Stadtnetzbetreiber: Von 55 Tiefbauunternehmen hat keines geantwortet
Ein großes Problem für den Ausbau von FTTH (Fiber To The Home) sind die fehlenden Tiefbaukapazitäten in Deutschland. Das sagte Bernd Thielk, Geschäftsführer des Hamburger Netzbetreibers Willy.tel, beim Anga-Pressegespräch am 21. November 2017 in Berlin. "Von 55 Tiefbauunternehmen, die wir gerade angeschrieben haben, hat keines geantwortet."
Viele Firmen seien bereits bis 2019 ausgelastet. Die Tiefbaupreise seien um 30 Prozent gestiegen. "Wenn wir Gebiete neu erschließen, bauen wir immer mit FTTH aus", erklärte Thielk.
Das Familienunternehmen Willy.tel ist mit dem Norderstedter Stadtnetzbetreiber Wilhelm.tel partnerschaftlich verbunden.
Wenn auf hunderttausenden Kilometern Glasfaser verlegt werden müsste, komme die Politik doch wieder ins Spiel: Die Genehmigungsverfahren dafür müssten deutlich vereinfacht werden.
Anga: Milliarden für den Glasfaserausbau
Andrea Huber, Geschäftsführerin des Kabelnetzbetreiberverbandes Anga sagte, dass bei den wochenlangen Verhandlungen über ein erstmaliges Regierungsbündnis zwischen CDU, CSU, Grünen und FDP "der Betrag von 20 Milliarden Euro bis 2023 für den Glasfaserausbau im Gespräch gewesen" sei.
Investoren brauchten laut Anga die Sicherheit(öffnet im neuen Fenster), dass nicht marktbeherrschende Unternehmen auch künftig nicht reguliert würden. Zugangspflichten unabhängig von erheblicher Marktmacht verunsicherten den Markt und erschwerten die Refinanzierung von Investitionen in den Netzausbau.
Um Investitionen in den Ausbau von Glasfaser- und andere Gigabit-Netze zu fördern, könne die Regulierung eines marktbeherrschenden Unternehmens reduziert werden. Diese Leitlinien müsse der politische Ordnungsrahmen berücksichtigen.
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