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Auf dem Mars und darüber hinaus

Tausende Menschen leben inzwischen auf dem Roten Planeten, der auch zum Ausgangspunkt weiterer Missionen im Sonnensystem wird. Gleichzeitig wächst der politische Druck von der Erde: Die Regierungen der Welt wollen auf dem Mars mehr Kontrolle und Ordnung durchsetzen.

Zwischen den Bewohnern der Kolonie und ihren Herkunftsnationen entstehen dadurch neue Konflikte. Denn immer besteht die Gefahr, dass die Erde das Interesse an der Kolonie verliert.

Derweil leben und arbeiten dort drei Generationen der Baldwins: Ed, mittlerweile über 80 Jahre alt, seine Tochter Kelly und deren erwachsener Sohn Alex. Während die einen versuchen, die Mars-Kolonie selbstversorgend und damit unabhängig von der Erde zu machen, wollen die anderen noch weiter hinaus, neues Leben finden und das Wissen und den wissenschaftlichen Fortschritt mehren. Aber auch das ist problematisch. Denn über alldem stehen die Geopolitik, das Großkapital und nicht zuletzt Korruption.

Das ist spannend und mitreißend erzählt, weil die Serie es nach wie vor schafft, zu zeigen, wo ein utopischer Wunsch mit der harten Realität kollidiert. Das hier ist keine Star-Trek-Zukunft; es ist eine, die unsere Gegenwart widerspiegelt.

Denn so rosig die Zukunft auch erscheinen mag, so wenig ist sie es – mit machtpolitischem Streben ganzer Nationen, aber auch Konzernen, die ihre Angestellten ausbeuten. Die Welt von For All Mankind mag technologisch und gesellschaftlich besser sein als die unsere, aber die Politik und das Geld holen sie dann doch wieder auf unser Niveau herunter. Die hässliche Wahrheit: Egal, wie sich die Menschheit entwickelt, am Ende bleibt doch alles irgendwie gleich.

Das Make-up

Wie schon in vorherigen Staffeln ist das Alters-Make-up nicht bei allen Darstellern überzeugend. Die Maskenbilder kommen sichtlich an ihre Grenzen, wenn sie den 46-jährigen Joel Kinnaman zum 80-Jährigen machen sollen. Aber es hat funktioniert, Cynthy Wu, die in ihren Zwanzigern ist, wie eine 50-Jährige wirken zu lassen.

Ein klein bisschen suspension of disbelief , also (berechtigte) Zweifel zu unterdrücken, ist aber dennoch nötig. Es ist besser, über das eine oder andere Make-up hinwegsehen zu können.

Die Zukunft

Was der Serie aber hervorragend gelingt, ist, das Publikum daran zu erinnern, dass der Fortschritt von For All Mankind – das konstante und entschlossene Erforschen des Sonnensystems – möglich gewesen wäre, wenn der Wille da gewesen wäre. So ist For All Mankind aller gesellschaftlichen Kritik zum Trotz vor allem eine Serie, die den Träumer in uns allen anspricht.

Kurz vor Start der fünften Staffel wurde zudem bekannt, dass die Serie mit der sechsten Staffel beendet wird . Eigentlich schade, denn die Serie hätte auch in die Zukunft führen können, was durchaus sehr reizvoll gewesen wäre – insbesondere, weil die sozialen, gesellschaftlichen und technologischen Entwicklungen sich von den unseren unterscheiden. Es wäre spannend gewesen, zu sehen, wie sich For All Mankind angesichts der veränderten Historie von fast 60 Jahren die Zukunft vorstellt.


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