Abo
  • Services:
Anzeige
Android-App erkennt Gefahren in Mobilfunknetzen.
Android-App erkennt Gefahren in Mobilfunknetzen. (Bild: SR Labs)

Imsi-Catcher: Android-App erkennt Angriffe und Sicherheit des Netzes

Android-App erkennt Gefahren in Mobilfunknetzen.
Android-App erkennt Gefahren in Mobilfunknetzen. (Bild: SR Labs)

Selbstverteidigung mit einer App: Security Research Labs hat eine App für Android veröffentlicht, die Angriffe auf das eigene Telefon erkennen kann. Die Anwendung gibt es kostenlos im Play Store, doch für die Installation braucht es einen populären Chipsatz.

Anzeige

Gegen verschiedene Angriffe auf Mobilfunkgeräte gibt es nun ein kostenloses Werkzeug, um diese zumindest zu erkennen. Security Research Labs (SR Labs) veröffentlichte dafür im Google Play Store und bei Aptoide die App Snoopsnitch, die am Samstag auf dem 31. Chaos Communication Congress (31C3) in Hamburg präsentiert wurde. Die App erkennt verdächtige Aktivitäten des Baseband-Prozessors, wie sie bei SS7-Angriffen, sogenannte stillen SMS zur Ortung oder bei Attacken durch Imsi-Catcher typisch sind.

Die App kann zudem herauszufinden, ob der eigene Netzbetreiber sein Netzwerk korrekt und sicher konfiguriert hat. Perfekt konfiguriert ist allerdings derzeit kein Netzwerk. Das gilt insbesondere für die SS7-Angriffe. Jedes Smartphone registriert diese verdächtigen Aktivitäten, laut Karsten Nohl von SR Labs sind sie jedoch tief im Baseband-Prozessor versteckt. Der Anwender kommt nicht leicht an sie heran. Die App macht sie nun transparent.

Snoopsnitch funktioniert mit vielen Smartphones

Für die Installation sind jedoch einige Dinge zu beachten. Zum einen muss der Anwender Root-Zugang auf sein Smartphone haben. Das andere Problem ist leider hardwareabhängig. Nohl sagt, dass die App nur mit Qualcomm-Chipsätzen funktioniert. Zudem ist Android 4.1 als Mindestversion Pflicht. Cyanogenmod ist laut Nohl meist inkompatibel, allerdings berichteten Teilnehmer auf einem anschließenden Workshop, dass auf ihren Geräten die App installiert werden konnte und funktionierte. Zu den getesteten Geräten gehören das Samsung S3 Neo und S5, das LG G2, das Sony Xperia Z1 und das Motorola Moto E. Auf den Samsung S2, S3, S4 und S5 Exynos, dem Nexus 5 und dem Fairphone funktioniert die App nicht.

SR Labs veröffentlicht die App unter GPL. Gesammelte Daten können von den Nutzern mit SR Labs geteilt werden. Damit sollen die Daten der GSM Security Map verbessert werden, die auch Nutzern anderer Betriebssysteme hilft. Die Karte zeigt, welche Mobilfunknetzwerke wie sicher konfiguriert sind. Mit der Veröffentlichung von Snoopsnitch wurde auch die Karte verbessert und enthält nun die Sicherheit der 3G-Netzwerke. E-Plus ist derzeit auf dem ersten Platz, O2 wieder auf dem letzten Platz. Das O2-Netz ist schon länger das unsicherste deutsche Netzwerk und das ist auch im 3G-Betrieb der Fall.

App kann besser Imsi-Catcher finden

Solche Detektionsmethoden von Imsi-Catchern und anderen verdächtigen Aktivitäten bieten bereits kommerzielle Geräte wie das Cryptophone 500 von GSMK. Auch SR Labs präsentierte schon vor drei Jahren einen Imsi-Catcher-Catcher, allerdings nur auf der Basis eines Osmocom-fähigen Motorola-Handys, das per USB mit einem Linux-Rechner verbunden sein musste. Auf diese Weise war es eher unpraktisch, im Alltag Imsi-Catcher zu entdecken. In diesem Jahr wurden mit Hilfe von Cryptophone-Geräten bereits Imsi-Catcher in den USA und in Norwegen entdeckt.

Die Imsi-Catcher sind nach der Teilnehmerkennung "International Mobile Subscriber Identity" (Imsi) benannt, die von ihnen ausgelesen werden kann. Auch die Abfrage der Gerätekennung "International Mobile Station Equipment Identity" (Imei) ist möglich. Dabei geben sich die Geräte dem Handy gegenüber als Basisstation aus, anderen Funkmasten hingegen als Mobilfunkgerät. Dieser Man-in-the-Middle-Angriff erlaubt auch das Abhören der Gespräche. Bundesbehörden wie das BKA, der Verfassungsschutz und der Zoll setzten solche Geräte im ersten Halbjahr 2014 in mehr als 100 Fällen ein. Im selben Zeitraum wurden Zehntausende stille SMS von den Ermittlern verschickt.

Die neue Snoopsnitch-App prüft dabei eine verdächtigte Konfiguration der Basisstation (Zelle) und deren verdächtiges Verhalten. Dazu zählt beispielsweise Herabstufung oder das Ausschalten des Verschlüsselungsstandards.

Nachtrag vom 27. Dezember 2014, 23:00 Uhr

Wir haben den Artikel durch Details und Hintergründe ergänzt.


eye home zur Startseite
Anonymer Nutzer 29. Dez 2014

Danke,nach ihnen!

HeathenMan 29. Dez 2014

nutze den Android IMSI-Catcher Detector von SecUpwN , sehr zu empfehlen

Mattes0303 29. Dez 2014

Ich glaube ein Huawei Y300 ist auch günstig zu bekommen. Habe hier und auf heise gelesen...

Anonymer Nutzer 29. Dez 2014

Deshalb fand ich ja Googles Absichten geil,Nutzer von Android ins G+ Netzwerk zu locken...

Gokux 28. Dez 2014

Auf meinem M7 mit 4.2.2 und S-OFF kann man die App starten. Bei der Test-SMS stürzt die...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. Robert Bosch GmbH, Plochingen
  2. Bundesverwaltungsamt, Köln
  3. RBS wave GmbH, Stuttgart Weilimdorf
  4. Vodafone GmbH, Düsseldorf


Anzeige
Hardware-Angebote
  1. 17,99€ statt 29,99€
  2. 39,99€

Folgen Sie uns
       

Anzeige
Whitepaper
  1. Wissens-Guide und Kaufberatung für Cloud-Sicherheit


  1. Luftfahrt

    Fliegendes Motorrad Kitty Hawk Flyer hebt ab

  2. Seagate

    Rugged-Festplatte enthält SD-Kartenleser für Drohnen

  3. Grafikkarte

    Manche Radeon RX 400 lassen sich zu Radeon RX 500 flashen

  4. Amazon

    Phishing-Kampagne ködert mit Datenschutzgrundverordnung

  5. Linux-Distribution

    Opensuse ändert erneut sein Versionsschema

  6. Ronin 2 und Cendence

    DJI präsentiert neuen Kamera-Gimbal und Drohnencontroller

  7. Festnetz

    Neue Glasfaser von Prysmian soll Spleißzeit verringern

  8. Radeon Pro Duo

    AMD bringt Profi-Grafikkarte mit zwei Polaris-Chips

  9. Mediacenter-Software

    Warum Kodi DRM unterstützen will

  10. Satelliteninternet

    Apple holt sich Satellitenexperten von Alphabet



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Quantenphysik: Im Kleinen spielt das Universum verrückt
Quantenphysik
Im Kleinen spielt das Universum verrückt

Elektromobilität: Wie kommt der Strom in die Tiefgarage?
Elektromobilität
Wie kommt der Strom in die Tiefgarage?
  1. Elektroauto Opel Ampera-E kostet inklusive Prämie ab 34.950 Euro
  2. Elektroauto Volkswagen I.D. Crozz soll als Crossover autonom fahren
  3. Sportback Concept Audis zweiter E-tron ist ein Sportwagen

Hate-Speech-Gesetz: Regierung kennt keine einzige strafbare Falschnachricht
Hate-Speech-Gesetz
Regierung kennt keine einzige strafbare Falschnachricht
  1. Neurowissenschaft Facebook erforscht Gedanken-Postings
  2. Rundumvideo Facebooks 360-Grad-Ballkamera nimmt Tiefeninformationen auf
  3. Spaces Facebook stellt Beta seiner Virtual-Reality-Welt vor

  1. Re: Wie ist das eigentlich mit dem Copyright?

    Suven | 20:59

  2. Re: wer schützt uns vor den Schnapsideen...

    ClausWARE | 20:59

  3. Re: Wie schlagen sich solche Systeme gegen z.B. 5...

    PiranhA | 20:53

  4. Re: Völliger Bullshit

    RipClaw | 20:48

  5. Re: Als DSL-Anbieter würde ich dann DSL-Light...

    RipClaw | 20:46


  1. 19:00

  2. 17:59

  3. 17:30

  4. 17:10

  5. 16:49

  6. 16:26

  7. 16:11

  8. 15:56


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel