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Standortverlauf: Verbraucherschützer gehen gegen Googles Datensammelwut vor

Google bekommt in Europa Ärger wegen der Speicherung von Standortverläufen seiner Nutzer. Verbraucherschutzverbände reichen DSGVO-Beschwerden ein, in Deutschland soll geklagt werden.

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So verleitet Google die Nutzer zur Aktivierung des Standortverlaufs.
So verleitet Google die Nutzer zur Aktivierung des Standortverlaufs. (Bild: Forbrukerrådet)

Mehrere europäische Verbraucherschutzverbände machen Druck auf Google wegen der intransparenten Speicherung von Standortdaten seiner Nutzer. Wie der europäische Verbraucherschutzverband (Beuc) am Dienstag mitteilte, wollen Verbraucherschützer in sechs Ländern bei den zuständigen Datenschutzbehörden eine Beschwerde einlegen. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) prüft hingegen die Einleitung eines Unterlassungsverfahrens. Schon Ende September sei Google abgemahnt worden, sagte Rechtsreferent Heiko Dünkel auf Anfrage von Golem.de.

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Die Verbraucherschützer werfen Google vor, verschiedene "Tricks und Verfahren" anzuwenden, damit die Nutzer von Android und Google Maps die Standortdaten freigeben. Dabei würden sie nicht ausreichend darüber informiert, was die Freigabe tatsächlich bedeute. An der Auseinandersetzung beteiligen sich neben dem VZBV noch Verbände aus Norwegen, den Niederlanden, Griechenland, Tschechien, Slowenien, Polen und Schweden.

Mehrere Berichte zu Speicherpraxis

Im vergangenen August hatte es mehrere Berichte über die unbemerkte und extensive Speicherung von Standortdaten durch Google gegeben. So hatte die Nachrichtenagentur AP am 13. August 2018 berichtet, dass Google weiterhin die Standortverläufe seiner Nutzer sammele, obwohl entsprechende Optionen auf Android-Geräten und iPhones deaktiviert worden seien. Eine am 21. August 2018 veröffentlichte Studie behauptete unter anderem, dass selbst ein nicht bewegtes Android-Telefon mit im Hintergrund aktivem Chrome-Webbrowser innerhalb von 24 Stunden 340-mal Ortungsdaten an Google übermittelt habe. Eine potenzielle Sammelklage wurde in den USA bereits eingereicht.

Eine 44-seitige Studie (PDF) des norwegischen Verbraucherschutzverbandes Forbruker Radet fasst die datenschutzrechtlichen Vorwürfe nun zusammen. Problematisch wird beispielsweise gesehen, dass Google selbst dann Standortdaten sammelt und abspeichert, wenn der Standortverlauf in Android deaktiviert ist. Auch bei deaktiviertem Verlauf werden demnach viele Standortdaten erfasst, was sich unter https://myactivity.google.com/myactivity überprüfen lässt. Dort wird jede gespeicherte Aktivität mit einem Standortsymbol versehen, wenn dazu Geodaten vorliegen. Das gilt beispielsweise für jede einzelne Suchanfrage. Google ermittelt den Standort nicht nur per GPS-Daten, sondern auch durch IP-Adressen, WLANs oder weitere Daten.

Zustimmung wird gut versteckt

Die Verbraucherschützer monieren unter anderem, dass Google die Webaktivitäten in den Standardeinstellungen gut versteckt, so dass er möglicherweise beim Einrichten des Kontos ungewollt aktiviert wird. Darüber hinaus würden die Nutzer nicht ausreichend informiert, was die Aktivierung bei Standortverlauf und Webaktivitäten eigentlich bedeute. Google habe den Einrichtungsprozess bei Android zudem so gestaltet, dass die Nutzer sehr leicht dazu verleitet werden, den Verlauf zu aktivieren.

Ebenfalls nerve Google die Nutzer ständig mit Anfragen, die ausgeschaltete Verlaufsoption wieder zu aktivieren. "Anstatt dass Google ein 'Nein' als Antwort nimmt, müssen die Nutzer die Auswahl ständig wiederholen", heißt es in der Studie. Die Verbraucherschützer stören sich darüber hinaus an der Verknüpfung bestimmter Dienste mit dem Standortverlauf. Das gelte beispielsweise für Google Photos und Google Assistant. Anstatt dem Nutzer eine granulare Einstellung zu ermöglichen, stehe er beim Standortvorlauf vor der Wahl: alles oder nichts. Nutzer von Google-Diensten auf iPhones hätten hingegen bessere Einstellmöglichkeiten.

Einwilligung nicht immer freiwillig und informiert

Datenschutzrechtlich stelle sich daher die Frage, ob beim Nutzer tatsächlich die erforderliche Zustimmung vorliege. Nach Artikel 4, Nummer 11 der DSGVO müsse eine Einwilligung "freiwillig für den bestimmten Fall, in informierter Weise und unmissverständlich" abgegeben werden können. Durch die beschriebenen "Tricks und Verfahren" werde eine solche Einwilligung erschwert.

Da die Speicherung der Webaktivitäten standardmäßig aktiviert sei, müsse Google die Verarbeitung der Standortdaten durch sein "berechtigtes Interesse" geltend machen. In diesem Fall bezweifelt die Studie, dass Googles Interesse am Verkauf personalisierter Anzeigen den Schutz der Privatsphäre seiner Nutzer überwiegt. Zudem sei den Nutzern gar nicht klar, wie und in welchem Umfang die Standortdaten gesammelt würden.

Nach Angaben des VZBV wurde Google bereits am 21. September per Abmahnung dazu aufgefordert, die Sammelpraxis zu ändern. Da Google sich geweigert habe, eine entsprechende Unterlassungserklärung zu unterzeichnen, werde nun die Einleitung eines Unterlassungsverfahrens geprüft.



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FreiGeistler 29. Nov 2018 / Themenstart

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FreiGeistler 29. Nov 2018 / Themenstart

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David64Bit 27. Nov 2018 / Themenstart

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DeathMD 27. Nov 2018 / Themenstart

Er meinte wohl Windows damit, aber auch damit konnte ich nicht dienen. Die Surface Books...

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