Verfügbarkeit und Fazit
Die Grafik von Bridge Crew basiert auf der Unity-Engine. Der erste Eindruck ist sehr positiv: Die Brücke wirkt liebevoll und detailreich ausmodelliert und ist sehr räumlich. Allerdings tut sich da auch eher wenig, die Feuer- und Funkeneffekte in Notfällen wirken künstlich und auf herumlaufende Besatzungsmitglieder haben wir vergeblich gehofft.
Auch das All, das wir auf dem Bildschirm oder aus einer Außenkamera sehen, sieht nicht sehr glaubwürdig aus. Nebelfelder sind erkennbar nur einfache, irgendwo im Hintergrund eingefügte Texturen, Planeten wirken viel zu groß oder viel zu klein und Raumschiffe und -stationen in Zwischensequenzen sehen detailarm aus. Mit viel gutem Willen kann man das alles aber auch retro finden, was ja stimmig in die Frühzeit der Serie passen würde.
Star Trek Bridge Crew erscheint am 30. Mai 2017 für Playstation VR, Oculus Rift, HTC Vive und OSVR. Der Preis liegt bei rund 50 Euro. Der Download unserer Testfassung für PS-VR war übrigens nur 3 GByte groß - auch das zeigt, dass Spieler keine überlangen, gerenderten Zwischensequenzen oder Ähnliches erwarten sollten.
Die Sprachausgabe und alle Texte sind auf Deutsch verfügbar, andere Spachversionen gibt es ebenfalls. Laut Ubisoft soll über Uplay echtes Cross-Plattform-Gaming möglich sein, so dass Besitzer von Playstation VR etwa zusammen mit Eignern eines Rift durchs All sausen können. Leider konnten wir das noch nicht ausprobieren. Besitzer von einem der PC-basierten Headsets müssen sich übrigens in jedem Fall bei Uplay anmelden, auch wenn sie bei Portalen wie Steam kaufen. Von der USK hat Star Trek Bridge Crew eine Freigabe ab 12 Jahren bekommen.
Voraussichtlich im Sommer soll für Bridge Crew ein größeres Update erscheinen. Ubisoft und IBM arbeiten zusammen, um auf Basis des Spracherkennungssystems Watson dafür zu sorgen, dass der Spieler auch den KI-gesteuerten Crewmitgliedern die Befehle in natürlicher Sprache erteilen kann. Dann wäre es etwa möglich, Teams aus echten und computergesteuerten Mitgliedern ohne Umstellungen zu kommandieren.
Fazit
Ab und zu gibt es sie: Momente, in denen wir in Star Trek Bridge Crew das Gefühl haben, als Teil eines Teams ein riesiges Raumschiff zu steuern und so etwas wie echte Freiheit in den Weiten des Alls zu genießen. Die meiste Zeit allerdings arbeiten wir auf der Brücke ein relativ starres Protokoll ab, das uns wenig Raum für echte Entscheidungen oder gar für Heldenmut lässt, wie ihn ein Captain Kirk oder Picard auf ihren Reisen beweisen durften.
Lustigerweise dürfte dieses Abarbeiten von Arbeitsanweisungen dem Job eines echten Sternenflottenkapitäns (wenn es ihn irgendwann mal gibt) ja sogar eher entsprechen als ein mutig gebrülltes "Angriff" angesichts einer klingonischen Armada. Das ändert aber nichts daran, dass sich die Abenteuer auf der Brücke stellenweise anfühlen wie der Alltag im Cockpit eines Linienfluges.
Am meisten Spaß macht Bridge Crew im Koop-Modus, wenn so etwas wie ein Zusammengehörigkeitsgefühl aufkommt. Die Soloeinsätze sind dafür immerhin eine gute Vorbereitung, wir hätten uns neben mehr Freiheit aber auch eine spannendere Handlung gewünscht.
Richtig gut gemacht ist die Aufteilung der Aufgaben auf die Crewmitglieder und damit einhergehend auch die Steuerung. Alles wirkt prima abgestimmt und durchdacht, die Lernkurve überfordert nicht und die Zuständigkeiten sind klar.
Wer Bridge Crew als das nimmt, was es sein möchte - nämlich nur ein bewusst simpler Nachbau des Teams auf einer Brücke - und nicht allzu sehr den faszinierenden weiteren Möglichkeiten nachtrauert, findet hier mit ein paar Star-Trek-begeisterten Kumpels durchaus seinen Spaß.
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| Star Trek Bridge Crew im Test: Festgetackert im Holodeck |
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