Abo
  • Services:

Sputnik: Piep, piep, kleiner Satellit

Vor 60 Jahren versetzte die Sowjetunion den Westen in helle Aufregung: Sie hatte zum ersten Mal ein von Menschen konstruiertes Objekt in die Erdumlaufbahn geschossen. Aber den Amerikanern machte dabei nicht nur zu schaffen, dass sie den Wettlauf ins All verloren hatten.

Artikel von veröffentlicht am
Nachbildung des Satelliten Sputnik 1 im National Air and Space Museum in Washington: die Erde 1.440-mal umrundet
Nachbildung des Satelliten Sputnik 1 im National Air and Space Museum in Washington: die Erde 1.440-mal umrundet (Bild: NSSDC/Nasa)

Bochum, Samstag, der 30. September 2017: Kurz nach 13 Uhr verlässt ein mit Helium gefüllter Wetterballon das Gelände der Volkssternwarte. Bis auf 30 Kilometer Höhe steigt er auf, platzt schließlich und kehrt an einem Fallschirm zur Erde zurück. Eine Kugel mit einem Durchmesser von knapp 60 Zentimetern, die unter dem Ballon hängt, symbolisierte den Sputnik 1 - den ersten Satelliten der Welt, den die Sowjetunion am 4. Oktober 1957 ins All schoss. Während seiner mehrstündigen Reise funkte ein Sender ein Signal, das in Mitteleuropa zu empfangen war. Mit dieser Aktion erinnerte die Volkssternwarte an den Beginn des Raumfahrtzeitalters.

Inhalt:
  1. Sputnik: Piep, piep, kleiner Satellit
  2. Der Sputnikschock

Warum gerade Bochum? Hier saß Heinz Kaminski vor 60 Jahren daheim im Vorratskeller vor seinem Kurzwellenempfänger. Damit empfing der ehemalige Marinefunker und Hobbyastronom merkwürdige Signale - mutmaßlich als Erster außerhalb der Sowjetunion. Er zeichnete sie mit einem geliehenen Tonbandgerät auf und machte den Sputnik so im Westen bekannt.

Sputnik flog mit einer Interkontinentalrakete

Am 4. Oktober 1957 um 20:28 Uhr unserer Zeit startete der Satellit, dessen Name auf Deutsch Trabant oder Begleiter bedeutet. Sein Transportvehikel war eine R-7, eine Interkontinentalrakete, die wenige Wochen zuvor, am 21. August, zum ersten Mal geflogen war und die später als Sojus bekanntwurde. An jenem Oktobertag startete die R-7 von einer Rampe in der Kasachischen Sowjetrepublik aus, an einem Ort namens Baikonur.

Stellenmarkt
  1. Lachmann & Rink Ingenieurgesellschaft für Prozeßrechner- und Mikrocomputeranwendungen mbH, Freudenberg, Dortmund
  2. über duerenhoff GmbH, Mainz

Der Sputnik war eine Kugel aus einer Aluminiumlegierung mit einem Durchmesser von 58 Zentimetern. Daraus ragten vier Antennen, von denen zwei 2,40 Meter, die anderen beiden 2,90 Meter lang waren. In der Kugel befanden sich Akkus, ein Wärmeregulationssystem sowie die zwei Kurzwellensender, die Signale ausstrahlten, die Kaminiski aufnahm.

Die Ionosphäre bremste den Satelliten

Sputnik umkreiste die Erde auf einer stark elliptischen Bahn, die in einer Höhe zwischen etwa 215 Kilometern und etwa 947 Kilometern über der Erde verlief. Für einen Erdorbit brauchte der Satellit 96 Minuten und 20 Sekunden. Insgesamt umrundete er die Erde 1.440-mal. Dabei bremste die Ionosphäre den Satelliten stärker ab, als die sowjetischen Raumfahrtwissenschaftler vorhergesehen hatten, so dass er nach 92 Tagen, am 4. Januar 1958, in der Erdatmosphäre verglühte.

314,5 Sekunden nach dem Start begannen die beiden Sender auf den Frequenzen von 20,005 und 40,002 MHz, ihr berühmtes Signal auszustrahlen. Zwei Wochen lang sendeten sie ihre Piep-Signale, aus denen die Wissenschaftler in der Sowjetunion Rückschlüsse auf die Temperatur und den Druck an Bord ziehen konnten. Außerdem lieferte die Analyse der Signale neue Erkenntnisse über die Ionosphäre.

Damit war klar: Die USA hatten den Wettlauf in den Weltraum verloren. Die Sowjets waren zuerst oben.

Der Sputnikschock 
  1. 1
  2. 2
  3.  


Anzeige
Blu-ray-Angebote
  1. (u. a. Deadpool, Alien Covenant, Assassins Creed)
  2. (u. a. 3 Blu-rays für 20€, Boxsets im Angebot, Serien zum Sonderpreis)

Komischer_Phreak 08. Okt 2017

Ich würde es aber sofort unterschreiben. Als Nixon an die Macht kam wurde die...

perahoky 05. Okt 2017

Piep piep kleiner satellit, sag ihm dass es mich noch gibt! piep piep kleiner satellit...

ML82 05. Okt 2017

das ist aber spätestens seit dem bau halbautomatischer silos geschischte, die den...

ArcherV 04. Okt 2017

Naja, ich meinte eher die politische Beziehungen von Erde vs Mars vs Gürtler / OPA

mathew 04. Okt 2017

... auf sehr einfachem Niveau (aus 2000er-Sicht), aber beeindruckend allemal. Die Basics...


Folgen Sie uns
       


Super Nt - Fazit

Wir ziehen unser Test-Fazit zum Super Nt von Analogue.

Super Nt - Fazit Video aufrufen
Dell XPS 13 (9370) im Test: Sehr gut ist nicht besser
Dell XPS 13 (9370) im Test
Sehr gut ist nicht besser

Mit dem XPS 13 (9370) hat Dell sein bisher exzellentes Ultrabook in nahezu allen Bereichen überarbeitet - und es teilweise verschlechtert. Der Akku etwa ist kleiner, das spiegelnde Display nervt. Dafür überzeugen die USB-C-Ports, die Kühlung sowie die Tastatur, und die Webcam wurde sinnvoller.
Ein Test von Marc Sauter und Sebastian Grüner

  1. Ultrabook Dell hat das XPS 13 ruiniert
  2. XPS 13 (9370) Dells Ultrabook wird dünner und läuft kürzer
  3. Ultrabook Dell aktualisiert XPS 13 mit Quadcore-Chip

Filmkritik Ready Player One: Der Videospielfilm mit Nostalgiemacke
Filmkritik Ready Player One
Der Videospielfilm mit Nostalgiemacke

Steven Spielbergs Ready Player One ist eine Buchadaption - und die Videospielverfilmung schlechthin. Das liegt nicht nur an prominenten Statisten wie Duke Nukem und Chun-Li. Neben Action und Popkulturreferenzen steht im Mittelpunkt ein Konflikt zwischen leidenschaftlichen Gamern und gierigem Branchenriesen. Etwas Technologieskepsis und Nostalgiekritik hätten der Handlung jedoch gutgetan.
Eine Rezension von Daniel Pook

  1. Filmkritik Tomb Raider Starke Lara, schwacher Film
  2. Filmkritik Auslöschung Wenn die Erde außerirdisch wird
  3. Vorschau Kinofilme 2018 Lara, Han und Player One

Facebook-Anhörung: Zuckerbergs Illusion von der vollen Kontrolle
Facebook-Anhörung
Zuckerbergs Illusion von der vollen Kontrolle

In einer mehrstündigen Anhörung vor dem US-Senat hat Facebook-Chef Mark Zuckerberg sein Unternehmen verteidigt. Doch des Öfteren hinterließ er den Eindruck, als wisse er selbst nicht genau, was er in den vergangenen Jahren da geschaffen hat.
Eine Analyse von Friedhelm Greis

  1. Facebook Messenger Zuckerbergs Nachrichten heimlich auf Nutzerkonten gelöscht
  2. Böswillige Akteure Die meisten der zwei Milliarden Facebook-Profile ausgelesen
  3. DSGVO Zuckerberg will EU-Datenschutz nicht weltweit anwenden

    •  /