Staffel 3 von The Bad Batch: Wer hier nicht zuschaut, verpasst großes Star Wars!

Hinweis: Um den Bogen zur dritten Staffel zu schlagen, gehen wir auf die Handlung der ersten und zweiten Staffel ein. Wer nichts darüber wissen möchte, sollte lieber nicht weiterlesen.
Die Nachricht, dass die dritte auch die letzte Staffel von Star Wars: The Bad Batch ist, war für manchen Fan alles andere als erfreulich. Denn die Serie gehört zum Besten, was es momentan in Sachen Star Wars gibt.
Sie führt praktisch fort, was mit Star Wars: The Clone Wars begonnen wurde und erzählt eine rasante, spannende und emotional packende Geschichte, die sehr viel erwachsener ist, als es auf den ersten Blick wirkt. Dass die Serie computeranimiert ist, sollte niemanden verschrecken. Wer hier nicht zuschaut, verpasst großes Star Wars!
Die von Dave Filoni entwickelte Serie konzentriert sich auf den Bad Batch, im Deutschen die "Schaden-Charge". Das sind experimentelle Klone, bei denen etwas schiefgelaufen ist, die aber zu Kämpfern geworden sind.
Nach dem Untergang der Republik stellen sie sich gegen das Imperium: ihr Anführer Hunter, das Technik-Genie Tech, das Muskelpaket Wrecker und der Scharfschütze Crosshair. Zu ihnen gesellt sich das junge Klonmädchen Omega.
In der ersten Staffel rauft sich das Team zusammen und wird von Crosshair verraten. Für diese Figur beginnt eine über drei Staffeln laufende Entwicklung, die hochdramatisch ist.
Der Ärger findet sie immer
Auch bei der zweiten Staffel war die Mixtur der Geschichten so, wie man das erwartet: Es gab reichlich Action, aber auch Tiefgang. Die Klonkriege sind vorbei, nun herrscht das Imperium. Die Schaden-Charge versucht, sich aus Ärger herauszuhalten, aber der Ärger findet sie immer.
Das Schöne an der Serie ist, dass sie nicht im luftleeren Raum existiert, es werden auch Handlungsfäden von Star Wars: The Clone Wars aufgegriffen. So erfährt man hier, wie es dem Wookiiee-Padawan ergangen ist, den man zuletzt in der Serie gesehen hat. Ja, er hat die Order 66 überlebt, sicher ist er dennoch noch nicht.
Außerdem gibt es eine wahnsinnig gute Folge, die eine der großen Fragen des Star-Wars-Kanons aufgreift: Wieso und wann schwenkte das Imperium von Klonen um zu frei rekrutierten Soldaten für die Sturmtruppen um? Nichts weniger als eine Verschwörung war es, die die Klone aus ihren Jobs herausdrängte.
Darüber hinaus verlässt ein Mitglied das Team. Und es gibt einen Verlust zu beklagen. In der zweiten Staffel zeigte sich zudem, was die große Geschichte hinter allem ist. Es geht um das Ende des Klonprogramms und um den Beginn eines neuen Projekts. Die Serie bereitet hier den Boden für die spätere Rückkehr von Palpatine in der Sequel-Trilogie.
Die Serie schließt Lücken der ganzen Mythologie
Mit 15 Episoden ist die neue Staffel etwas kürzer als die beiden vorherigen mit ihren jeweils 16 Episoden. Am Ende der zweiten Staffel verlor das Team einen der ihren und Omega wurde von einem Imperialen aufgegriffen.
Dort setzt die letzte Staffel ein, deren erste Folge ganz und gar Omega vorbehalten ist. Sie wird auf Trantiss gefangengehalten, wo eine Kamino-Wissenschaftlerin an einem Klonprojekt arbeitet, für das auch Blutproben von Omega benötigt werden.
Doch die Wissenschaftlerin lässt sie immer wieder verschwinden. Omega findet derweil Crosshair in einer Zelle, denn er, der einst die Schaden-Charge verraten hat, hat sich gegen das Imperium gestellt. Sie plant die Flucht mit ihm. In der zweiten Folge geht es um Hunter und Wrecker, die über Monate hinweg nach Omega suchen, dabei aber kaum vorankommen.
Der erste Storybogen der Staffel befasst sich damit, zum alten Status Quo zurückzukehren, treibt aber auch die charakterliche Entwicklung der Figuren voran. Das gilt vor allem für Crosshair.
Palpatines Projekt
Was in der zweiten Staffel begonnen wurde, wird hier ausgebaut. Es geht auch um die politischen Zustände im Imperium, um Welten, die nach Verbündeten suchen, um gegen Palpatines Reich aufzubegehren. Ebenso geht es um Palpatines Geheimprojekt.
Star Wars: The Bad Batch wird clever genutzt, um Ereignisse in Gang zu setzen und deren Verlauf zu erklären. Die Rückkehr von Palpatine in Episode IX stieß vielen Fans immer etwas sauer auf - die Serie bietet nun aber die Erklärung. Die Serie schließt Lücken in der Mythologie, vor allem lebt sie aber von den gut entwickelten Figuren, denen man ein Happy End wünschen würde.
Da uns nicht alle Folgen der dritten Staffel vorab gezeigt wurden, lässt sich nur spekulieren, ob es das geben wird. Denn dass die Serie nicht kindlich erzählt und durchaus bereit ist, ihren Figuren große Opfer abzuverlangen, konnte man schon im Finale der zweiten Staffel sehen. Dazu kommt, dass man erzählerisch extrem viel geboten wird und mit Asajj Ventress sogar eine Figur zurückkommt, die bei Star Wars: The Clone Wars besonders beliebt war.
Es ist schade, dass die Serie schon nach drei Staffeln beendet wird. Vielleicht hängt das mit der Schließung des ILM-Animationsstudios in Singapur zusammen.
Man kommt nicht umhin zu denken, dass hier noch viel mehr Potenzial vorhanden gewesen wäre. Immerhin ist die Schaden-Charge so etwas wie das A-Team des Star-Wars-Universums, das ausrückt, um jenen zu helfen, die sich selbst nicht helfen können. Schade, dass ihnen bei Lucasfilm niemand zu mehr Staffeln verholfen hat.



