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SSDs statt HDDs: Das Ende der Festplatte soll schon nach 2028 kommen

Pure Storage wünscht sich wohl, dass HDDs möglichst schnell vom Markt verschwinden. Das scheint aktuell kaum realistisch.
/ Oliver Nickel
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Festplatten sind wahrscheinlich noch lange nicht am Ende. (Bild: Pexels.com/Markus Spiske)
Festplatten sind wahrscheinlich noch lange nicht am Ende. Bild: Pexels.com/Markus Spiske

In den vergangenen Jahren haben SSDs und Flash-Speicher an Bedeutung gewonnen, während klassische magnetische Festplatten immer mehr in den Hintergrund rücken. Shawn Rosemarin, Forschungschef bei Pure Storage, geht sogar von einer extremen Situation aus: Nach dem Jahr 2028 werden keine Festplatten mehr verkauft, meint er laut dem Magazin Blocks and Files(öffnet im neuen Fenster) .

Dieser drastische Trend hänge vor allem mit steigenden Energiekosten zusammen. SSDs und Flash-Speicher benötigen in der Praxis weniger Strom und können so viele Kosten einsparen. Die Rechnung ist für Rosemarin und den Pure-Storage-CEO Charles Giancarlo simpel: Rund drei Prozent des weltweiten Strombedarfs fallen auf Rechenzentren und IT-Infrastruktur. Von diesen drei Prozent seien rund ein Drittel für Speichermedien reserviert. Im Datacenter-Bereich sind das noch immer fast ausschließlich magnetische Platten. Würden diese nun durch SSDs ausgetauscht werden, könnten Unternehmen laut Pure Storage 80 bis 90 Prozent Energie einsparen.

Aktuell sind HDDs noch nicht wegzudenken

Pure Storage ist ein Unternehmen, das sein Geld mit Flash-Storage-Arrays und SSD-Racks(öffnet im neuen Fenster) verdient. Die Aussage, dass HDDs schnell verschwinden, ist daher sicherlich stark eigenmotiviert. Generell sollte die Frage gestellt werden: Warum werden HDDs in vielen Bereichen noch immer verstärkt genutzt?

Aktuell sind sie noch immer wesentlich günstiger, wenn der reine Preis pro GByte Kapazität betrachtet wird. HDDs sind in ihrem Anwendungsszenario, also dem häufigen Schreiben und Lesen großer Datenmengen, oft auch langlebiger als SSDs. Generell sollte die Aussage von Rosemarin also mit Vorsicht genossen werden.

Der Forschungschef hat aber auch objektiv sinnvolle Argumente für einen schnellen Wechsel: Abseits der Energieeinsparungen können SSDs Daten mit geringerer Latenz und wesentlich schnelleren Geschwindigkeiten verarbeiten. Das ist gerade im KI- und High-Performance-Computing-Sektor wichtig.

SSDs werden bei großen Unternehmen auch oft als Cache-Lösung eingesetzt, um Kunden schnell viel genutzte Daten auszuliefern. Backups und große Datenmengen werden aber sicherlich noch weit länger als 2028 mittels HDDs oder auch Tape gespeichert werden.


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