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Zu viele Protagonisten

Die Genannten sind nur ein paar der Figuren der dritten Staffel. Zu sagen, dass House of the Dragon an seinem Ensemble fast zerbricht, wäre noch eine Untertreibung.

Es gibt zu viele Figuren, die häufig auch zu ähnlich sind und noch dazu ähnliche Dialoge abliefern. Wo bei Game of Thrones jeder Charakter einzigartig war, erscheinen einige hier austauschbar, geradezu bedeutungslos. Eine stärkere Fokussierung auf weniger Figuren hätte viel gebracht.

Immenser Aufwand

Warner lässt sich die Serie einiges kosten, weil sie Abonnenten für HBO Max ziehen soll. Dabei wird in Superlativen gedacht. Die zweite Staffel wurde über 270 Tage hinweg mit 2.500 Crewmitgliedern, mehr als 9.000 Statisten und acht FX-Studios in sieben Ländern gedreht.

Staffel 3 steht dem in nichts nach. Im Gegenteil: Die große Seeschlacht bei Gullett hätte eigentlich das große Finale der zweiten Staffel werden sollen. Der Produktion ging aber das Geld aus, die Staffel wurde von zehn auf acht Folgen gekürzt und das, was das zweite Jahr hätte beenden sollen, eröffnet nun das dritte.

In Hinblick auf die Zuschauerzahlen kommt House of the Dragon nach wie vor nicht an Game of Thrones heran. Das mag daran liegen, dass es ein Prequel ist. Dass man nicht abschätzen kann, wer am Ende auf dem Eisernen Thron sitzen wird, ist im Grunde nur das Vorgeplänkel, wie groß auch immer es sein mag. Und: Es geht eben doch immer nur um das Eine: das Erobern des Eisernen Throns.

Mit einigen Figuren kann die Serie aber durchaus punkten. Emma D'Arcy spielt Rhaenyra vielschichtig. Ihre Figur macht in dieser dritten Staffel eine psychologische Entwicklung durch. Diese lässt sich vielleicht erahnen, ist aber deswegen nicht weniger wirkungsvoll.

Matt Smith als Damon ist das, was man überlebensgroß nennen könnte. Er wirkt fast, als sei er aus einer anderen Serie, bei der die Gravitas, aber auch ein gewisses Faible zur (mehr oder minder leichten) Übertreibung zum Tragen kommen. Dennoch: Er ist ein Highlight.

Wieder nur acht Folgen

Sowohl die zweite als auch die dritte Staffel haben nur acht Episoden und damit zwei weniger als in Staffel 1. Auch das ist Teil des Problems, da viele Ereignisse überhastet durchgezogen werden, nicht ganz unähnlich der letzten Season von Game of Thrones.

In der dritten Staffel House of the Dragon wird alles größer und – paradoxerweise – auch kleiner, weil es zwei Folgen der Staffel gibt, die in ihrer Leichtigkeit und Einfachheit eher an A Knight of the Seven Kingdoms erinnert.

Allen Schwächen zum Trotz ist House of the Dragon in der dritten Staffel ein großes Fantasy-Spektakel, das die vierte und letzte Season vorbereitet.


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