Abo
  • Services:

Spyware: Mac-App Adware Doctor sammelt heimlich Nutzerdaten

Apple hat die kostenpflichtige App Adware Doctor aus dem hauseigenen Mac App Store gelöscht. Sie liest heimlich den Browserverlauf aus, wie schon seit einem Monat bekannt war. Und sie ist nicht die einzige.

Artikel veröffentlicht am , Moritz Tremmel
Mac-Apps lesen den Browserverlauf mit.
Mac-Apps lesen den Browserverlauf mit. (Bild: 377053/CC0 1.0)

Die beliebte App Adware Doctor soll vor Schadsoftware schützen, allerdings sucht sie nicht nur nach Viren auf der Festplatte, sondern liest auch die Browserverläufe von Safari, Chrome und Firefox aus, wie der Sicherheitsforscher Privacy 1st entdeckt hat. Erst einen Monat, nachdem das Problem gemeldet wurde, hat Apple die App aus dem Mac App Store gelöscht.

Stellenmarkt
  1. KARL MAYER, Obertshausen
  2. Lidl Digital, Leingarten

Um Malware auf der Festplatte oder SSD des Käufers zu entdecken, benötigt die App Zugriff auf das Homeverzeichnis und die Dateien des Benutzers, die sie anschließend mit Signaturen von bekannten Viren abgleicht. Allerdings nutzt die Software die Berechtigung ebenfalls dazu, den Browserverlauf auszulesen und an chinesische Server zu übertragen. Die Daten werden in eine Zip-Datei gepackt und an die Domain adscan.yelabapp.com gesendet, die zurzeit nicht erreichbar ist.

Die App widerspricht damit klar den Richtlinien des App Stores, laut denen Nutzer aktiv einwilligen müssen, dass ihre Daten gesammelt werden dürfen. Adware Doctor sammelt diese jedoch heimlich im Hintergrund und ist damit Spyware. Privacy 1st informierte Apple darüber bereits am 12. August 2018. Apple bestätigte zwei Tage später, dass es sich des Vorfalls annehmen werde, die App verschwand aber erst am 7. September nach Medienberichten aus dem Mac App Store. Wie oft der Browserverlauf in diesem Zeitraum ausgelesen und verschickt wurde, bleibt im Dunkeln. Unklar ist auch, seit wann die App heimlich Userdaten ausliest.

Bevor Adware Doctor gelöscht wurde, belegte sie den fünften Platz im Ranking der beliebtesten kostenpflichtigen Apps und kostete 5,50 Euro. Hierzulande war sie laut Wayback Machine im Mai die Top sechs. Es dürfte also etliche betroffene Nutzer geben. Der Browserverlauf gibt nicht nur das private oder gar intime Surfverhalten, sondern je nachdem, ob Zugangsdaten oder Suchbegriffe via URL übertragen werden, auch diese preis.

Zwei weitere Apps im Mac App Store sind Spyware

Der Sicherheitsforscher Patrick Wardle hat die App gemeinsam mit Privacy 1st analysiert und wirft Apple in einem Blogbeitrag vor, nicht schnell genug reagiert zu haben. Er fordert von Apple die Erstattung des Kaufpreises an die Käufer.

Apple bewirbt seinen Mac App Store als den "sicherste[n] Ort, um Apps für den Mac zu laden". Apps würden genau geprüft, bevor sie im Mac App Store zugelassen würden. Im Falle von Problemen würden sie schnell entfernt.

Die Sicherheitsfirma Malwarebytes hat zwei weitere Apps gefunden, die ebenfalls den Browserverlauf ausspionieren: Dr. Cleaner und Dr. Antivirus. Die Firma kritisiert in diesem Zusammenhang, dass der Mac App Store nicht der "sichere Hafen aus seriöser Software" sei, den Apple gerne hätte.



Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 29,95€
  2. 32,99€
  3. (-55%) 26,99€
  4. 24,99€

xmaniac 10. Sep 2018

Ist jetzt genau so wie auf dem PC: Die eigentliche Schadsoftware ist diejenige, welche...

Snowi 10. Sep 2018

Schon traurig wo wir ankommen als Gesellschaft. Da bezahlt man seine App/Software sogar...


Folgen Sie uns
       


Tesla Model 3 - Test

Das Tesla Model 3 ist seit Mitte Februar 2019 in Deutschland erhältlich. Wir sind es gefahren.

Tesla Model 3 - Test Video aufrufen
Uploadfilter: Voss stellt Existenz von Youtube infrage
Uploadfilter
Voss stellt Existenz von Youtube infrage

Gut zwei Wochen vor der endgültigen Abstimmung über Uploadfilter stehen sich Befürworter und Gegner weiter unversöhnlich gegenüber. Verhandlungsführer Voss hat offenbar kein Problem damit, wenn es Plattformen wie Youtube nicht mehr gäbe. Wissenschaftler sehen hingegen Gefahren durch die Reform.

  1. Uploadfilter Koalition findet ihren eigenen Kompromiss nicht so gut
  2. Uploadfilter Konservative EVP will Abstimmung doch nicht vorziehen
  3. Uploadfilter Spontane Demos gegen Schnellvotum angekündigt

Sechs Airpods-Konkurrenten im Test: Apple hat nicht die Längsten
Sechs Airpods-Konkurrenten im Test
Apple hat nicht die Längsten

Nach dem Klangsieger und dem Bedienungssieger haben wir im dritten Test den kabellosen Bluetooth-Hörstöpsel mit der weitaus besten Akkulaufzeit gefunden. Etwas war aber wieder nicht dabei: die perfekten True Wireless In-Ears.
Ein Test von Ingo Pakalski


    XPS 13 (9380) im Test: Dell macht's ohne Frosch und Spiegel
    XPS 13 (9380) im Test
    Dell macht's ohne Frosch und Spiegel

    Und wir dachten, die Kamera wandert nach oben und das war es - aber nein: Dell hat uns überrascht und das XPS 13 (9380) dort verbessert, wo wir es nicht erwartet hätten, wohl aber erhofft haben.
    Ein Test von Marc Sauter und Sebastian Grüner

    1. Mit Ubuntu Dell XPS 13 mit Whiskey Lake als Developer Edition verfügbar
    2. XPS 13 (9380) Dell verabschiedet sich von Froschkamera

      •  /