Star Citizen: Transparenz im All

Das Weltraumspiel Star Citizen ist eines der ambitioniertesten Projekte derzeit. Auch beim Umgang mit der Community setzt es Maßstäbe - Entwickler Brian Chambers erzählt von Elitetestern und Erwartungsmanagement.

Artikel veröffentlicht am ,
Brian Chambers von Foundry 42 auf der Quo Vadis 17
Brian Chambers von Foundry 42 auf der Quo Vadis 17 (Bild: Peter Steinlechner / Golem.de)

Die Publisher von Computerspielen sind für viele Entwicklerstudios nicht immer einfache Partner. Ständig wollen sie Fortschrittsberichte, ständig haben sie bessere Ideen, ständig gibt es was zu mäkeln. Im Falle von Star Citizen ist die Ausgangslage noch schlimmer: Das Weltraumspiel hat 1,8 Millionen Unterstützer - und "unsere Unterstützer sind für mich wie Publisher", so Brian Chambers auf der Quo Vadis 17 in Berlin.

Stellenmarkt
  1. Systemadministrator DMZ / Firewalls (m/w/d)
    ivv GmbH, Hannover
  2. IT-Spezialist / Cloud Platform Engineer (LINUX Fokus) (m/w/d)
    INNEO Solutions GmbH, Ellwangen (Jagst) bei Aalen, Stuttgart
Detailsuche

Der Kalifornier Chambers arbeitet hauptsächlich bei Foundry 42, der Frankfurter Niederlassung des Hauptentwicklerstudios Cloud Imperium Games. Insgesamt sind rund 420 Entwickler mit der Arbeit an Star Citizen und dem Einzelspielerableger Squadron 42 beschäftigt. Die Finanzierung erfolgt vor allem über die Community - die 1,8 Millionen "Backer" haben dem Projekt mittlerweile über 147 Millionen US-Dollar bereitgestellt.

Damit die Fans bei der Stange bleiben und Star Citizen auch weiterhin unterstützen, kümmert sich Cloud Imperium Games wie kein anderes Studio um die Spieler und sorgt für größtmögliche Transparenz. Nahezu jede Woche gehen vier bis fünf aufwendig produzierte Videos mit Entwicklerberichten, Frage- und Antwortrunden und Ähnlichem online. Nahezu täglich veröffentlicht ein Entwickler ein Update, dazu kommen mehrere Foren und immer wieder Treffen zwischen Entwicklern und Unterstützern.

  • Star Citizen auf der Quo Vadis 17 (Foto: Golem.de)
  • Star Citizen auf der Quo Vadis 17 (Foto: Golem.de)
  • Star Citizen auf der Quo Vadis 17 (Foto: Golem.de)
  • Star Citizen auf der Quo Vadis 17 (Foto: Golem.de)
Star Citizen auf der Quo Vadis 17 (Foto: Golem.de)

Chambers erzählt, dass ihn das anfangs fast erschlagen habe - und rund zehn Prozent der Belegschaft versuchen auch heute noch, den Kontakt mit dem Kunden zu vermeiden. Der Großteil der Entwickler mache aber gerne mit, denn nicht nur aus finanzieller, sondern auch aus produktionstechnischer Sicht würden die Vorteile inzwischen enorm überwiegen. "Wir bekommen ständig neue Ideen von den Spielern, und sie helfen uns enorm, den üblichen Tunnelblick auf Inhalte oder Funktionen zu vermeiden."

Golem Akademie
  1. IT-Fachseminare der Golem Akademie
    Live-Workshops zu Schlüsselqualifikationen
  2. 1:1-Videocoaching mit Golem Shifoo
    Berufliche Herausforderungen meistern
  3. Online-Sprachkurse mit Golem & Gymglish
    Kurze Lektionen, die funktionieren
Weitere IT-Trainings

Das kann man allein schon an der Anzahl der Fehlermeldungen durch die Community festmachen. Insgesamt seien seit den Anfangstagen des Projekts rund 38.000 Bugs durch die Community gemeldet worden, rund 12 Prozent dieser Reports seien als konkrete, klar festzumachende Probleme bestätigt und kommentiert worden.

Eine besondere Rolle für das Team habe laut Chambers die "Evocati Testing Group"; Evocati waren Elitesoldaten im römischen Reich. Bei Star Citizen handelt es sich um rund 800 Spieler, die sich per Vertrag zur Verschwiegenheit gegenüber der Öffentlichkeit bereiterklärt hätten.

Sie bekommen dafür extrem frühen Zugang zu neuen Versionen, um nach Fehlern zu suchen. "Fast genau in der Sekunde, in der wir ihnen eine Version überlassen, kommen auch schon die ersten Fehlermeldungen im Forum", berichtet Chambers. "Für uns Entwickler ist das extrem wichtig."

Wenn die gröbsten Fehler mit Hilfe der Evocati behoben sind, bekommen auf den Testservern immer mehr angemeldete Spieler Zugang - erst 6.000, dann nach und nach bis zu 114.000 und schließlich im Rahmen des Public Release alle Fans von Star Citizen. Für Fehlermeldungen, gute Ideen und allgemeine Kommentare hat Cloud Imperium entsprechende Foren und sonstige Rückkanäle eingerichtet, so Chambers.

Dieses Hin und Her mit der Community brauche "wahnsinnig" viel Zeit, sagt Chambers. Er erzählt, wie schon die Entwicklung eines relativ simplen Geschützturms für Raumschiffe zu Fragerunden zwischen mehreren leitenden Entwicklern und den Spielern führe. Andererseits seien die Ergebnisse dann auch sehr überzeugend, findet zumindest Brian Chambers (und bei Präsentationen wie auf der Gamescom 16 hat Star Citizen tatsächlich bislang immer einen hervorragenden Eindruck hinterlassen).

Nicht ganz einfach finden Chambers und sein Team manchmal den Umgang mit den Spielern. Anfangs habe er fast gelitten, wenn er sich viel Kritik oder gar Hass anhören musste, so Chambers auf der Quo Vadis. Inzwischen sehe er die Sache etwas entspannter: Bei 1,8 Millionen Unterstützern gebe es eben sehr viele unterschiedliche Geschmäcker und Meinungen, und natürlich gelte auch in ihrer Community der Satz "Haters gonna Hate".

Trotzdem passt das Team auf, die Gemüter nicht über Gebühr zu strapazieren. Dazu gehöre etwa ein sinnvolles Erwartungsmanagement. "Wir können bei Terminangaben über Neuveröffentlichungen einfach nicht ganz konkret werden - wenn wir dann doch einen Bug finden, und der hat seine Ursache tief im Quellcode, dann dauert der Fix einfach lange", und dafür habe nicht jeder Spieler unbedingt Verständnis.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Hotohori 28. Apr 2017

Mir macht beim PU, jetzt rein auf die Technik des Spiels schauend, primär der Netcode...

Hotohori 28. Apr 2017

Wobei das so auch nicht mehr ganz stimmt, es kamen wieder neue Arten von Raumstationen...

Ufologe 28. Apr 2017

Ganz am Anfang gab es 10 Dollar dafür. Mir kommen unter 1,3 Millionen Schiffe sehr wenig...

n0x30n 28. Apr 2017

Die 400 Bugs von der Community sind ja auch nur die, die CIG nicht ohnehin schon kannte...

n0x30n 27. Apr 2017

Tja, sowas entsteht halt, wenn overhypte Spieler mit den Tatsachen nicht zurechtkommen...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Geekbench & GFXBench
Erste Benchmarks zeigen starken Apple M1 Max

Das Apple Silicon schneidet gut ab: Der M1 Max legt sich tatsächlich mit einer Geforce RTX 3080 Mobile und den schnellsten Laptop-CPUs an.

Geekbench & GFXBench: Erste Benchmarks zeigen starken Apple M1 Max
Artikel
  1. Sony a7 IV: Es klappt mit der Sony Alpha 7 IV
    Sony a7 IV
    Es klappt mit der Sony Alpha 7 IV

    Endlich ein Klappbildschirm! Wir fanden beim ersten Hands-on mit Sonys frischer Vollformatkamera noch mehr Neuerungen.

  2. Windows 11: User wollen separate Fenster in der Taskleiste zurück
    Windows 11
    User wollen separate Fenster in der Taskleiste zurück

    Windows 11 gruppiert Instanzen einer App zusammen und streicht die Möglichkeit, sie separat anzuzeigen. Das gefällt der Community gar nicht.

  3. Glasfaserausbau und T-Mobile US: Telekom streicht wohl 3.000 Stellen
    Glasfaserausbau und T-Mobile US
    Telekom streicht wohl 3.000 Stellen

    Die Telekom hat FTTH lange herausgezögert und kann jetzt hohe Ausgaben nicht mehr vermeiden. Die Übernahme von T-Mobile US wird zudem immer teurer.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • HP Herbst Sale bei NBB: Bis zu 500€ Rabatt auf Gaming-Notebooks, Monitore uvm. • PS5 & Xbox Series X vereinzelt bestellbar • Kingston RGB 32GB Kit 3200 116,90€ • LG OLED48A19LA 756,29€ • Finale des GP Anniversary Sales • Amazon Music 3 Monate gratis • Saturn Gutscheinheft [Werbung]
    •  /