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Staatstrojaner gebannt: Sanktionen der USA treffen europäische Spyware-Entwickler

Europäische Unternehmen, die eine bekannte Spionagesoftware entwickelt haben, stehen jetzt auf der Handelsbeschränkungsliste der USA.
/ Marc Stöckel
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Die US-Regierung verhängt Sanktionen gegen europäische Spyware-Entwickler. (Bild: ANDREW CABALLERO-REYNOLDS/AFP via Getty Images)
Die US-Regierung verhängt Sanktionen gegen europäische Spyware-Entwickler. Bild: ANDREW CABALLERO-REYNOLDS/AFP via Getty Images

Die US-Regierung hat Sanktionen gegen den europäischen Spyware-Entwickler Intellexa und dessen Tochter Cytrox verhängt. Zusammen sind diese Unternehmen mitunter für die Entwicklung einer Spionagesoftware namens Predator verantwortlich, mit der sich sensible Daten von Android-Geräten abgreifen lassen. Diese soll es ihren Benutzern mitunter ermöglichen, Video-, Ton- und Bildaufnahmen, Standortdaten sowie Informationen aus Messenger-Anwendungen wie Whatsapp oder Signal von fremden Endgeräten abzugreifen.

Von dem Verbot betroffen sind einem Bericht von Bleeping Computer(öffnet im neuen Fenster) zufolge insgesamt vier Unternehmen aus unterschiedlichen Regionen: Intellexa S.A. aus Griechenland, Intellexa Limited aus Irland, Cytrox Holdings Zrt aus Ungarn und Cytrox AD aus Nordmazedonien. Diese sollen in der Vergangenheit am Handel mit Exploits beteiligt(öffnet im neuen Fenster) gewesen sein, "die dazu dienen, unbefugten Zugang zu den Geräten von Risikopersonen weltweit zu erlangen und damit deren Sicherheit und Privatsphäre zu bedrohen."

Auch Zitis wollte Predator als Staatstrojaner einsetzen

Tatsächlich brachte die Threat Analysis Group (TAG) von Google(öffnet im neuen Fenster) Cytrox im vergangenen Jahr mit mehreren Zero-Day-Schwachstellen in Verbindung, die das Unternehmen ausnutzte, um Predator auf Android-Geräten zu verbreiten. Kunden des Spyware-Anbieters seien demnach staatlich unterstützte Akteure aus mehreren Ländern, darunter Ägypten, Armenien, Griechenland, Madagaskar, Serbien, Spanien und Indonesien.

Nur wenige Tage später veröffentlichten Sicherheitsforscher von Cisco Talos eine Analyse(öffnet im neuen Fenster) der Spionagesoftware und schrieben sie dem Entwickler Intellexa zu, wiesen jedoch in diesem Zusammenhang auf die Beziehung hin, die zwischen Intellexa und Cytrox besteht. Wie Heise berichtet(öffnet im neuen Fenster) , interessierte sich auch Deutschlands Zentrale Stelle für Informationstechnik im Sicherheitsbereich (Zitis) Anfang 2023 für den Einsatz von Predator als Staatstrojaner.

Die USA fühlen sich bedroht

Einer Mitteilung des US-Außenministeriums zufolge(öffnet im neuen Fenster) stelle die Verbreitung kommerzieller Spionageprogramme "ein deutliches und wachsendes Risiko für die Spionageabwehr und die Sicherheit der Vereinigten Staaten dar, einschließlich der Sicherheit von Mitarbeitern der US-Regierung und ihrer Familien" . Darüber hinaus habe der Missbrauch dieser Werkzeuge Menschenrechtsverletzungen ermöglicht und die Unterdrückung und Einschränkung abweichender Meinungen erleichtert.


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