Neues Konzept für Enterprise ab Staffel 3

Das Konzept der Einzelfolgen wurde zur dritten Staffel weitgehend aufgegeben, in der der Handlungsbogen des temporalen kalten Krieges konsequent verfolgt wurde. Die Veränderungen waren dramatisch. Die Serie hatte damals bereits mit immer schlechter werdenden Einschaltquoten zu kämpfen: Das ohnehin schon unbeliebte Titellied, eine Popschmonzette von Diane Warren, wurde in eine Art Country-Ballade verwandelt, zudem bekam die Enterprise neue Waffen und eine militärische Eingreiftruppe, die MACOs. Außerdem hieß die Serie fortan Star Trek: Enterprise und nicht mehr nur Enterprise.

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Die Story der dritten Staffel gehört zum Besten, was Enterprise in den vier Jahren der Serie zustande gebracht hat: Die vielschichtige Rasse der Xindi will die Erde prophylaktisch ausrotten, weil ein menschlicher Angriff in 400 Jahren erwartet wird. Captain Archer und seine Crew können dies letztlich natürlich verhindern, dabei entwickelt sich eine mitunter sehr interessante Geschichte aus politischen Rangspielen und einer Menge Action. Dass am Ende der Staffel der temporale kalte Krieg einfach für beendet erklärt wird, weil sich jetzt alle an die Spielregeln halten, gehört zu den Schwachpunkten.

Am Ende der dritten Staffel stand Enterprise bereits kurz vor der Absetzung - angesichts der schlechten Einschaltquoten war die Verlängerung um eine vierte Staffel überraschend. Für die letzte Staffel erhielt Enterprise einen neuen Showrunner, Manny Coto, der von Berman und Braga unterstützt wurde.

Eine staffelübergreifende Story gab es nicht, dafür einige kürzere Handlungsstränge, die durchaus interessant waren. Beispielsweise wurde erklärt, warum die Klingonen in neueren Serien anders aussahen als in Raumschiff Enterprise mit Captain Kirk. Die Fortschritte bei der Maske wurden mit einer genetischen Manipulation erklärt - einfach, aber clever.

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Auch die Doppelfolge im Spiegeluniversum kam bei den Fans gut an - bei einigen der Schauspieler hingegen weniger. John Billingsley, Darsteller von Dr. Phlox, sagte 2020 beispielsweise, dass es in den beiden Folgen nur um die Effekte gegangen sei, sie ansonsten aber sinnlos gewesen seien. Zum Zeitpunkt des Drehs der Spiegeluniversumsfolgen wurde der Crew übrigens mitgeteilt, dass ihre Serie nach der Staffel enden würde.

Das Ende von Enterprise gilt zu Recht als eines der schlechtesten einer Star-Trek-Serie. Nachdem der gute Handlungsstrang um die Gründung der Föderation beendet wurde, schoben die Macher der Serie noch eine letzte Folge hinterher, in der sich Commander Riker an Bord der Enterprise-D die Gründung der Föderation 2161 auf dem Holodeck anschaut. Viele Fans empfanden es als unschön, Enterprise mit einer Next-Generation-Folge enden zu lassen - zumal die Serie mit der vorigen Folge Terra Prime eigentlich schon abgeschlossen war. Die letzte Folge hätte Berman übrigens anders gestaltet, wenn er geahnt hätte, wie sehr sie die Fans verärgern würde.

Die letzte Folge von Enterprise wurde am 13. Mai 2005 ausgestrahlt. Erstmals seit 1987 liefen im folgenden Herbst keine neuen Folgen einer Star-Trek-Serie im US-amerikanischen Fernsehen. Brannon Braga sagte 2005, dass es wohl nicht schlecht wäre, wenn das Franchise eine Ruhepause bekäme. Diese sollte bis zur ersten Staffel von Discovery im Jahr 2017 andauern.

Produzenten reagierten nicht auf Kritik

Insgesamt bleibt Enterprise als eine Serie im Gedächtnis, die viele gute Ansätze zeigte, deren Ausführung aber oft nicht gut war. Braga und Berman reagierten zu lange nicht auf die berechtigte Kritik der Zuschauer. So erhielt die Serie beispielsweise erst in der dritten Staffel eine konsequente Story.

Zu lange hatten die Macher sich am Konzept von Next Generation bedient und auf die Einzelepisoden gesetzt, was in den 2000er Jahren einfach nicht mehr funktionierte. Dabei haben schon Voyager und vor allem Deep Space Nine gezeigt, dass sich übergeordnete Handlungsstränge sehr gut mit einer Episodenerzählung kombinieren lassen.

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Was die Charakterentwicklung betrifft, machte Enterprise gegenüber den früheren Serien auch keine Fortschritte: Ensign Mayweather wurde wie etwa Harry Kim aus Star Trek: Voyager über vier Staffeln komplett vernachlässigt - die Entwicklung beschränkte sich auf Archer, T'Pol und Tucker. Kritiker warfen der Serie allerdings auch vor, den Charakter T'Pol wie Voyagers Seven-of-Nine durch knappe Kleidung zu sehr sexualisiert zu haben.

Rick Berman sagte 2011, er wisse selbst nicht, warum die Serie gescheitert sei. "Die Show hatte einen großartigen Start. Es gab sehr gute Kritiken, die Zuschauerzahlen waren beim ersten halben Dutzend Episoden groß. Aber dann fing es an, schief zu laufen. Ich könnte die Schuld auf mich nehmen. Ich könnte es auf die Drehbücher schieben. Ich könnte es auf die allgemeine Star-Trek-Müdigkeit schieben. Ich weiß nicht, warum es nicht funktionierte." Dass die Zuschauer einfach keine Lust mehr auf fehlende Charakterentwicklung und fehlende Storylines hatten, schien Berman nicht rechtzeitig eingefallen zu sein.

Alle vier Staffeln von Star Trek: Enterprise gibt es bei Netflix auf Abruf.

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 Star Trek: Enterprise: Mit Warp 5 zur vorzeitigen Absetzung
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Commanderluk 19. Okt 2021 / Themenstart

Mir gefiel die die Titelmusik eigentlich sehr gut, die Anderen habe Ich beim ersten Mal...

Commanderluk 19. Okt 2021 / Themenstart

Ich kann die Kritik über die Serie echt nicht verstehen. Außer dem schlechten Ende (durch...

Bluejanis 12. Okt 2021 / Themenstart

Das passte bei Battlestar Galactica auch gut, weil die Charaktere selbst eben nicht...

LtdCmdData 04. Okt 2021 / Themenstart

Hi, Ich mag diese Titel Musik, weil Ich finde, die passt auch in dieses Zeitalter auch...

Avarion 30. Sep 2021 / Themenstart

Mag aber lieber die langsamere aus Staffel 1: https://www.youtube.com/watch?v=5J-FOalYVCk *g*

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