Abo
  • Services:

Staatstrojaner: Scanner-Software Detekt warnt vor sich selbst

Hersteller von Antivirensoftware halten das Tool Detekt für "schlecht gemacht". Von den ursprünglich acht Staatstrojanern werden wegen vieler Fehlalarme nur noch zwei gesucht.

Artikel veröffentlicht am ,
Der Programmier räumt im Code selbst Probleme mit Fehlalarmen ein.
Der Programmier räumt im Code selbst Probleme mit Fehlalarmen ein. (Bild: Odd Andersen/Getty Images)

Das quelloffene Werkzeug Detekt zum Erkennen von Spionagesoftware hat mit Startproblemen zu kämpfen. Die Bochumer Sicherheitsfirma G Data kritisierte das Tool in einem Blogbeitrag als "schlecht gemacht". Es führe bei Nutzern beispielsweise zu Fehlalarmen, weil Antivirenprogramme das Tool bei der Ausführung scannten und daher den Detekt-Code in den Speicher lüden. Da Detekt wiederum den Speicher scanne, finde das Tool darin seine eigenen Yara-Regeln und schlage Alarm.

Stellenmarkt
  1. über duerenhoff GmbH, Raum Essen
  2. Rodenstock GmbH, München

Nach Darstellung von G Data kann es sogar zu einem Fehlalarm kommen, nachdem das Programm mit einem Browser heruntergeladen wurde und es anschließend selbst im Browserspeicher die Yara-Regeln findet. Laut G Data könnten möglicherweise noch einige Fälle mehr auftreten, die zu Fehlalarmen führen. Nutzer könnten dadurch stark verunsichert werden, da ein Entwickler beispielsweise rate, "den Computer wegzuschmeißen", wenn er infiziert sei. Detekt sei zwar für jeden verfügbar, seine Nutzung aber nur Spezialisten zu empfehlen.

Hinter dem Tool stecken unter anderem Amnesty International, die Digitale Gesellschaft und die Electronic Frontier Foundation. Ursprünglich sollte Detekt acht bekannte Trojaner erkennen. Auf der Entwicklerseite bei Github finden sich derzeit aber nur Yara-Regeln zu den Programmen der Hersteller Gamma International/Finfisher und Hacking Team (RCS). In den beiden Regeln wurde in den vergangenen Tagen Code entfernt, der zu Fehlalarmen führte. Die Spähprogramme der Hersteller Darkcomet, Xtreme, Blackshade, Njrat, Shadowtech und Gh0st werden derzeit offenbar nicht erkannt und wurden vor wenigen Tagen aus der Anleitung und dem Code entfernt. Zuvor hatte der Programmierer offenbar versucht, das Problem mit Hilfe einer Whitelist von Antivirenprogrammen zu lösen. Im Code fand sich dazu folgende Anmerkung: "Das ist Flickschusterei. Man braucht eine bessere Lösung, um mit Fehlalarmen vor allem bei Antivirensoftware umzugehen."

Nachtrag vom 26. November 2014, 14:58 Uhr

G Data teilte auf Anfrage von Golem.de mit, dass seine Sicherheitslösungen Schutz vor genannten acht Malware-Familien böten. Mit Hilfe von Virenscannern und proaktiven Schutztechniken seien sie in der Lage, "den Schadcode schon abzuwehren, bevor er es überhaupt auf den PC des Ziels schafft". Daher seien die Yara-Regeln nicht die einzige Hilfe, sondern hätten den Nachteil, dass mit dieser Technik Spyware erst gefunden werden könne, wenn bereits eine Infektion des Systems stattgefunden habe.

Der Vorwurf von Detekt-Entwickler Claudio Guarnieri, wonach G Data nicht das Programm RCS von Hacking Team erkenne, wies Pressesprecher Christian Lueg zurück.

Inzwischen seien die Samples eingespielt worden. Diese hätten G Data zuvor nicht vorgelegen. Lueg begründete die Kritik an Detekt damit, dass es zahlreiche Anfragen von verunsicherten Kunden gegeben habe, bei denen ein falscher Alarm ausgelöst worden sei. Darauf habe das Unternehmen reagieren müssen.

Guarnieri hatte zum Start des Programmes gesagt, Detekt sei kein Antivirenscanner, sondern lediglich als Hilfe für Journalisten und Aktivisten unterwegs gedacht. In einem ausführlichen Blogbeitrag wies Guarnieri nun die Darstellung zurück, die Zahl der Malware-Familien sei wegen der Fehlalarme reduziert worden. Er habe damit das Missverständnis korrigieren wollen, wonach es sich bei Detekt um ein allgemeines Virenschutzprogramm handele. Er habe lediglich das Katz- und Maus-Spiel zwischen den Herstellern von Antiviren-Programmen und Spähsoftware beenden wollen.



Anzeige
Top-Angebote
  1. 389€ (Vergleichspreis 488€)
  2. 99,99€ + USK-18-Versand (Die Bestellbarkeit könnte sich jederzeit ändern bzw. kurzfristig...
  3. 375€ (Vergleichspreis Smartphone je nach Farbe ca. 405-420€. Speicherkarte über 30€)
  4. (u. a. Xbox Live Gold 12 Monate für 38,49€ und Monster Hunter World Deluxe Edition für 48,49€)

Rababer 28. Nov 2014

Hallo, kann es sein, dass die Staatsvertreter ihre Finger im Spiel hatten ? Ich kann die...

M.P. 27. Nov 2014

Du meinst in Abwandlung eines Bernstein Spruches "Die Kritiker der Elche sind häufig...

klosterhase 26. Nov 2014

Nur am Rande: Der gute Mann kann ja nichts für seinen Namen, aber es klingt doch...

leipsfur 26. Nov 2014

https://forum.golem.de/read.php?88218,3971189,3971340,sv=1 Fällt dir was auf?


Folgen Sie uns
       


Rebble Pebble - Test

Pünktlich zur Abschaltung der Pebble-Server hat das Rebble-Projekt seine Alternative gestartet. Der Rebble-Server bringt Funktionen wie den Appstore und die Wetteranzeige in der Timeline zurück. Ganz perfekt ist der Ersatz aber noch nicht.

Rebble Pebble - Test Video aufrufen
Segelflug: Die Höhenflieger
Segelflug
Die Höhenflieger

In einem Experimental-Segelflugzeug von Airbus wollen Flugenthusiasten auf gigantischen Luftwirbeln am Rande der Antarktis fast 30 Kilometer hoch aufsteigen - ganz ohne Motor. An Bord sind Messinstrumente, die neue und unverfälschte Daten für die Klimaforschung liefern.
Ein Bericht von Daniel Hautmann

  1. Luftfahrt Nasa testet leise Überschallflüge
  2. Low-Boom Flight Demonstrator Lockheed baut leises Überschallflugzeug
  3. Elektroflieger Norwegen will elektrisch fliegen

Grafikkarten: Das kann Nvidias Turing-Architektur
Grafikkarten
Das kann Nvidias Turing-Architektur

Zwei Jahre nach Pascal folgt Turing: Die GPU-Architektur führt Tensor-Cores und RT-Kerne für Spieler ein. Die Geforce RTX haben mächtige Shader-Einheiten, große Caches sowie GDDR6-Videospeicher für Raytracing, für Deep-Learning-Kantenglättung und für mehr Leistung.
Ein Bericht von Marc Sauter

  1. Tesla T4 Nvidia bringt Googles Cloud auf Turing
  2. Battlefield 5 mit Raytracing Wenn sich der Gegner in unserem Rücken spiegelt
  3. Nvidia Turing Geforce RTX 2080 rechnet 50 Prozent schneller

Amazon Alexa: Echo Sub verhilft Echo-Lautsprechern zu mehr Bass
Amazon Alexa
Echo Sub verhilft Echo-Lautsprechern zu mehr Bass

Amazon hat einen Subwoofer speziell für Echo-Lautsprecher vorgestellt. Damit sollen die eher bassarmen Lautsprecher mit einem ordentlichen Tiefbass ausgestattet werden. Zudem öffnet Amazon seine Multiroom-Musikfunktion für Alexa-Lautsprecher anderer Hersteller.

  1. Beosound 2 Bang & Olufsen bringt smarten Lautsprecher für 2.000 Euro
  2. Google und Amazon Markt für smarte Lautsprecher wächst weiter stark
  3. Alexa-Soundbars im Test Sonos' Beam und Polks Command Bar sind die Klangreferenz

    •  /