Star Citizen: Berichte über galaktische Probleme

Ein kritisches Gespräch in der Umkleide über den Chef, Gemauschel beim Abendessen oder auch mal Befehlsverweigerung im Einsatz: Bei Wing Commander war derartiger Zoff und Zwist unter Kollegen ein tragender Teil der Handlung. Schöpfer Chris Roberts bekommt es bei seinem aktuellen Projekt Star Citizen aber derzeit auch im richtigen Arbeitsleben mit Konflikten und Indiskretionen zu tun.

So gibt es neue Meldungen über Entlassungen bei dem von der Community mit bislang rund 90 Millionen US-Dollar finanzierten Weltraumspiel(öffnet im neuen Fenster) . Es gibt aber offenbar auch Entwickler, die unter anderem aufgrund der schlechten Stimmung im Team freiwillig ihren Job bei Cloud Imperium Games aufgegeben haben.
Für Aufsehen hat unter anderem ein Brief gesorgt, den einer der Designer offenbar nur intern an seine Kollegen geschrieben hat, der aber durch eine Indiskretion seit wenigen Tagen auch auf Reddit(öffnet im neuen Fenster) nachzulesen ist. Darin übt der Entwickler – der inzwischen gekündigt hat – viel Kritik an Chris Roberts. Der Chef von Cloud Imperium Games vertraue auch leitenden Angestellten nicht, sondern bestehe darauf, selbst kleinste Details zu kontrollieren.
Er lasse seinen Mitarbeitern so gut wie keine Freiräume und kritisiere harsch, wenn etwa von ihm angestoßene Arbeitsweisen zu unbefriedigenden Ergebnissen führten. Das habe mittlerweile zur Folge, dass "Roberts studioweit zwar gefürchtet, aber nicht respektiert" werde.
Neben dieser Kritik sorgen aber noch andere Enthüllungen für Diskussionen in der Fangemeinde. Insbesondere der unabhängige Entwickler Derek Smart veröffentlicht weitere Geschichten(öffnet im neuen Fenster) über Star Citizen. Bei Smart ist zwar nie ganz klar, was er eigentlich erreichen möchte – oft hat man den Eindruck, dass er vor allem an PR in eigener Sache interessiert ist. Aber er nennt unter anderem in einem Blogbeitrag Namen von Mitarbeitern, die Cloud Imperium Games verlassen haben – und was dazu etwa in sozialen Netzwerken und Portalen zu finden ist, bestätigt seine Angaben.

Auch Smart schreibt von schlechter Stimmung im Team und Entlassungen unter anderem in der Niederlassung in Austin. Mittlerweile hat sich Cloud Imperium Games dazu auf Polygon.com(öffnet im neuen Fenster) gemeldet: Dem Studio zufolge gebe es eine Reihe von Umstrukturierungen, um künftig "effizienter und schneller" arbeiten zu können. Langfristig wolle man die Belegschaft aber sogar ausbauen.
Smart schreibt auch, dass Cloud Imperium Games das Geld ausgehe. Derzeit verfüge das Studio noch über rund 8 Millionen US-Dollar, was bei einem Monatsbudget von rund 3,5 Millionen US-Dollar aber nicht mehr lange reichen würde.
Gerüchte über finanzielle Engpässe bei Star Citizen gibt es innerhalb der Spielebranche schon länger, auch Golem.de hat derartiges aus verschiedenen Quellen schon seit Monaten immer wieder mal gehört, aber noch keine überzeugenden Belege gesehen. Im Gespräch – zuletzt auf der Gamescom 2015 – hat Chris Roberts sehr klar gesagt, dass die Finanzierung gesichert sei. Auch ein theoretisch wohl jederzeit möglicher Einstieg eines Investors oder eines Publishers sei schlicht nicht nötig.