Stadt München: Zweiter Bürgermeister Münchens lobbyiert gegen Limux

Josef Schmid (CSU), Zweiter Bürgermeister Münchens, übt bei Heise erneut Kritik an dem Limux-Projekt. Diese wirkt aber technisch wenig informiert und vermischt verschiedene IT-Projekte Münchens.

Artikel veröffentlicht am ,
Josef Schmid sieht "Schwächen bei Limux" und offenbart geringen Sachverstand.
Josef Schmid sieht "Schwächen bei Limux" und offenbart geringen Sachverstand. (Bild: Stadt München)

Nachdem der Zweite Bürgermeister von München, Josef Schmid (CSU), vor wenigen Wochen angekündigt hat, einen Wechsel von Linux zurück zu Windows prüfen zu lassen, erneuert Schmid nun seine Kritik an Limux. Zu Heise sagte er, er sehe "deutliche Schwächen bei Limux".

Stellenmarkt
  1. Controllerin / Controller (m/w/d), Referat Finanzcontrolling und Risikomanagement
    GKV-Spitzenverband, Berlin
  2. Experte (m/w/d) Active Search/IT-Security
    operational services GmbH & Co. KG, verschiedene Standorte
Detailsuche

Weiter heißt es, die städtische IT hinke "den Anwendungen in Wirtschaft und Gesellschaft um Jahre hinterher". Konkret kritisiert Schmid, es gebe "keinen nutzerfreundlichen Zugriff auf die entsprechenden Programme", um E-Mails oder Termine auch über Tablets und Smartphones zu verwalten.

Der zuletzt angeführte Punkt mag zwar an sich berechtigt sein, offenbart aber auch, dass Schmid verschiedene Bereiche der Münchner IT-Infrastruktur miteinander vermischt und das Problem ausschließlich bei dem Limux-Projekt sieht, welches mittlerweile einen Großteil der städtischen Rechner auf ein Linux-System migriert hat.

Groupware-Migration läuft bereits

Doch dass die Mail-, Termin- und Kontaktverwaltung, also die klassische Groupware, in einem von Limux eher unabhängigen Projekt gerade neu organisiert wird, scheint Schmid nicht zu wissen oder absichtlich zu verschweigen. Um eine für alle einheitliche aktuelle Groupware einzuführen, startete die Stadt München Anfang dieses Jahres Migmak (Migration Mail- und Kalender-System).

Golem Akademie
  1. Elastic Stack Fundamentals – Elasticsearch, Logstash, Kibana, Beats: virtueller Drei-Tage-Workshop
    26.–28. Oktober 2021, Virtuell
  2. SAMBA Datei- und Domänendienste einrichten: virtueller Drei-Tage-Workshop
    7.–9. März 2022, Virtuell
Weitere IT-Trainings

Die Ausschreibung für Migmak sah explizit eine Anbindung an bestehende Windows- und Linux-Rechner vor, darüber hinaus sollten ein Web-Interface und eine Verbindung zu mobilen Geräten wie Tablets und Smartphones ermöglicht werden. Die Stadt hat sich schließlich für Kolab Enterprise entschieden, das von einem Partnerunternehmen der Schweizer Kolab Systems AG hauptverantwortlich in München installiert werden soll. Der Kolab-Client basiert auf der KDE-Anwendung Kontact.

Software-Migrationen brauchen Zeit

Neben der Kritik an der Groupware zeugt auch Schmids Kommentar zum Alter der eingesetzten Software von eher wenig Fachkenntnis. So mussten etwa das Land Niedersachsen wie auch die britische Regierung ihren Support für Windows-XP über das offizielle Support-Ende hinaus verlängern, da eine Migration mehrerer tausend Rechner offenbar doch nicht so einfach ist, wie Privatanwender sich dies anscheinend vorstellen.

Auch bei dem Limux-Projekt verzögert sich eine Aktualisierung des Limux-Clients, also des eigentlichen Betriebssystem. So berichteten Beteiligte auf dem Linuxtag im Mai 2013, dass etwa die interne Struktur der verschiedenen IT-Abteilungen schnelle Aktualisierungen der Software verhindere. Eine interne Studie zur Verbesserung dieser Strukturen läuft bereits.

Hinzu kommen laufende Migrationen wie etwa die Umstellung von Openoffice.org auf Libreoffice oder eben Migmak, an denen sich die Limux-Entwickler beteiligen müssen. Deshalb benutzt der Limux-Client derzeit noch Ubuntu 10.04 und das sehr antiquiert wirkende KDE 3.5. Die bereits im vergangenen Jahr geplante Umstellung auf Ubuntu 12.04 und ein aktuelles KDE SC der 4er Reihe könnte noch in diesem Herbst stattfinden, wie Projekt-Beteiligte Golem.de sagten.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


KritikerKritiker 14. Okt 2014

Guter Punkt, aber unter Windows hat man meines Wissens ja auch keine Garantie auf...

User_x 18. Sep 2014

w sind denn diese firmen, die odt denn nutzen? habe irgendwie immer nur mit word zu tun...

Moe479 17. Sep 2014

teils sogar häusersache in berlin arbeiten fast alle ämter von bezirk zu bezirk zum teil...

dschinn1001 17. Sep 2014

Wenn Datei-Extension nur aus 3 Zeichen besteht - wie zum Beispiel *.php - oder *.xml - so...

Thomas8472 17. Sep 2014

da ich gern bereit bin etwas neues zu lernen, mir allerdings der CAL Dschungel etwas zu...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Prozessoren
Intel lagert zehn Jahre alte Hardware in geheimem Lagerhaus

Tausende ältere CPUs und andere Hardware lagern bei Intel in einem Lagerhaus in Costa Rica. Damit lassen sich Probleme exakt nachstellen.

Prozessoren: Intel lagert zehn Jahre alte Hardware in geheimem Lagerhaus
Artikel
  1. Zu wenig Triebwerke: Musk warnt vor SpaceX-Pleite
    Zu wenig Triebwerke
    Musk warnt vor SpaceX-Pleite

    Elon Musk sieht sich der nächsten "Produktionshölle" ausgesetzt. Dieses Mal stockt die Fertigung im Raumfahrtunternehmen SpaceX.

  2. 470 - 694 MHz: Streit um DVB-T2 und Veranstalterfrequenzen spitzt sich zu
    470 - 694 MHz
    Streit um DVB-T2 und Veranstalterfrequenzen spitzt sich zu

    Nach dem Vorstoß von Baden-Württemberg, einen Teil des Frequenzbereichs an das Militär zu vergeben, gibt es nun Kritiken daran aus anderen Bundesländern.

  3. Fleet: Jetbrains bringt neuen leichtgewichtigen Editor
    Fleet
    Jetbrains bringt neuen leichtgewichtigen Editor

    Die IDE-Spezialisten von Jetbrains reagieren auf den Druck durch Visual Studio Code. Zudem gibt es nun Remote-Entwicklung.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Nur noch heute: Bis zu 75% auf Switch-Spiele • AOC 31,5" WQHD 165Hz 289,90€ • Gaming-Sale bei MediaMarkt • G.Skill 64GB Kit DDR4-3800 319€ • Bis zu 300€ Direktabzug: u. a. TVs, Laptops • WD MyBook HDD 18TB 329€ • Switch OLED 359,99€ • Xbox Series S 275,99€ [Werbung]
    •  /