SSD vs. HDD: Die Zeit der Festplatte im Netzwerkspeicher läuft ab

SSDs in NAS-Systemen sind lautlos, energieeffizient und schneller: Golem.de untersucht, ob es eine neue Referenz für Netzwerkspeicher gibt.

Ein Praxistest von veröffentlicht am
Seagate bietet sowohl HDDs als auch SSDs für den NAS-Bereich an.
Seagate bietet sowohl HDDs als auch SSDs für den NAS-Bereich an. (Bild: Oliver Nickel/Golem.de)

Ob nun für Spiele, viele Fotos oder das Betriebssystem: Im Endkundensegment haben schnelle Solid-State-Drives die traditionellen 3,5-Zoll-Magnetfestplatten fast schon vom Markt gedrängt. Kein Wunder, ist der Preis der Flash-Massenspeicher in den vergangenen Jahren doch stetig gesunken. Dieser Trend wird sich wohl auch im Jahr 2021 fortsetzen, was die Daseinsberechtigung von den bisher meist wesentlich preiswerteren HDDs in vielen Bereichen immer mehr in Frage stellt.

Inhalt:
  1. SSD vs. HDD: Die Zeit der Festplatte im Netzwerkspeicher läuft ab
  2. Geschwindigkeit der SSD eingeschränkt
  3. HDD klackert langsamer
  4. Verfügbarkeit und Fazit

Zu finden sind die magnetischen Platten vor allem im Backup-Server- und NAS-Bereich. Gelten Argumente für HDDs noch immer oder lohnt sich der Umstieg auf SSDs auch für den Betrieb im heimischen Netzwerkspeicher? Um das herauszufinden, haben wir uns die Ironwolf NAS und Ironwolf 125 angeschaut - eine HDD respektive SSD für NAS-Systeme von Seagate. Testplattform ist das Qnap TS-253D her, welches wir ebenfalls bereits testen konnten. Wir vergleichen die Preise, Laufzeiten und Leistungswerte beider Produkte und geben eine Einschätzung, welcher Speichertyp sich am ehesten für Backups und Netzwerklaufwerke eignet. So viel vorab: Viele Argumente liefern HDDs nicht mehr, dafür ein besonders gewichtiges.

Die beiden Kandidaten im Überblick

Wir haben uns bewusst für die etwas teureren und auf Netzwerkspeicher ausgelegten Laufwerke entschieden, da in diesem Segment für viele neben dem Preis auch Zusatzleistungen und auch die Haltbarkeit der Hardware wichtig sind. Beide Laufwerke sind per SATA-3-Schnittstelle für maximal 6 GBit/s Geschwindigkeit angebunden.

  • Seagate Ironwolf 125 (Bild: Oliver Nickel/Golem.de)
  • Seagate Ironwolf 125 (Bild: Oliver Nickel/Golem.de)
  • Seagate Ironwolf 125 (Bild: Oliver Nickel/Golem.de)
  • Seagate Ironwolf 125 (Bild: Oliver Nickel/Golem.de)
  • Seagate Ironwolf 125 (unten) und Seagate Ironwolf NAS (oben) (Bild: Oliver Nickel/Golem.de)
  • Seagate Ironwolf NAS (Bild: Oliver Nickel/Golem.de)
  • Seagate Ironwolf NAS (Bild: Oliver Nickel/Golem.de)
  • Seagate Ironwolf NAS (Bild: Oliver Nickel/Golem.de)
Seagate Ironwolf 125 (Bild: Oliver Nickel/Golem.de)

Die Ironwolf 125 als 2,5-Zoll-Laufwerk wird vom Hersteller mit fünf Jahren Garantie belegt, was für eine SSD mit vergleichsweise günstigem, aber meist auch fehleranfälligerem TLC-Speicher ungewöhnlich ist. Auch verspricht das Unternehmen einen Datenwiederherstellungsdienst für drei Jahre, sollte das Laufwerk ausfallen.

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Bei der Ironwolf NAS HDD im 3,5-Zoll-Formfaktor werden nur drei Jahre Herstellergarantie versprochen. Die HDD dreht mit 5.900 rpm langsamer als typische HDDs für Client-Systeme. Das senkt den Energiebedarf und die Lautstärke des NAS-Systems und ist daher gerade in diesem Bereich ein sinnvolles Merkmal. Es gibt von Seagate auch eine Ironwolf-Pro-Serie, die wie die SSD mit fünf Jahren Herstellergarantie angeboten wird.

Interessanterweise gibt Seagate für die SSD mit TLC-Flash eine theoretische Laufzeitdauer (MTBF) von maximal 1,8 Millionen Stunden an. Sowohl die Ironwolf NAS als auch die NAS Pro werden mit einer MTBF von 1 Million respektive 1,2 Millionen Stunden angegeben. Wir hätten hier genau das Gegenteil erwartet.

Der Preis ist noch immer ungeschlagen

Einer der bisher wichtigsten Kaufgründe für HDDs war bisher schlicht der Preis. Schauen wir uns die beiden Seagate-Platten an, wird auch klar, wieso: Unsere Ironwolf NAS mit 4 TByte Kapazität kostet derzeit etwa 100 Euro, die Pro-Variante nur 10 Euro mehr. Zwei Stück für einen RAID-1-Betrieb liegen also bei 200 Euro. Unsere getestete Ironwolf 125 mit 1 TByte Kapazität kostet bereits etwa 150 Euro. Das sind 2,5 Cent pro GByte bei der HDD und 15 Cent pro GByte für die SSD.

  • Seagate Ironwolf 125 (Bild: Oliver Nickel/Golem.de)
  • Seagate Ironwolf 125 (Bild: Oliver Nickel/Golem.de)
  • Seagate Ironwolf 125 (Bild: Oliver Nickel/Golem.de)
  • Seagate Ironwolf 125 (Bild: Oliver Nickel/Golem.de)
  • Seagate Ironwolf 125 (unten) und Seagate Ironwolf NAS (oben) (Bild: Oliver Nickel/Golem.de)
  • Seagate Ironwolf NAS (Bild: Oliver Nickel/Golem.de)
  • Seagate Ironwolf NAS (Bild: Oliver Nickel/Golem.de)
  • Seagate Ironwolf NAS (Bild: Oliver Nickel/Golem.de)
Seagate Ironwolf NAS (Bild: Oliver Nickel/Golem.de)

Dabei rechnen wir Over-Provisioning nicht mit ein, was gerade bei kritischen Anwendungen wie Datenbackups sinnvoll ist. Mit dieser Methode wird ein logisches Volume nicht über die gesamte Kapazität des SSD gespannt, damit freier Speicher für Schreibvorgänge reserviert wird. Das Betriebssystem QTS unseres Qnap-NAS schlägt eine Reserve von 15 Prozent vor. Allerdings sind auch 8 bis 10 Prozent ausreichend. Diese 10 Prozent schlagen wir auf den GByte-Preis auf. Wir kommen also effektiv auf etwa 16,5 Cent pro GByte, wenn wir uns für eine SSD entscheiden.

Seagate IronWolf 125 SSD 1 TB, interne NAS SSD, SATA mit 6 GB/s, 2.5 Zoll bis zu 560 MB/s, schwarz, inkl. Datenrettungs-Service, Modell: ZA1000NM1A002, FFP

Hier können wir ganz klar sagen, dass HDDs noch immer ein wesentlich besseres Preis-Leistungs-Verhältnis aufweisen, vor allem im NAS-Bereich. Auch ist einer der größeren Vorteile von SSDs im Netzwerkbereich meist eingeschränkt: die Lese- und Schreibgeschwindigkeit.

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Geschwindigkeit der SSD eingeschränkt 
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robinx999 02. Nov 2020

Naja für ein Backup System sind 2,5Gigabit nicht schlecht, da kann man dann immer schön...

Frenko 27. Okt 2020

Shadowplay nimmt bei mir in 2560x1440 dauerhaft auf, auch den Desktop. Eine Minute hat in...

svolaf 25. Okt 2020

Habe als Datengräber 8 HDDs vom Typ Ultrastar DC HC510 10TB, 4Kn, ISE, P3 (HGST) zu je...

wurstdings 23. Okt 2020

Also manchmal fühlt man sich hier nicht wie in einem IT Forum, sondern wie in nem Forum...

wurstdings 22. Okt 2020

Oh, tatsächlich gibt es 2 Geräte mit Passivkühlung von MikroTik. Aber läuft ja dann doch...


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