Staatstrojaner: Finspy vom Innenministerium freigegeben
Das Innenministerium hat Medienberichten zufolge die Spionagesoftware Finspy für den behördlichen Einsatz freigegeben. Wie Die Welt(öffnet im neuen Fenster) berichtet, hat das Bundesminsterium des Innern am 10. Januar 2018 erstmals den Einsatz der Software erlaubt, um auch verschlüsselte Kommunikation von Krypto-Messengern wie Whatsapp zu überwachen.
Die im Behördendeutsch Quellen-Telekommunikationsüberwachung genannte Praxis ist unter Bürgerrechtlern umstritten, weil sie tief in die Grundrechte der betroffenen Personen eingreift und staatliche Stellen für die Software Exploits kaufen oder entwickeln müssen. Damit, so Kritiker, wird die IT-Sicherheit insgesamt geschwächt.
Hersteller lieferte wohl auch an autoritäre Staaten
Finspy wird von der Münchner Firma Finfisher hergestellt und geliefert. Das Unternehmen wurde in der Vergangenheit scharf kritisiert, weil es Spionagesoftware auch an autoritäre Länder geliefert haben soll. Die Spyware von Finfisher wurde vom TÜV überprüft. Auch wenn die Software jetzt grundsätzlich einsatzbereit zu sein scheint, soll bislang noch kein Einsatz in einem Ermittlungsverfahren erfolgt sein.
Der Bundesverband IT-Sicherheit Teletrust klagt gegen den Einsatz von Überwachungssoftware durch Behörden vor dem Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe. Der Geschäftsführer des Bundesverbands, Holger Mühlbauer, sagte der Funke-Mediengruppe: "Durch Maßnahmen wie den Staatstrojaner wird der digitale Industriestandort Deutschland gefährdet."
Das BKA hatte mit großem Aufwand einen eigenen Trojaner zur Quellen-TKÜ entwickelt, die Kosten sollen knapp sechs Millionen Euro betragen. Die Eigenentwicklung hat jedoch einen beschränkten Funktionsumfang und kann bislang nur Skype unter Windows überwachen. Eine leistungsfähigere Version der Software soll bis Ende des Jahres fertig sein.

Nicht immer ist Spyware staatlich gelenkt. Golem.de hat sich von der Firma Flexispy eine Malware installieren lassen , um diese auszuprobieren.
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