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Staffel-3-Auftakt von The Mandalorian: Star-Wars-Nostalgie, Baby Yoda, Abspann

Schon die ersten beiden Folgen der dritten Staffel zeigen: The Mandalorian hat keine Zeit für Pausen – oder Charakterentwicklung.
/ Oliver Nickel
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The Mandalorian Staffel 3 startet actionreich. Die Folgen sind aber viel zu kurz. (Bild: Disney/Starwars.com)
The Mandalorian Staffel 3 startet actionreich. Die Folgen sind aber viel zu kurz. Bild: Disney/Starwars.com

Achtung! Wir verraten in dieser Rezension zwar keine genauen Details der dritten Staffel von Star Wars: The Mandalorian, umreißen aber die Grundgeschichte. Außerdem gehen wir auf einige vergangene Ereignisse ein. Wer nichts davon erfahren will, liest ab hier besser nicht weiter!

Nach zwei Jahren Pause startet The Mandalorian(öffnet im neuen Fenster) in die dritte Staffel. Für uns wirkt es wie eine Ewigkeit. Kein Wunder, sind in der letzten Zeit doch gleich drei Star-Wars-Serien mit ihren eigenen Geschichten gestartet.

The Book of Boba Fett , Obi-Wan Kenobi und Andor haben uns mit viel Star-Wars-Content versorgt. Dazu brachte Disney diverse teils exzellente Animationsserien heraus. Besonders empfehlenswert ist Star Wars: Visions – eine Kollektion verschiedenster Anime-Kurzfilme im Star-Wars-Universum.

War The Mandalorian zum Start von Staffel 2 noch eine von wenigen Star-Wars-Serien, hat sie mittlerweile also eine Menge Konkurrenz. Golem.de konnte sich die ersten beiden Folgen bereits anschauen und wir können sagen: Die Serie gehört weiterhin zum Besten, was Star Wars aktuell zu bieten hat – auch wenn wir mit Andor mittlerweile eine echte Alternative präsentiert bekommen.

Die beiden Serien miteinander zu vergleichen, ist schwierig: Während es bei Andor fast zwei Folgen bis zu den ersten Blasterschießereien dauert, wirft uns The Mandalorian ohne viele Worte direkt in eine erste Actionszene. Sie wirkt auf uns wie ein Weckruf der Macher rund um Star-Wars-Produzent John Favreau: "Alle herhören, hier gibt es die echten Actionsequenzen!"

In The Mandalorian fließt das ganze Geld

Schon nach den ersten zwei Folgen ist uns klar, dass in einer der Vorzeigeserien für Disney+ auch das größte Budget steckt. Für The Mandalorian wurden extra ältere Star-Wars-Sets neu aufgebaut – etwa, als der Mandalorianer Din Djarin (wieder hervorragend gespielt von Pedro Pascal) und sein Schützling Grogu erneut auf den nun sichtbar reicheren Planeten Nevarro zurückkehren. Dieser neue Anstrich war längst überfällig, nachdem die alten Seriensets für die eher durchwachsenen Serien Obi-Wan Kenobi und The Book of Boba Fett ständig wiederverwendet wurden.

The Mandalorian – Season 3 Trailer
The Mandalorian – Season 3 Trailer (01:50)

Für nur wenige Minuten lange Szenen hat Industrial Light and Magic zudem noch mehr Puppen und Masken geschaffen. Ja, auch im Jahr 2023 setzt das Special-Effects-Studio auf eine Mischung aus praktischen und CG-Effekten. Der Star-Wars-Charme kommt hier besonders stark zum Vorschein, denn Masken und Animatronics werden einmal mehr exzellent in Szene gesetzt.

Ein Highlight ist für uns ein R5-Astromech-Droide, der Djarin bei einer Mission unterstützen soll. Der hat darauf erkennbar keine Lust und schüttelt sich sichtlich vor Angst. Wir mussten auch schmunzeln, als der Mandalorianer sich mit einer Gruppe putziger Anzellans unterhält. Die kleinen affenartigen Mechaniker konnten Fans schon in Star Wars: Episode 9 kennenlernen – in Person des cleveren Droideningenieurs Babu Frik. In beiden Fällen wird hier auf praktische Modelle gesetzt, die bei Bedarf mit CG-Effekten angepasst werden.

Klasse Star-Wars-Feeling

Star-Wars-Fans dürften sich auch beim Sounddesign erneut die Finger lecken. Uns hat es mit Freude erfüllt, wenn Djarin seinen N1-Naboo-Starfighter landet und dabei die aus Star Wars: Episode 1 bekannten Motorengeräusche der Triebwerke ertönen; oder wenn der Astromech-Droide wie R2-D2 pfeift und piept. Keine Frage: Die Special Effects und das Sounddesign sind exzellent und gehören zum Besten, was Star Wars aktuell zu bieten hat.

Es ist interessant, wie viel Liebe zum Detail Disney in Kostüme und Sets steckt, die wir teilweise nur wenige Augenblicke zu Gesicht bekommen. The Mandalorian bleibt nämlich seiner rasend schnellen Geschwindigkeit treu. In einer Szene spricht der Protagonist mit alten Bekanntschaften, nur um fünf Minuten später in seinem neuen Raumschiff gegen fiese Piraten kämpfen zu müssen.

Gerade die erste Folge erscheint uns ein bisschen so, als wollen Favreau und sein Team erst einmal alle Mandalorian-Checklisten abhaken: ein Westernduell mit dem Bösewicht? Check. Ein rasanter Raumkampf gegen alle Chancen? Check. Ganz viele süße Grogu-Szenen? Check. "This is the way" sagen? Check.

Wir können all diese Dinge erneut schnell in unser Fanherz schließen. Wer kann schon nein zu Baby Yoda sagen? Wir wünschten uns nach zwei Staffeln aber gerne auch eines: dass Disney die Folgen etwas langsamer aufbaut und gerne länger macht.

Es ist ja nicht so, als würde das mit Star Wars nicht funktionieren. Andor ist das stärkste Argument dafür.

Bloß nicht ablassen, wir haben doch keine Zeit!

Die rasante Erzählweise von The Mandalorian ist gleichzeitig dessen größte Stärke und Schwäche. Einerseits bekommen Fans der Serie mehr Star-Wars-Bombast in kurzer Zeit geliefert. In diesem Sinne liefert Disney also genau das Erwartete. Andererseits wundern wir uns, wenn die erste Folge nach nur knapp 30 Minuten schon vorbei ist. Die Ereignisse hätte locker in eine 60-Minuten-Episode gepasst.

Wir würden zumindest gern mehr menschliche Interaktion zwischen Din Djarinn und seinem Schützling Grogu sehen. Warum nicht auch mal mehr Zeit mit der durchgeknallten Mechanikerin Peli Motto (gespielt von Amy Sedaris) verbringen? Gerade Nebencharaktere leiden durch die kurzen Folgen sehr und wirken eher wie einfach gezeichnete Karikaturen.

Ganz anders ist das bei Andor: Selbst Nebencharaktere bekommen hier viel Zeit auf dem Bildschirm, um von den Fans ins Herz geschlossen zu werden. Umso emotionaler wirken die wenigen, aber klasse gemachten Actionsequenzen, und wenn diesen Charakteren Böses widerfährt. In The Mandalorian wäre es uns fast egal, wenn die Schmiedin oder Carl Weathers' Figur Greef Karga sterben würden. Wir wissen nichts über sie, und das seit 20 Episoden.

Charaktere brauchen Zeit, die The Mandalorian nicht gibt

Zumindest ein Highlight können wir nicht unerwähnt lassen. Die mandalorianische Adelige und toughe Kämpferin Bo-Katan Kryze wird in den ersten beiden Folgen zu einer wichtigen Figur. Sci-Fi-Star Katee Sackhoff (Battlestar Galactica) kann der Figur einen enormen Charme verleihen. Wir sehen ihr an, wie verzweifelt sie versucht, ihre Macht als Herrscherin über den Planeten Mandalore zurückzuerlangen.

Das virtuelle Set von Mandalorian (ILM)
Das virtuelle Set von Mandalorian (ILM) (04:42)

Bo-Katan hat im Vergleich zu vielen anderen Charakteren natürlich den Vorteil, dass sie in vielen Episoden von Dave Filonis Star Wars: The Clone Wars schon sehr gut ausgebaut wurde. Selbst Menschen, die die Animationsserie nicht kennen, können aber sicher sie und ihre Motivation verstehen – ein Grund mehr, ein wenig Tempo aus der Serie herauszunehmen und Charakteren einen Kontext zu geben.

Möglicherweise ist es aber auch das, was The-Mandalorian-Fans erwarten: schnelle Actionsequenzen, Star-Wars-Nostalgie und die wöchentliche Ladung Grogu-ist-süß-Memes. Denn das kann auch die dritte Staffel wieder in Reinform liefern. The Mandalorian macht einfach nur Spaß.

Das unserer Meinung nach bisher bessere Andor zeigt uns, dass es auch mehr sein könnte.


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