Stadt Kulmbach: Tiefgaragenverbot für Elektroautos wieder aufgehoben

Elektroautos und Plugin-Hybride dürfen in Kulmbach wieder in städtischen Tiefgaragen parken. Bei Bränden kommen zwei neue Hilfsmittel zum Einsatz.

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Der Brand dieses VW Golf führte zu einem vorübergehenden Elektroauto-Verbot in der Tiefgarage.
Der Brand dieses VW Golf führte zu einem vorübergehenden Elektroauto-Verbot in der Tiefgarage. (Bild: Feuerwehr Kulmbach)

Die oberfränkische Stadt Kulmbach hat ein umstrittenes Parkverbot für Elektroautos und Plugin-Hybride in zwei städtischen Tiefgaragen wieder aufgehoben. Inzwischen habe die Stadt Löschdecken und einen sogenannten Teleskoplader beschafft, die bei einem Fahrzeugbrand zum Einsatz kommen könnten, berichtete der Bayerische Rundfunk unter Berufung auf eine Pressemitteilung der Stadt. Kulmbach hatte Mitte Februar 2021 aus Brandschutzgründen das Parkverbot erlassen.

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Mit Hilfe des Teleskopladers sei man in der Lage, einen Kleinwagen aus den Parkplätzen abzutransportieren, schreibt die Stadt nun dem Bericht zufolge. Durch den Einsatz von Löschdecken könne die Ausbreitung eines Feuers auf nebenstehende Fahrzeuge effizient und in sehr kurzer Zeit verhindert werden. Außerdem dämmten Löschdecken die Rauchentwicklung und den Fahrzeugbrand ein. Der Stadtrat hat demnach Ende April die Anschaffung von fünf Löschdecken und eines Bergefahrzeugs für 92.000 Euro beschlossen. Diese seien nun einsatzbereit, so dass die Sperrung wieder aufgehoben werden könne.

Sperrung nach Brand eines Verbrenners

Hintergrund der Sperrung war ein Brand in der betreffenden Tiefgarage Anfang September 2020. Damals hatte ein älterer VW Golf in der Tiefgarage EKU-Platz Feuer gefangen. Nach den mehrmonatigen Sanierungsarbeiten war die Tiefgarage im Februar 2021 wieder geöffnet worden, jedoch nicht für vollelektrische Autos oder Plugin-Hybride.

Die Stadt hatte die Entscheidung damit begründet, dass Lithium-Akkus nur mit Löschwasser gekühlt werden könnten und mehrere Tage weiter brennten. "Dieses Problem war uns vorher nicht bewusst", sagte damals der Leiter des Tiefbauamts, Ingo Wolfgramm. Kuhnlein ergänzte: "Eine gewisse Zeit lang hält der Stahlbeton Hitze aus, doch wenn zu viel Hitze einwirkt, platzt der Beton weg, das Eisen schmilzt und es besteht Einsturzgefahr."

Elektroautos "in der Regel löschbar"

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Brandschutzexperten halten die Sperrung von Tiefgaragen für Elektroautos nicht generell für erforderlich. "Es können auch Elektrofahrzeuge gelöscht werden, schwieriger als Dieselfahrzeuge, aber sicherer als etwa Gasfahrzeuge", sagte der Münchner Branddirektor Peter Bachmeier auf Anfrage von Golem.de. Der mögliche Einsatzerfolg bei der Brandlöschung sei "nicht abhängig von der Antriebsart der Fahrzeuge, sondern von der Konzeption der Garage".

Elektromobilität: Grundlagen und Praxis

Nach Ansicht Bachmeiers, der auch Vorsitzender des Fachausschusses Vorbeugender Brand- und Gefahrenschutz der deutschen Feuerwehren ist, sind Elektroautos "in der Regel löschbar". Zudem sei geeignetes Hebegerät auf dem Markt erhältlich, um Fahrzeuge nach einem Brand aus einer Garage zu entfernen. Die Fahrzeuge könnten anschließend im Freien mit ausreichend Abstand zu brennbaren Stoffen abgestellt werden. "Diese Arbeit sollte möglichst von einem Entsorger durchgeführt werden. Bei einer akuten Rückzündungsgefahr natürlich unter Anwesenheit der Feuerwehr", sagte Bachmeier.

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tom.stein 05. Mai 2021

Ja, das wäre angemessen, denn in Kulmbach hatte tatsächlich ein Verbrenner gebrannt und...

486dx4-160 05. Mai 2021

Sehr unwahrscheinlich. Für Brandschutzabnahmen gibt's Spezialfirmen. Wahrscheinlich...



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