Abo
  • Services:

Stagefright: Google greift sich selbst an

Google-Ingenieure aus dem Project-Zero-Team haben einen neuen Exploit vorgestellt, der die Stagefright-Sicherheitslücke ausnutzt. Darin demonstrieren sie eine Schwäche von ASLR, das der Konzern lange als Sicherheitsfeature angepriesen hat. Auch Zimperium hat neue Stagefright-Exploits gefunden.

Artikel veröffentlicht am ,
Funktioniert auch auf dem Nexus 5: neuer Stagefright-Exploit
Funktioniert auch auf dem Nexus 5: neuer Stagefright-Exploit (Bild: Google)

Mitglieder von Googles eigenem Sicherheitsteam Project Zero haben einen Stagefright-Exploit veröffentlicht, der auch auf aktuellen Android-Geräten funktionieren soll. In der vergangenen Woche hatten die Stagefright-Entdecker von Zimperium bereits einen Exploit veröffentlicht, der aber nur mit älteren Android-Versionen funktioniert.

Stellenmarkt
  1. Robert Bosch GmbH, Reutlingen
  2. Robert Bosch GmbH, Schwieberdingen

Der aktuelle Exploit nutzt die Schwäche mit der Nummer CVE-2015-3864 aus und lässt sich auch auf einem Nexus 5 mit der aktuellen Android-Version 5.1.1 ausführen. Nach Angaben von Googles Hackern funktionierte er im Durchschnitt jedes 256. Mal. Der Exploit könne auch aus der Ferne ausgenutzt werden.

Sicherheitsupdates waren fehlerhaft

Nachdem Google im Sommer mehrere Sicherheitsupdates veröffentlicht hatte, um die Sicherheitslücken zu mitigieren, wurde bereits bekannt, dass einige der Patches selbst angreifbar waren.

Nach Googles Darstellung sind die Lücken in der Stagefright-Bibliothek aber schwer auszunutzen, da Android ab Version 4.1. Adress Space Layout Randomization (ASLR) einsetzt. Mit dieser Technik wird Programmen zufällig ein bestimmter Adressbereich zugewiesen - dies soll einen Pufferüberlauf verhindern, da das System kaum mehr deterministisch sei.

Die Google-Ingenieure nutzen für ihren Angriff aus, dass ASLR nur 8 Bits Entropie gewährleistet. Dies bedeutet, dass Angreifer ihren Code in 2⁸ beziehungsweise 256 mögliche Speicherbereiche einschleusen müssen, um einmal erfolgreich zu sein.

Die Testergebnisse von Project Zero zeigen genau diese Charakteristik auf: Per Brute Force probiert der Exploit jedes Mal einen neuen Speicherbereich für libc.so aus. Dabei wird der Exploit-Code in einer manipulierten MP-4-Datei aus dem Browser ausgeführt und immer wieder neu geladen - bis die Daten im gewünschten Speicherbereich liegen und der Angriff erfolgreich ist. Das Team profitierte in diesem Versuch davon, dass der verwundbare Medienserver von Android direkt ausgeführt wird und der Speicherbereich daher bei jedem Exploit-Versuch neu zufallsgeneriert wird.

Es soll noch weitere Exploits geben

Nach Angaben von Mark Brand aus dem Projext-X-Team waren von 4.096 durchgeführten Exploit-Versuchen 15 erfolgreich. Der schnellste Erfolg stellte sich mit viel Glück bereits nach 30 Sekunden ein, der langsamste erst nach mehr als einer Stunde. Es gibt demnach eine vierprozentige Chance auf einen erfolgreichen Exploit innerhalb einer Minute.

Joshua Drake von Zimperium sagte Ars Technica, er habe selbst einen Exploit geschrieben, der ebenfalls Schwächen von ASLR ausnutze. Dieser Exploit sei bislang noch nicht veröffentlicht - er sei noch deutlich effektiver als der von Project Zero vorgestellte.

Es ist bemerkenswert, dass Googles eigenes Sicherheitsteam Sicherheitslücken auf diese Art und Weise veröffentlicht. Für ihre Forschung haben die Google-Forscher viel Anerkennung gesammelt - die rigide Disclosure-Politik des Projektes führte in der Vergangenheit jedoch auch zu Kritik.



Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 399,99€ mit Vorbesteller-Preisgarantie
  2. (-78%) 1,11€
  3. (-80%) 11,99€
  4. 14,99€ + 1,99€ Versand oder Abholung im Markt

Dwalinn 21. Sep 2015

Das stimmt zwar, aber für mich ist eine gute Kamera pflicht für ein Handy... das Lumia...

anni46 20. Sep 2015

ok, vielen Dank schon mal !! Da werde ich dann mal nachforschen :-)

werwurm 20. Sep 2015

Also "to mitigate" hat im Bereich der IT-Sicherheit schon eine Bedeutung. Es wird dann...

nille02 19. Sep 2015

Der Verkauf von neuen Geräten liegt aber im Interesse von Googles Partnern.


Folgen Sie uns
       


Energiespeicher in der Cruijff Arena - Bericht

Die Ajax-Arena in Amsterdam wird komplett aus eigenen Akkureserven betrieben. Die USVen im Keller des Gebäudes werden von Solarzellen auf dem Dach und parkenden Elektroautos aufgeladen. Golem.de konnte sich das Konzept genauer anschauen.

Energiespeicher in der Cruijff Arena - Bericht Video aufrufen
Razer Blade 15 im Test: Schlanker 15,6-Zöller für Gamer gefällt uns
Razer Blade 15 im Test
Schlanker 15,6-Zöller für Gamer gefällt uns

Das Razer Blade 15 ist ein gutes Spiele-Notebook mit flottem Display und schneller Geforce-Grafikeinheit. Anders als im 14-Zoll-Formfaktor ist bei den 15,6-Zoll-Modellen die Konkurrenz aber deutlich größer.
Ein Test von Marc Sauter

  1. Gaming-Notebook Razer packt Hexacore und Geforce GTX 1070 ins Blade 15
  2. Razer Blade 2017 im Test Das beste Gaming-Ultrabook nun mit 4K

Raumfahrt: Boeing und SpaceX kämpfen mit dem Regulierungschaos der Nasa
Raumfahrt
Boeing und SpaceX kämpfen mit dem Regulierungschaos der Nasa

Die neuen Raumschiffe von Boeing und SpaceX verspäten sich und werden wohl erst 2020 mit Crew fliegen. Die Aufsichtsbehörde der US-Regierung sieht einen Teil der Schuld beim Chaos im Nasa-Management.
Von Frank Wunderlich-Pfeiffer

  1. Nasa Forscher entdecken Asteroiden, bevor er die Erde erreicht
  2. Nasa 2020 soll ein Helikopter zum Mars fliegen
  3. Raumfahrt Nasa startet neue Beobachtungssonde Tess

Hasskommentare: Wie würde es im Netz aussehen, wenn es uns nicht gäbe?
Hasskommentare
"Wie würde es im Netz aussehen, wenn es uns nicht gäbe?"

Hannes Ley hat vor rund anderthalb Jahren die Online-Initiative #ichbinhier gegründet. Die Facebook-Gruppe schreibt Erwiderungen auf Hasskommentare und hat mittlerweile knapp 40.000 Mitglieder. Im Interview mit Golem.de erklärt Ley, wie er die Idee aus dem Netz in die echte Welt bringen will.
Ein Interview von Jennifer Fraczek

  1. Nutzungsrechte Einbetten von Fotos muss nicht verhindert werden
  2. Bundesnetzagentur UKW-Abschaltung abgewendet
  3. Drupalgeddon 2 115.000 Webseiten mit Drupallücken übernommen

    •  /