Abo
  • Services:

Standortverlauf: Sammelklage gegen Googles Datensammeln angestrebt

Trotz deaktivierter Standortverläufe auf dem Smartphone sammelt Google weiterhin fleißig die Geodaten der Geräte. Ein Nutzer hat Klage gegen diese Praxis eingereicht.

Artikel veröffentlicht am ,
Der Standortverlauf lässt sich bei Google lediglich pausieren.
Der Standortverlauf lässt sich bei Google lediglich pausieren. (Bild: Google)

Die unbemerkte Sammlung der Standortverläufe von Smartphone-Nutzern durch Google hat ein juristisches Nachspiel. Wie das US-Magazin Ars Technica berichtete, reichte am vergangenen Freitag ein Nutzer aus San Diego eine Klage gegen den Suchmaschinenkonzern bei einem Gericht in San Francisco ein (PDF). Die Nachrichtenagentur AP hatte am 13. August 2018 berichtet, dass Google weiterhin die Standortverläufe seiner Nutzer sammele, obwohl entsprechende Optionen auf Android-Geräten und iPhones deaktiviert worden seien.

Stellenmarkt
  1. ABB AG, Frankfurt am Main, Mannheim, Ratingen
  2. HUK-COBURG Versicherungsgruppe, Coburg

Google ruft nach eigenen Angaben für den Standortverlauf "in regelmäßigen Abständen Standortdaten von Ihren Geräten ab. Diese Daten werden auch dann gespeichert, wenn Sie keinen bestimmten Google-Dienst wie Google Maps oder die Google-Suche verwenden." Zur Begründung heißt es: "Anhand dieser Daten können wir die Nutzung von Google-Diensten personalisieren."

Datensammlung nicht zu stoppen

Dem AP-Bericht zufolge reichte es nicht aus, auf seinem Android-Gerät den Standortverlauf zu deaktivieren. Dies ist bei den Einstellungen der Google-Dienste in dem Menüpunkt "Daten & Personalisierung" unter "Aktivitätseinstellungen" möglich. Auch bei deaktiviertem Verlauf werden demnach viele Standortdaten erfasst, was sich unter https://myactivity.google.com/myactivity überprüfen lässt. Dort wird jede gespeicherte Aktivität mit einem Standortsymbol versehen, wenn dazu Geodaten vorliegen. Das gilt beispielsweise für jede einzelne Suchanfrage. Google ermittelt den Standort nicht nur per GPS-Daten, sondern auch durch IP-Adressen oder weitere Daten.

Vollständig deaktivieren lässt sich die Speicherung von Standortdaten offenbar gar nicht. Selbst dann nicht, wenn man den eigenen Account über die Webseite aufruft und dort unter dem Menüpunkt "Aktivitätseinstellungen" den Standortverlauf "pausieren" lässt. "Einige Standortdaten werden möglicherweise im Rahmen Ihrer Aktivitäten in anderen Google-Diensten wie der Google-Suche und Maps gespeichert", heißt es dann in einem Pop-up. Allerdings werden die Standortdaten dann nicht mehr in der Timeline angezeigt. Die Standortdaten lassen sich zudem nur einzeln aus dem Aktivitätsverlauf löschen. Eine komplette Löschung ist nur zusammen mit allen anderen Daten der Timeline möglich.

FTC soll einschreiten

Laut Ars Technica strebt der Kläger nun eine Sammelklage gegen diese Praxis an. Dabei soll es eine eigene Sammelklage für Android-Nutzer und eine andere für iPhone-Nutzer geben. Weiteren Ärger für Google könnte es auch durch die US-Verbraucherschutzbehörde FTC geben. Denn nach Ansicht der Datenschutzorganisation Epic (Electronic Privacy Information Center) hat Google mit dieser Praxis gegen eine Vereinbarung aus dem Jahr 2011 verstoßen. Darin war Google untersagt worden, falsche Angaben darüber zu machen, "in welchem Umfang die Verbraucher die Kontrolle über Sammlung, Nutzung und Offenlegung der betroffenen Informationen" erhalten. Einem dreiseitigen Brief zufolge (PDF) hat Google diese Anforderung nicht eingehalten. Die FTC wird darin aufgefordert, die damalige Anordnung durchzusetzen.



Anzeige
Hardware-Angebote
  1. (reduzierte Überstände, Restposten & Co.)
  2. täglich neue Deals bei Alternate.de

Ph4te 22. Aug 2018

Ich weiß gerade nicht, ob wir aneinander vorbei reden. Das ist ja das Ding. Die...

FreiGeistler 22. Aug 2018

Ersteres; weil es ohne gapps nicht als "Android" lizenziert wurde und auch nicht so...

hl_1001 21. Aug 2018

Inwiefern ist das mit dem Datenschutz hierzulande vereinbar?


Folgen Sie uns
       


Smartphone-Kameras im Vergleich

Wir haben die Fotoqualität von sechs aktuellen Top-Smartphones verglichen.

Smartphone-Kameras im Vergleich Video aufrufen
E-Mail-Verschlüsselung: 90 Prozent des Enigmail-Codes sind von mir
E-Mail-Verschlüsselung
"90 Prozent des Enigmail-Codes sind von mir"

Der Entwickler des beliebten OpenPGP-Addons für Thunderbird, Patrick Brunschwig, hätte nichts gegen Unterstützung durch bezahlte Vollzeitentwickler. So könnte Enigmail vielleicht endlich fester Bestandteil von Thunderbird werden.
Ein Interview von Jan Weisensee

  1. SigSpoof Signaturen fälschen mit GnuPG
  2. Librem 5 Purism-Smartphone bekommt Smartcard für Verschlüsselung

Haiku Beta 1 angesehen: BeOS in modernem Gewand
Haiku Beta 1 angesehen
BeOS in modernem Gewand

Seit nunmehr über 17 Jahren arbeitet ein kleines Entwickler-Team am quelloffenen Betriebssystem Haiku, das vollständig kompatibel sein soll mit dem um die Jahrtausendwende eingestellten BeOS. Seit einigen Wochen liegt endlich eine erste Betaversion vor, die BeOS ein wenig in die Moderne verhilft.
Von Tim Schürmann


    Amazons Echo Show (2018) im Test: Auf keinem anderen Echo-Gerät macht Alexa so viel Freude
    Amazons Echo Show (2018) im Test
    Auf keinem anderen Echo-Gerät macht Alexa so viel Freude

    Die zweite Generation des Echo Show ist da. Amazon hat viele Kritikpunkte am ersten Modell beseitigt. Der Neuling hat ein größeres Display als das Vorgängermodell und das sorgt für mehr Freude bei der Benutzung. Trotz vieler Verbesserungen ist nicht alles daran perfekt.
    Ein Test von Ingo Pakalski

    1. Update für Alexa-Display im Hands on Browser macht den Echo Show viel nützlicher
    2. Amazon Echo Show mit Browser, Skype und großem Display

      •  /