Spy Files 4: Wikileaks veröffentlicht Spionagesoftware von Finfisher

Die Whistleblowerplattform Wikileaks hat einige der Werkzeuge veröffentlicht(öffnet im neuen Fenster) , die der Spähsoftware-Hersteller Finfisher/Gamma entwickelt. Außerdem wurden dort die Daten aus dem jüngsten Hack eines Finfisher-Servers ausgewertet und indiziert. Sie lassen sich dort einsehen und durchsuchen(öffnet im neuen Fenster) .
Bei den veröffentlichten Werkzeugen handelt es sich unter anderem um Finfisher Relay und Finspy Proxy, die unter Linux installiert und genutzt werden können. Die Software dient dazu, die Daten von Rechnern zu sammeln, die mit Finspy-Software infiziert sind. Dabei verschleiert die Software die sammelnden Server und leitet die Daten so zu einem Master-Server, auf dem die Daten schließlich gespeichert werden. Für den zentralen Server gibt es die Software Finspy-Master, die ebenfalls bei Wikileaks angesehen werden kann. Zudem hat Wikileaks zwei Windows-Versionen der Spionagesoftware Finspy PC auf seiner Webseite veröffentlicht, wenn auch in einer etwas älteren Version.
Die Veröffentlichung steht in direktem Zusammenhang mit der jüngsten Veröffentlichung eines Hacks , der von einem Finfisher-Server stammt. In der etwa 40 GByte umfassenden Dateisammlung sind unter anderem Logfiles, die zeigen, "dass die Kundenbetreuer von Gamma zwischen 2010 und 2012 mit einem Kunden in Bahrain kommunizierten und ihm Lizenzen für die gleichzeitige Überwachung von mindestens 30 Computern verkauft hatten" . Die Münchner Firma behauptet, dass sie Produkte nur an staatliche Ermittlungsbehörden verkauft. Aktivisten werfen Finfisher vor, seine Software auch an Länder zu verkaufen, die für Menschenrechtsverletzungen bekannt sind oder Oppositionelle verfolgen.