Die Tardis wird eingemottet
Zum ersten Mal seit vielen Jahren werden weder von Star Trek neue Folgen produziert noch von Doctor Who – im 63. Jahr ist auch bei ihm das Ende erreicht. Auch hier ist die Fanbase zwiegespalten: Die einen mochten Russell T. Davies' neuen Ansatz mit Ncuti Gatwa als Doktor, den anderen war er zu woke, um den Kulturkampfbegriff zu bemühen.
Auf jeden Fall reichten bei höheren Kosten bei Disney+ die Einschaltzahlen nicht. Der britische Sender BBC steht also ohne finanzstarken Partner da, was heißt: entweder einen neuen finden, was schwierig sein dürfte, oder kleinere Brötchen backen.
Das kleinstmögliche Brötchen wäre ein für dieses Jahr angekündigtes Weihnachtsspecial gewesen. Allerdings kam kürzlich heraus, dass es nie ernsthaft in Betracht gezogen wurde. Das sagen zumindest die Entscheider von BBC und Russell T. Davies, auch wenn einiges darauf hindeutet, dass es zunächst anders war: Es soll mindestens eine Geschichte gegeben haben, die den Cliffhanger der letzten Staffel auflöste.
Frühestens 2028 – zum 65. Jubiläum von Doctor Who – könnte das Franchise zurückkehren. Ein derart früher Termin ist eher unrealistisch, weil jetzt die Phase beginnt, in der die BBC die Kosten konsolidieren und jemanden finden muss, der Doctor Who weiterführen möchte. Das ist schwierig, weil nicht wenige Produzenten finden, dass dies ein toxisches Franchise sei. Wer auch immer Doctor Who übernimmt, kann eigentlich nur verlieren(öffnet im neuen Fenster).
Interessenten gibt es schon. J. Michael Straczynski hat sich ins Rennen gebracht. Aber würde die BBC einem US-Amerikaner Doctor Who anvertrauen? Zumindest lebt der Schöpfer von Babylon 5 mittlerweile in London.
Ein anderer Kreativer hat ebenfalls über Doctor Who gesprochen: der Comic-Autor Grant Morrison. Auf seinem Substack(öffnet im neuen Fenster) erklärte er, dass er sich vielleicht mit einem Pitch an die BBC wenden werde, auch wenn er das früher schon getan habe und nie ernstgenommen worden sei.
Er hat sogar eine Idee, wie die alte Ära abgeschlossen und eine neue begonnen werden könnte: "Was die lästige Last vieler offener Handlungsstränge angeht, könnten die Macher einfach bekanntgeben, dass Gatwas Doctor eine instabile Bi-Regeneration war. Er versuchte, das Beste aus seiner kurzen Eintagsfliegen-Existenz zu machen, flackerte dabei aber nur so vor sich hin und war kaum richtig greifbar."
Bei einem Glitch habe er das vertraute Gesicht von Billie Piper gewählt. Sie spüre daraufhin David Tennants Doctor auf, der in seinem bodenständig-gewöhnlichen Leben bei Donna völlig durchdrehe. "Er kann einfach nicht aufhören, furchterregende, rachsüchtige Feinde aus dem All anzuziehen, weshalb er auf der Flucht ist; sie treffen sich und verschmelzen wieder zu einer wunderschönen Rose-und-der-Doctor-Szene, um die gesamte RTD-Ära (Russell T. Davies) elegant abzuschließen. Während die verständnisvolle Familie des Doctors sie anfeuert, geht plötzlich alles schief – und die neue Who-Ära macht genau da weiter, ohne auch nur einmal zurückzublicken."
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