Staatstrojaner-Statistik 2020: Ermittler hacken 23 Endgeräte

Weniger Onlinedurchsuchungen, mehr Quellen-TKÜs: Die Staatstrojanerstatistik zeigt Einsatzschwerpunkte in wenigen Bundesländern.

Artikel veröffentlicht am ,
Nur die wenigsten Bundesländer setzen derzeit Staatstrojaner ein.
Nur die wenigsten Bundesländer setzen derzeit Staatstrojaner ein. (Bild: Pixabay)

Im Jahr 2020 wurden bundesweit in 23 Fällen sogenannte Staatstrojaner eingesetzt. Das geht aus den entsprechenden Statistiken des Bundesamts für Justiz hervor, die am 8. August 2022 veröffentlicht wurden. Demnach wurde in acht Fällen tatsächlich eine sogenannte Onlinedurchsuchung durchgeführt. In 15 Fällen setzten Ermittler eine Quellen-Telekommunikationsüberwachung (TKÜ) um.

Stellenmarkt
  1. Software Entwickler Microsoft Dynamics 365 CRM (m/w/d)
    ORBIT Gesellschaft für Applikations- und Informationssysteme mbH, verschiedene Standorte (Home-Office)
  2. Mitarbeiter (m/w/d) IT-Support
    Max-Planck-Gesellschaft für empirische Ästhetik, Frankfurt am Main
Detailsuche

Die Zahl der Anordnungen lag im Jahr 2020 jedoch deutlich höher. So hätten Ermittler in 23 Fällen eine Online-Durchsuchung und in 98 Fällen eine Quellen-TKÜ umsetzen dürfen. Vor allem im Bundesland Brandenburg gab es mit 73 Fällen die mit Abstand höchste Zahl an richterlichen Genehmigungen für eine Quellen-TKÜ.

Bei der Umsetzung war hingegen Nordrhein-Westfalen mit neun Kommunikationsüberwachungen führend. Es folgten Brandenburg (4), die Bundesanwaltschaft (3), Hessen (1) und Niedersachsen. "Wie in den vergangenen Jahren war es vor allem der Tatverdacht bezüglich Straftaten nach dem Betäubungsmittelgesetz, der den Anlass für die Überwachungsmaßnahmen lieferte", teilte das Bundesamt mit.

Bei der Onlinedurchsuchung führten Nordrhein-Westfalen (3) und Sachsen (3) die Statistik an. Jeweils einen Einsatz gab es in Bayern und Berlin. Die Anordnungen erfolgten demnach in den meisten Fällen wegen Drogendelikten (9) und räuberischer Erpressung (8), in drei Fällen wegen der Bildung krimineller Vereinigungen und Bildung terroristischer Vereinigungen sowie jeweils in einem Fall wegen Kinderpornografie, Bandendiebstahl und schwerem Raub.

Golem Karrierewelt
  1. Einführung in das Zero Trust Security Framework (virtueller Ein-Tages-Workshop)
    02.11.2022, virtuell
  2. Data Engineering mit Python und Spark: virtueller Zwei-Tage-Workshop
    18./19.01.2023, Virtuell
Weitere IT-Trainings

Im Vergleich zu 2019 ergibt die Statistik eine deutliche Zunahme bei der Quellen-TKÜ. Diese kam damals nur in drei Fällen zum Einsatz. Die Zahl der Onlinedurchsuchungen ist hingegen gesunken. Sie lag im Jahr 2019 bei zwölf. Für dieses Verfahren liegt die Eingriffsschwelle nach Paragraf 100b der Strafprozessordnung (StPO) höher, da nicht nur die laufende Kommunikation, sondern auch auf dem Smartphone oder Computer gespeicherte Daten ausgelesen werden dürfen.

Die Quellen-TKÜ wird nach Paragraf 100a der StPO vor allem dann eingesetzt, wenn verschlüsselte Kommunikation abgegriffen werden soll. Für unverschlüsselte Kommunikation reichen klassische Überwachungsanordnungen, die 2020 in 17.731 Fällen genehmigt wurden. Diese Zahl betraf 5.222 unterschiedliche Strafverfahren.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


LoudHoward 09. Aug 2022 / Themenstart

die Zahl 23...

gdh 08. Aug 2022 / Themenstart

Klingt sehr nach schrödingers staatstrojanerkatze

spambox 08. Aug 2022 / Themenstart

'Handy hacken' bedeutet, das Handy wird einkassiet, bei Whatsapp Web registriert und...

Muntermacher 08. Aug 2022 / Themenstart

Bei dem Ranking sollte mam die Bevolkerungsdichte/zahl berücksichtigen, alles andere ist...

Kommentieren



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Für 44 Milliarden US-Dollar
Musk will Twitter nun doch übernehmen

Tesla-Chef Elon Musk ist nun doch bereit, Twitter für den ursprünglich vereinbarten Preis zu kaufen. Offenbar will er einen Prozess vermeiden.

Für 44 Milliarden US-Dollar: Musk will Twitter nun doch übernehmen
Artikel
  1. Die große Umfrage: Das sind Deutschlands beste IT-Arbeitgeber 2023
    Die große Umfrage
    Das sind Deutschlands beste IT-Arbeitgeber 2023

    Golem.de und Statista haben 23.000 Fachkräfte nach ihrer Arbeit gefragt. Das Ergebnis ist eine Liste der 175 besten Unternehmen für IT-Profis.

  2. Monitoring von Container-Landschaften: Prometheus ist nicht alles
    Monitoring von Container-Landschaften
    Prometheus ist nicht alles

    Betreuer von Kubernetes und Co., die sich nicht ausreichend mit der Thematik beschäftigen, nehmen beim metrikbasierte Monitoring unwissentlich einige Nachteile in Kauf. Eventuell ist es notwendig, den üblichen Tool-Stack zu ergänzen.
    Von Valentin Höbel

  3. Roadmap: CD Projekt kündigt neues Cyberpunk und mehrere Witcher an
    Roadmap
    CD Projekt kündigt neues Cyberpunk und mehrere Witcher an

    Project Polaris wird eine Witcher-Saga, Orion das nächste Cyberpunk 2077 und Hadar etwas ganz Neues: CD Projekt hat seine Pläne vorgestellt.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • 3 Spiele für 49€ • Saturn Gutscheinheft • Günstig wie nie: LG OLED 48" 799€, Xbox Elite Controller 2 114,99€, AOC 28" 4K UHD 144 Hz 600,89€, Corsair RGB Midi-Tower 269,90€, Sandisk microSDXC 512GB 39€ • Bis zu 15% im eBay Restore • MindStar (PowerColor RX 6700 XT 489€) [Werbung]
    •  /