Spülbohrung: Telekom probiert Keyhole für schnellen Glasfaserausbau aus

Die Deutsche Telekom hat erstmals das Keyhole-Verfahren zur Verlegung der Glasfaser für FTTH ohne Baugruben getestet. Wie der Netzbetreiber in dieser Woche bekanntgab(öffnet im neuen Fenster) , wurde das Verfahren im Ausbaugebiet Emmerich am Niederrhein für einen Anschluss erprobt. Den unterirdischen Leitungsbau bietet die Firma Tracto-Technik aus Lennestadt in Westfalen an.
Bei dem Keyhole-Verfahren handelt es sich um eine gesteuerte unterirdische horizontale Spülbohrung in einer neuen Form. Dabei wird zuerst von einem Kronenbohrgerät ein kreisrundes Loch mit einem Durchmesser von 65 Zentimetern in die Oberfläche gesägt. Der Saugbagger holt dann das Erdreich aus dem Loch, als Bohrflüssigkeit kommt nur Wasser zum Einsatz. Der eingesetzte Spülbohrer arbeitet sich dann horizontal unter Wegen, dem Garten und durch Mauern bis zum Hausanschluss durch. Mit einem Ortungsgerät wird überwacht, ob der Bohrer richtig läuft.
Mit einem Schwall von Wasser und Erde durchstößt der Bohrer bei dem Test in Emmerich die Garagenwand ungefähr an der Stelle, wo der Telekom-Kunde die Technik installiert haben wollte. Auf dem Rückweg zieht der Bohrkopf ein Leerrohr (Speedpipe) durch das Loch. Dort hinein blasen die Telekom-Techniker mit Druckluft das Glasfaserkabel ins Haus und verbinden es. Der runde Asphaltdeckel wird wieder eingesetzt und die Erde darunter zuvor verdichtet.
Telekom prüft Keyhole für den breiten Einsatz
Bei dem Test dauerte die Bohrung etwa eine Stunde. "Wir können durch eine gesteuerte Spülbohrung ohne Umweg und weitere Baugruben alles an einem Tag für den Kunden realisieren " , sagte Sebastian Schuchall, Deutsche Telekom Technik. Der Einsatz ist auf einer Strecke von rund 30 Meter Länge möglich.
Der Einsatz ist noch nicht sicher: "Wir schauen jetzt natürlich ganz genau auf die Zeit und auf die Kosten. Es ist ja so, dass sich das am Ende des Tages für alle rechnen muss. Aber wenn alles so verläuft, wie wir uns das erhoffen, geht dieses Bauverfahren irgendwann 2021 in die Regelbauweise" , erklärte Schuchall.



