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Staffel 3 von For All Mankind: Faszinierendes Space Race zum Mars

Die Science-Fiction -Serie For All Mankind geht von der Prämisse aus, dass die Sowjets als erste den Mond betraten. Seit heute läuft die dritte Staffel.
/ Peter Osteried
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Sie sind auf dem Mars. Aber wer sind "sie"? (Bild: Apple TV+ (Screenshot: Golem.de))
Sie sind auf dem Mars. Aber wer sind "sie"? Bild: Apple TV+ (Screenshot: Golem.de)

Spoilerwarnung: Wer Staffel 1 und 2 von For All Mankind noch nicht gesehen hat, sollte den Text besser nicht lesen, er verrät einiges über die bisherige Handlung.

Ihren Ursprung hatte die Serie For All Mankind in einem Gespräch von Ronald D. Moore (Battlestar Galactica) mit einem Astronauten. Beide fragten sich, wie das Weltraumrennen ausgesehen hätte, wenn die Russen nicht nur als erste einen Mann ins All gebracht, sondern auch als erste auf dem Mond gelandet wären.

Denn das ist die Ausgangslage der von Moore mit Matt Wolpert und Ben Nedivi entwickelten Serie, die 2019 startete und eine der ersten originären Produktionen von Apple TV+ war. Zu Beginn der ersten Staffel (10 Folgen) erlebt man mit, wie Amerikaner einer Fernsehausstrahlung folgen und zusehen, wie der erste Mensch den Mond betritt – und die sowjetische Flagge hisst.

Im Zentrum von Moores Überlegungen stand Sergei Koroljow, der Vater des sowjetischen Weltraumprogramms. Er starb Mitte der 1960er Jahre auf einem OP-Tisch in Moskau. "Nach diesem Punkt zerfiel das russische Mondfahrtprogramm. Unser Divergenzpunkt zur Historie ist, dass Koroljow überlebt hat – und die russische Mondlandung möglich machte," sagte Moore in einem Interview(öffnet im neuen Fenster) . Seit heute (10. Juni) läuft Staffel 3 bei Apple TV+, sie hat zehn Folgen, jede Woche freitags kommt eine neue heraus.

Die erste Staffel handelte davon, wie die USA den ersten Schock überwinden und ihr Raumfahrtprogramm noch stärker vorantreiben. Sie spielt in den Jahren 1969 bis 1974, allerdings mit einer schnelleren technologischen Entwicklung als in der Realität: Denn am Ende haben die Amerikaner die erste bemannte Mondstation gebaut.

Ein Jahrzehnt vergeht

Die zweite Staffel (10 Folgen) spielt knapp zehn Jahre später und der Protagonist, der Astronaut Ed Baldwin (Joel Kinnaman), ist zum Leiter des Astronautenprogramms aufgestiegen. Hier wird nun deutlicher, welche Auswirkungen die sowjetische Mondlandung auf das Weltgeschehen hatte(öffnet im neuen Fenster) , im Unterschied zu den realen Entwicklungen.

Die Sowjets haben sich hier schon Ende der 1970er Jahre aus Afghanistan zurückgezogen, um mehr Ressourcen in das Weltraumprogramm stecken zu können. Die Basis auf dem Mond – Jamestown genannt – ist enorm angewachsen, so dass nun weit mehr Astronauten ständig auf dem Erdtrabanten sind.

For All Mankind 8212 Season 3 Official Trailer
For All Mankind 8212 Season 3 Official Trailer (01:58)

Zugleich nehmen die Spannungen zu, bis hin zu einem Feuergefecht auf dem Mond. Der Kalte Krieg droht heiß zu werden, aber eine Geste der Verständigung verhindert dies. Die Dramatik zieht in der zweiten Staffel deutlich an und es gilt, sich erneut von Hauptfiguren zu verabschieden.

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Der größte Unterschied zur realen Raumfahrtgeschichte ist, dass die Menschen in der Serie weiterhin den Mond ansteuern – während in Wirklichkeit seit fast 50 Jahren kein Mensch mehr dort war. Das Weltraum-Wettrennen sorgt zudem für einen technologischen Sprung, der weit größer ist als in der Realität.

Aber nicht nur das: Die Serie zeigt auch, dass mit dem Wettrennen ins All eine starke gesellschaftliche Veränderung einhergeht. Frauen werden weit früher ins Raumfahrtprogramm aufgenommen, das Space Race sorgt so auch für einen enormen Sprung bei der Frauenbewegung und einen großen Fortschritt im Streben nach Gleichberechtigung.

Mit der zweiten Staffel entfernte sich die Welt von For All Mankind gänzlich von dem, was bis Mitte der 1960er Jahre eine parallel verlaufende historische Entwicklung war. Wirkte die erste Staffel fast dokumentarisch (à la Der Stoff, aus dem die Helden sind(öffnet im neuen Fenster) ), wurde in der zweiten Staffel den SF-Aspekt stärker herausgearbeitet. So wurde For All Mankind zu einer der aufregendsten Genre-Serien, die es momentan gibt.

Am Ende der letzten Folge gibt es erneut einen Zeitsprung, und zwar in das Jahr 1995. Menschen sind nun auf dem Mars. Das war der Teaser auf die dritte Staffel.

Weltraumtourismus, Katastrophe, Marslandung

Die dritte Staffel beginnt jedoch nicht damit, dass ein Mensch auf dem Mars landet, sondern mit dem Weg dorthin. Wir wissen, dass 1995 ein Mensch den Roten Planeten betreten wird, aber nicht, ob es ein Russe oder Amerikaner sein wird.

Die neue Staffel setzt in den frühen 1990er Jahren ein. Wie immer gibt es vorab einen Überblick, wie sich die Welt in den Jahren davor verändert hat. Im Gegensatz zur realen Historie ist das Sowjetreich hier nicht zusammengebrochen, sondern floriert. China und Nordkorea arbeiten an eigenen Weltraumprogrammen.

Technologisch hat es immense Entwicklungen gegeben, mit dem Polaris wurde das erste Weltraumhotel eröffnet, geleitet von Eds Exfrau Karen. Auch das ist eine der Stärken der Serie: Man beobachtet nicht nur die große Geschichte des Weltraumrennens, sondern auch die kleinen, persönlichen. Beziehungen enden, Freundschaften nehmen neue Formen an, das Leben ist Veränderung.

Dem trägt die Serie Rechnung und macht einen Einstieg leicht, auch wenn man die vorherigen Staffeln nicht gesehen hat. Zu empfehlen ist das natürlich dennoch, weil For All Mankind einfach eine fantastische Serie ist.

In der ersten Folge wird vorweggenommen, was wir jetzt in Protoform erleben – ein Weltraumtourismus ist entstanden. Das wird hier als erzählerisches Element für etwas genutzt, was man gemeinhin einen Katastrophenfilm nennt. Nach diesem Muster funktioniert die Auftaktfolge. Danach wird es vor allem darum gehen, wie Amerikaner und Sowjets alles daran setzen, vor den jeweils anderen den Roten Planeten zu erreichen.

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For All Mankind ist große Unterhaltung, die herausragend die Erzählung einer alternativen Historie mit dramatischen, kleinen Geschichten kombiniert und von einer Erkundung des Weltalls erzählt, von der man in der realen Welt aktuell nur träumen kann. Träumen davon, wie weit wir bereits wären, wenn das Weltraumprogramm zur Mitte der 1970er Jahre nicht deutlich zurückgefahren worden wäre.

Als Zuschauer ist man jedenfalls sehr gespannt, wie weit For All Mankind die Menschheit in den kommenden Staffeln hinaus ins Weltall bringen wird.


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