Abo
  • Services:

Standortverlauf: Bundesregierung fordert Klarstellung von Google

Die umfangreiche Speicherung von Standortdaten durch Google ruft die Bundesregierung auf den Plan. In einem Brief an das Unternehmen soll das Justizministerium aber unterschiedliche Vorwürfe verwechselt haben.

Artikel veröffentlicht am ,
Google-CEO Sundar Pichai erhält Post aus Berlin.
Google-CEO Sundar Pichai erhält Post aus Berlin. (Bild: Robert Galbraith/Reuters)

Die Bundesregierung fordert vom Suchmaschinenkonzern Google Zusicherungen beim Datenschutz von Android-Nutzern. Das geht nach Angaben von Spiegel Online aus einem Brief von Verbraucherschutz-Staatssekretär Gerd Billen an Google-Chef Sundar Pichai hervor. "Die Erfassung und Speicherung von Standortdaten trotz deaktiviertem Standortverlauf" wäre geeignet, schreibe Billen, "das Vertrauen der Verbraucher in die Nutzung von Angeboten und Diensten der digitalen Welt ganz gravierend und nachhaltig zu beeinträchtigen".

Stellenmarkt
  1. dmTECH, Karlsruhe
  2. GILDEMEISTER Beteiligungen GmbH, Bielefeld

Billen schreibe in seinem Brief, die Nutzer müssten sich "auf die Angaben und Einstellungsmöglichkeiten der Unternehmen verlassen" können. Ob und in welchem Umfang welche Daten erfasst und genutzt werden, müsse klar erkennbar sein. Dazu enthalte die europäische Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) "eingehende Regelungen". In den USA wurde wegen der Vorwürfe bereits eine potenzielle Sammelklage gegen Google vor einem Gericht in San Francisco eingereicht.

Standort-Tracking lässt sich kaum abschalten

Hintergrund des Schreibens und der Klage sind Berichte, wonach Google weiterhin die Standortverläufe seiner Nutzer sammelt, obwohl entsprechende Optionen auf Android-Geräten und iPhones deaktiviert wurden. Google ruft nach eigenen Angaben für den Standortverlauf "in regelmäßigen Abständen Standortdaten von Ihren Geräten ab. Diese Daten werden auch dann gespeichert, wenn Sie keinen bestimmten Google-Dienst wie Google Maps oder die Google-Suche verwenden." Zur Begründung heißt es: "Anhand dieser Daten können wir die Nutzung von Google-Diensten personalisieren."

Vor einem betreffenden Bericht der Nachrichtenagentur AP soll es auf Googles Hilfeseite geheißen haben: "Sie können den Standortverlauf jederzeit deaktivieren. Wenn Sie den Standortverlauf deaktivieren, werden die von Ihnen besuchten Orte nicht mehr gespeichert." Das traf jedoch nicht zu.

Auch jetzt reicht es immer noch nicht aus, auf seinem Android-Gerät den Standortverlauf zu deaktivieren. Dies ist bei den Einstellungen der Google-Dienste in dem Menüpunkt "Daten & Personalisierung" unter "Aktivitätseinstellungen" möglich. Auch bei deaktiviertem Verlauf werden demnach viele Standortdaten erfasst, was sich unter https://myactivity.google.com/myactivity überprüfen lässt. Dort wird jede gespeicherte Aktivität mit einem Standortsymbol versehen, wenn dazu Geodaten vorliegen. Das gilt beispielsweise für jede einzelne Suchanfrage. Google ermittelt den Standort nicht nur per GPS-Daten, sondern auch durch IP-Adressen oder weitere Daten.

Vorwürfe verwechselt

Vollständig deaktivieren lässt sich die Speicherung von Standortdaten offenbar gar nicht. Selbst dann nicht, wenn man den eigenen Account über die Webseite aufruft und dort unter dem Menüpunkt "Aktivitätseinstellungen" den Standortverlauf "pausieren" lässt. "Einige Standortdaten werden möglicherweise im Rahmen Ihrer Aktivitäten in anderen Google-Diensten wie der Google-Suche und Maps gespeichert", heißt es dann in einem Pop-up.

Diese Problematik ist unabhängig von einer Studie, wonach Android-Smartphones Hunderte Male am Tag unbemerkt Ortungsdaten an Google übermitteln. So heißt es in dem am 21. August 2018 veröffentlichten Papier unter anderem, dass selbst ein nicht bewegtes Android-Telefon mit im Hintergrund aktivem Chrome-Webbrowser innerhalb von 24 Stunden 340-mal Ortungsdaten an Google übermittelt habe.

Laut Spiegel Online bezog sich das Ministerium für Justiz und Verbraucherschutz in einer ersten Version seines Briefs auf diese Studie, so dass ein zweiter Brief mit den korrekten Vorwürfen habe nachgereicht werden müssen. Im zweiten Brief heiße es zu Beginn, Staatssekretär Billen bedauere den Fehler.



Anzeige
Blu-ray-Angebote
  1. (u. a. 3 Blu-rays für 15€, 2 Neuheiten für 15€)

quineloe 28. Aug 2018

Naja, die haben wegen der DSGVO (die sie verpennt haben) vorübergehend die EU...

newcomer15 28. Aug 2018

Ich vertraue Mozilla aufjedenfall mehr das sie sich an ihre Datenschutzbestimmungen...

jsm 28. Aug 2018

Wenn du ein "kleiner" Verbrecher bist, dann kommt die Polizei dich direkt abholen. Wenn...


Folgen Sie uns
       


Red Dead Redemption 2 - Golem.de live

Wir reden gemeinsam mit unserer Community über das große Spiel 2018, Red Dead Redemption 2, nach dem Test.

Red Dead Redemption 2 - Golem.de live Video aufrufen
Flexibles Smartphone: Samsung verspielt die Smartphone-Führung
Flexibles Smartphone
Samsung verspielt die Smartphone-Führung

Jahrelang dominierte Samsung den Smartphone-Markt mit Innovationen, in den vergangenen Monaten verliert der südkoreanische Hersteller aber das Momentum. Krönung dieser Entwicklung ist das neue flexible Nicht-Smartphone - die Konkurrenz aus China dürfte feiern.
Eine Analyse von Tobias Költzsch

  1. Flexibles Display Samsungs faltbares Smartphone soll im März 2019 erscheinen
  2. Samsung Linux-on-Dex startet in privater Beta
  3. Infinity Flex Samsung zeigt statt Smartphone nur faltbares Display

Dark Rock Pro TR4 im Test: Be Quiet macht den Threadripper still
Dark Rock Pro TR4 im Test
Be Quiet macht den Threadripper still

Mit dem Dark Rock Pro TR4 hat Be Quiet einen tiefschwarzen CPU-Kühler für AMDs Threadripper im Angebot. Er überzeugt durch Leistung und den leisen Betrieb, bei Montage und Speicherkompatiblität liegt die Konkurrenz vorne. Die ist aber optisch teils deutlich weniger zurückhaltend.
Ein Test von Marc Sauter

  1. Dark Rock Pro TR4 Be Quiets schwarzer Doppelturm kühlt 32 Threadripper-Kerne

Sony RX100 VI im Test: Besser geht Kompaktkamera kaum
Sony RX100 VI im Test
Besser geht Kompaktkamera kaum

2012 hat die Sony seine Kompaktkameraserie RX100 gestartet. Das neue Modell RX100 VI mit extra großem Zoom zeigt, dass sich auch eine gute Kamera immer noch verbessern lässt. Perfekt ist sie jedoch immer noch nicht.
Ein Test von Andreas Donath

  1. M10-D Leica nimmt Digitalkamera absichtlich das Display
  2. Keine Speicherkarten Zeiss plant Vollformatkamera ZX1 mit eingebautem Lightroom
  3. Insta 360 Pro 2 Neue Profi-360-Grad-Kamera nimmt 3D-Videos in 8K auf

    •  /