, was Hardcore-Fans natürlich sauer aufstieß. Eine Serie, die vor Captain Kirk spielt, darf höchstens so modern wirken wie die ursprüngliche Raumschiff-Enterprise-Serie, so eine damals gängige Meinung in vielen Foren. Übersehen wird dabei aber, dass Gene Roddenberry in den 60er Jahren wohl auch lieber eher ein Set wie das der Enterprise gehabt hätte als eines, das nach Partykeller in Wanne-Eickel aussieht.

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Actionreiche und spannende Pilotfolge

Der Start von Enterprise war verheißungsvoll: Die zweistündige Pilotfolge war ein actiongeladenes Spektakel rund um den Klingonen Klang und der geheimnisvollen Rasse der Suliban, die genetisch modifiziert war und in Kontakt mit einem mysteriösen Mann aus der Zukunft stand. Auch die Probleme zwischen Vulkaniern und Menschen traten in der ersten Folge bereits zutage.

Enterprise konnte aber für eine lange Zeit nicht an die gute erste Folge anschließen, die sogar einen Emmy für die Visual Effects gewann. In der ersten Staffel verlor sich die Serie in teilweise banalen Geschichten, in denen das Fremdsprachen-Ass Hoshi Sato beispielsweise eine ganze Folge lang damit verbringt, das Lieblingsessen von Sicherheitschef Reed herauszufinden (Ananas). Zwischendrin gibt es aber auch hervorragende Folgen wie die im vulkanischen Kloster P'Jem (The Andorian Incident).

Das Grundkonzept waren abgeschlossene Episoden, also vergleichbar mit Next Generation. Über den Einzelfolgen hing die Geschichte des temporalen kalten Kriegs, die allerdings nur stückweise und nicht konsequent weitergesponnen wurde. Das sollte sich in der zweiten Staffel ändern - doch gelang es Berman und Braga auch hier nicht, eine wirklich überzeugende Handlung zu spannen. Auch in der zweiten Staffel gab es wieder langweilige und unmotivierte Folgen, in denen Captain Archer beispielsweise in der Krankenstation darauf wartet, dass sein Hund wieder gesund wird.

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Neues Konzept für Enterprise ab Staffel 3 
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Commanderluk 19. Okt 2021

Mir gefiel die die Titelmusik eigentlich sehr gut, die Anderen habe Ich beim ersten Mal...

Commanderluk 19. Okt 2021

Ich kann die Kritik über die Serie echt nicht verstehen. Außer dem schlechten Ende (durch...

Bluejanis 12. Okt 2021

Das passte bei Battlestar Galactica auch gut, weil die Charaktere selbst eben nicht...

LtdCmdData 04. Okt 2021

Hi, Ich mag diese Titel Musik, weil Ich finde, die passt auch in dieses Zeitalter auch...

Avarion 30. Sep 2021

Mag aber lieber die langsamere aus Staffel 1: https://www.youtube.com/watch?v=5J-FOalYVCk *g*



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