Square Enix: Das Tomb-Raider-Geld wird in NFTs investiert
Square Enix verkauft Tomb Raider und drei Entwicklerstudios für 300 Millionen US-Dollar - und kündigt Investitionen in die Blockchain an.
Branchenbeobachter wundern sich: Der japanische Publisher Square Enix hat - wie gemeldet - die Spieleserien Tomb Raider und Deus Ex sowie seine Entwicklerstudios Crystal Dynamics, Eidos Montreal und Square Enix für 300 Millionen US-Dollar an The Embracer Group verkauft.
In der Branche und bei Spielern sorgt die Summe für Verwunderung. Der Analyst Daniel Ahmad bezeichnet den Preis als "Schnäppchen", der einflussreiche Journalist Stephen Totilo schreibt "klingt günstig für mich" auf Twitter.
Verkäufer Square Enix schreibt in einer Mitteilung an seine Aktionäre: "Die Transaktion ermöglicht uns, den Start neuer Geschäftsfelder durch Investitionen in Bereiche wie Blockchain, KI und Cloud voranzutreiben".
Bereits Anfang 2022 hatte Square Enix ganz ähnliche Aussagen gemacht, wobei mit "Blockchain" ausdrücklich Non-Fungible Token (NFT) gemeint waren. Firmenchef Yosuke Matsuda hatte damals zwar vor einer Überhitzung bei NFTs gewarnt, der Technologie aber trotzdem viel Potenzial bescheinigt.
Richtig konkret ist Matsuda nicht geworden, aber er hatte vor allem die Möglichkeit hervorgehoben, dass von Nutzern geschaffene Inhalte ("User-Generated Content", UGC) künftig einfacher bezahlt und monetarisiert werden könnten.
"Indem wir eine Token-Ökonomie in unsere Spiele integrieren, ermöglichen wir ein sich selbst tragendes Wachstum", sagte der Firmenchef. Bei der Community kamen diese Pläne schlecht an - viele Gamer befürchten aggressives Marketing und Geldmacherei.
Tomb Raider nicht profitabel genug?
Ob NFTs langfristig mehr Profit abwerfen als eine weltbekannte Marke wie Tomb Raider - unklar. Analyst Ahmad weist darauf hin, dass die drei nun verkauften Studios die Gewinnerwartungen von Square Enix nicht erfüllt hätten.
Video: Fazit zu Shadow of the Tomb Raider [2:32]
Nach seinen Angaben habe etwa Crystal Dynamics im Jahr 2021 eine Gewinnmarge von rund 3,6 Prozent und Eidos Montreal von 0,65 Prozent erreicht. Square Enix insgesamt habe rund 14,2 Prozent Marge (operatives Einkommen) geschafft.